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Sun, 2010-12-19, 17:54

Die beiden Seiten

by Timm

Wie immer: Für die einen ist es eine Katastrophe , für die anderen endlich mal wieder weiße Weihnacht. Ich für meinen Teil finde ja, solange man das Reisen auf ein Minimum beschränkt kann man mit dem Schnee wunderbar leben :-)

Mon, 2010-11-22, 22:03

ICQ und die Zukunft des Instant Messaging

by Timm

Nachdem ICQ mal wieder an den Protokolleinstellungen gedreht hat und anscheinend langsam aber sicher versucht, Multi-Messanger als Clients loszuwerden, bin ich zunächst mal auf den Jabber-Transport umgestiegen.
Allerdings stelle ich mir momentan die Frage, wie es im Instant-Messaging-Bereich eigentlich weitergehen soll.

Eigentlich ist die Ganze IM-Geschichte ja ein Kind der Jahrtausenwende – ich als stolzer Inhaber einer 8-stelligen ICQ-Nummer kann mich noch gut daran erinnern – ICQ, AIM, MSN & Co., das gehört irgendwie zum “developing web” wie Altavista, Geocities, Message Boards, Minutentarif und Napster. Und irgendwie will dieses Konzept, zumindest in meiner Gedankenwelt, nicht so richtig in die Welt von Social Networking, Apps und mobile Computing passen. In einer Welt, in der meine Freunde und Bekannte sowieso die meiste Zeit zumindest erreichbar sind, ist der Mehrwert eines IM-Clients ja eher gering, wenngleich er natürlich weiter als Chat-Ersatz und Status-Update-Tool sinnvoll ist.
Nur stelle ich mir persönlich die Frage, wie es damit nun im Sinne eines Geschäftsmodells weitergehen soll – insbesondere den proprietären Netzwerken gestehe ich keine allzu lange Lebenserwartung mehr zu. Zumal ich in dem Bereich auch keine echte Weiterentwicklung sehe – bestenfalls wird uns Instant Messaging der alten Schule einfach aus Gewohnheit und als praktisches Tool erhalten bleiben – siehe SMTP.
Nur: Eine Zukunftstechnologie ist es mit Sicherheit nicht.

Echtes Potential für den Lösungsansatz “Instant Messaging” als solches sehe ich eher in anderen Bereichen, nämlich eingebettet in umfassendere Lösungen – sei es als mobile Chat-Plattform, als stabiles Übertragungsmedium in sozialen Netzwerken oder vollständig integriert in einen “Power-User-Desktop”. Allerdings haben hier offene Protokolle à la XMPP/Jabber eindeutig die Nase vorn. Klar: es ist viel Einfacher, die Technologie in vorhandene oder sich entwickelnde Lösungen einzubetten – selbst wenn einem der Anbieter nicht noch Steine in den Weg legt so wie ICQ. Außerdem werden sich die zum Teil noch abgeschotteten Netzwerke in Zukunft öffnen müssen; ich will auch mit meinen Freunden bei Facebook kommunizieren können, ohne mich direkt dort anzumelden. Und zu guter Letzt werden die unterschiedlichsten Endgeräte mit den unterschiedlichsten Betriebssystemen zu versorgen sein. Das kann eine Software-Firma allein gar nicht vollständig abdecken.
Im Endeffekt ist es mir als Anwender doch wurscht, mit welchem Protokoll und welchem Programm ich kommuniziere. Ich will es nur auf meinem Endgerät tun können und zwar so, wie ich will – und nicht so, wie es eine komische Firma mir vorschreibt.

Meiner Meinung nach haben die ganzen proprietären Anbieter wie z.B. ICQ in Zukunft eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
1) Sich extrem spezialisieren und durch technologischen Vorsprung in einem ganz bestimmten Bereich punkten – siehe Skype.
2) Sich selbst und damit den kompletten Datenbestand an Facebook oder Google verkaufen, was im Endeffekt auf einen Umstieg auf XMPP und die oben beschriebene Integration hinausläuft.

Wenn ich so genauer drüber nachdenke: Interessanterweise ist ICQ das einzige noch “überlebende” Tool dieser Art, welches nicht von einer “großen” Firma mitgeschleift wird – evtl. kommt hier das Ende schneller als erwartet.
Obwohl – ein bisschen traurig wäre es schon. Vor allem, wenn man sich >13 Jahre lang an einer 8-stelligen Nummer festgeklammert hat.

Thu, 2010-09-30, 17:23

Reisebericht: 3ter und letzter Teil

by Timm

So, auf gehts in die letzte Runde… wird auch Zeit, dass ich den Rest mal aufschreibe, schließlich ist der Urlaub selbst ja schon wieder so lange her, dass es fast nicht mehr wahr ist ;-)

Städte-Tour
Unser letzter Ausflug führte uns in Richtung der Inselhauptstadt Santa Cruz. Auf dem Weg dorthin legten wir noch eine Pause an einem Bauernmarkt ein, an dem die örtlichen Bauern ihre Produkte anbieten.

Zu Santa Cruz selbst gibt es allerdings nicht viel zu sagen – die Stadt präsentiert sich großstädtisch, am interessantesten ist das umfangreiche Kulturangebot (Museen, Theater usw.). In Richtung des Hafens und der Küste entstehen zur Zeit einige größere Neubauprojekte von denen ein guter Teil auch schon fertig gestellt ist, die aber ebenso wie die neue Konzerthalle und das große Kongresszentrum noch ein bisschen künstlich und verloren aussehen.

Das Konzerthaus in Santa Cruz

Touristisch interessanter ist da schon die alte Inselhauptstadt La Laguna, die sich ein paar Kilometer landeinwärts befindet, hier hat die Universität der Insel ihren Stammsitz, genau so wie der örtliche Bischof. Leider waren in vielerlei Hinsicht zur falschen Zeit dort – während ein Großteil der Altstadt mit repräsentativen Häusern sowie die Kathedrale momentan noch renoviert werden (dafür waren wir also ein paar Jahre zu früh), erstirbt dort (Spanien-typisch) um 14:00 Uhr das Leben – und die bereits renovierten Sehenswürdigkeiten waren geschlossen.

Kathedrale in La Laguna

Als Entschädigung haben wir auf dem Rückweg noch am “Haus des Weines” gehalten – mit einem nett gemachten Museum zum Weinanbau auf Teneriffa und einer stattlichen Auswahl regionaler Weine. Hier konnten wir auch direkt ein paar Andenken mitnehmen, die sogar den Flug überstanden haben.

Nein, die Katze haben wir da gelassen ;-)

Abreise

Da unser Flug erst relativ spät am Abend starten sollte, konnten wir den letzten Tag noch mal nutzen, um dem bisher “unerforschten” Teil der Insel noch einen kurzen Besuch abzustatten. Wobei der südöstliche Küste leider furchtbar unspektakulär ist – mit Ausnahme von 1, 2 Stationen braucht man die Autobahn eigentlich gar nicht zu verlassen.
Zumal das Klima hier schon spürbar anders ist – heiß und trocken, mit fast unangenehmem Wind.

Die einzig wirklich schöne Ortschaft auf dieser Seite ist Candelaria – benannt nach der Schutzheiligen der Inseln ist das der Wallfahrtsort inklusive großer Wallfahrtskirche und Altstadt.

Candelaria

Die oben gezeigten über-lebensgroßen Kollegen befinden sich übrigens direkt am Rand des Kirchplatzes, unmittelbar am Meer und sollen an die kanarischen Ureinwohner erinnern.

Unsere zweite Station an diesem Tag waren die Pyramiden von Guímar – auf einem ein paar ha großen Gelände befinden sich dort einige Naturstein-Pyramiden, in deren Umgebung man einen “ethnografischen Park” inklusive Museum angelegt hat. Wirklich bekannt geworden ist dieser Ort durch den Abenteurer Thor Heyerdal (das ist der, der mit Bastbooten über die Ozeane geschippert ist, um irgendwelche wirren Theorien über steinzeitliche Kontakte zwischen den Kontinenten zu beweisen), der meinte, mit dieser Anlage eine Beziehung zwischen den frühen Kulturen im Nahen und mittleren Osten und denen in Südamerika herstellen zu können. Dieser Theorie und dem sonstigen Lebenswerk des Herren wird dort auch intensiv gehuldigt – was insbesondere dann sehr lustig ist, wenn man nach kurzer Recherche bei Wikipedia schon weiß, dass diese im 19. Jahrhundert, wahrscheinlich aus der Laune eines schrulligen Großgrundbesitzers heraus, entstanden sind.
Umso enttäuschender, da wir uns eigentlich etwas mehr Informationen über die angeblichen Erbauer der “Pyramiden”, die kanarischen Ureinwohner (Guanchen) erhofft hatten. Aber da hätte man wahrscheinlich in ein echtes Museum gehen müssen…

Pyramiden?

Als letzte Station vor dem Flughafen haben wir dann noch mal in einem Ferienort im Süden gehalten, nur um festzustellen, dass wir in dieser Gegend nie Urlaub machen würden – seelenlose Betonburgen inmitten wüstenhafter Landschaft treffen nicht so meinen Geschmack.

Dafür bekamen wir aus dem Flugzeug noch mal einen Spitzen-Abschiedsblick auf die Insel samt Sonnenuntergang.

Und Tschüss...

Thu, 2010-09-23, 20:51

Reisebericht, Teil 2

by Timm

Wie versprochen gibt es jetzt auch den zweiten Teil meines “kurzen” Reiseberichts.

Nachdem wir alle Attraktionen in und um unseren Ferienort abgeklappert hatten, wurde es Zeit, den Rest des Eilandes genauer zu erforschen.

Die Nordküste

Eigentlich war unsere Idee, in einer großen Schleife die Nordküste bis “geht nich mehr weiter” (siehe meinen kurzen Post aus dem Urlaub) abzufahren (mit halten an sehenswerten Orten), uns dann in das nördliche Gebirge zu schlagen und auf dem Rückweg dem Teide noch einen Besuch abzustatten.

Natürlich hat das nicht ganz so geklappt, aber dazu gleich mehr. Wir starteten die Küstentour also und fuhren zunächst Richtung Westen in den Ort “Icod de los Vinos” (ja, da wird Wein angebaut…), wo ein kanarischer Drachenbaum steht, der 1000 Jahre alt sein soll. Nun können diese Bäume tatsächlich sehr alt werden, allerdings bilden sie keine Jahresringe und so etwas wie Geschichtsschreibung kam erst im 15. Jahrhundert mit den Spaniern auf die Insel, also ist die Sache mit den 1000 Jahren nur eine echt gewagte Behauptung. Allerdings steht das Ding da mindestens so lange wie ein Kloster nebenan, also mindestens 370 Jahre – das ist ja auch schon mal was. Leider entpuppte sich die Super-Attraktion als, naja, Drachenbaum, weshalb wir nur kurz ein Foto gemacht haben und dann noch schnell einen Abstecher in die Pfarrkirche des Ortes, die wirklich sehr Sehenswert ist.

Die haben da ein 2m großes, 50 Kilo schweres Kreuz stehen. Aus Silber. Geschmiedet. Ziemlich beeindruckend. Genau so wie die ganzen anderen Sachen – Altäre, Schreine, Priesterkleidung und sonstige Accesoires. Interessant außerdem: Die Heiligenfiguren haben dort grundsätzlich echte Kleidung an (nicht wie hierzulande nur entsprechend geschnitzt/bemalt), und auch bei denen ist nicht an Pracht gespart worden.
Scheint ein einträgliches Geschäft zu sein, die Sache mit dem Wein. Und den Bäumen.

Unsere nächste Station war das kleine Städtchen Garachico – ein echter Geheimtipp, denn diese sehr schön gelegene Stadt ist Touristisch praktisch nicht erschlossen, d.h. es gibt auch keine Bausünden, die das Stadtbild verschandeln könnten – entsprechend präsentiert sich der Ort sehr ruhig und angenehm. Die ursprüngliche Stadt und der Hafen wurden 1706 bei einem Vulkanausbruch zerstört, es wurde aber danach alles wieder aufgebaut. Übrig geblieben ist nur ein kleines Kastell (die schien es damals als Fertigbau-Lösung zu geben – irgendwie sehen die alle gleich aus) und ein Stückchen Stadttor, des in einer kleinen Parkanlage integriert wurde. Man muss vom heutigen Straßenniveau ca. 5-6m (!) nach unten laufen. Ansonsten hat die Stadt nichts besonderes zu bieten, außer einem natürlichen Meerwasserschwimmbad. Nach dem Vulkanausbruch bildeten sich da, wo vorher der Hafen war, lange, praktisch parallele Felszungen im Meer, die vor dem Wellengang schützen und mit Wegen und Brücken verbunden sind.
Nichts besonderes ist hier übrigens nicht negativ gemeint – das Städtchen ist einfach nur schön. Und ruhig.

Nach einem erfrischenden Aufenthalt fuhren wir weiter Richtung Westen – genau genommen so weit, bis es nicht mehr weiter ging. Am nordwestlichsten Zipfel der Insel steht ein Leuchtturm auf einer Landzunge, zu dem man über eine enge und kurvenreiche Küstenstraße (Küste heißt in diesem Fall “in die Klippen gebaut”) erreichen kann. Allein die Anfahrt ist schon ein Erlebnis.
Und der Ort selbst lohnt den Besuch in jedem Fall – während in alle (verbleibenden) Richtungen das Gebirge steil ins Meer abfällt, hat sich durch einen Vulkanausbruch dort ein Stück “flaches Land” gebildet, das aber aufgrund der abgelegenen Lage ziemlich öde und verlassen ist – außer besagtem Leuchtturm gibt es nur ein paar Häuser und einen kleinen Windpark. Wind und Wellengang sind naturgemäß sehr stark, obwohl es auch eine geschützte Bucht und eine kleine Bademöglichkeit gibt.
Ist schon ein interessantes Gefühl, zu wissen, dass in praktisch alle Richtungen erst mal lange Zeit nix mehr kommt – hinten ein karges fleckchen Land, alle Pflanzen vom ständigen starken Sturm und dem Salzwasser zu undefinierbaren, Buschartigen Dingern deformiert. Und nach vorne – Wasser, nix als Wasser.

Nachdem wir uns an der Landschaft satt gesehen hatten, ging es über erwähnte Straße wieder zurück, die bei der Zweiten Fahrt viel weniger dramatisch wirkt. Eigentlich war unser weiterer Plan, der Empfehlung unseres Reiseführers zu folgen und in “das schönste Bergdorf der Insel” zu fahren. Leider gestaltete sich die Anfahrt da hin extrem ermüdend – es ist wirklich ein Bergdorf, in das nur eine verschlungene, Enge, Serpentinenreiche Passstraße führt. Und wenn man die dann auch noch fast komplett hinter einem Reisebus herzuckeln muss, kann das einem schon ein wenig die Lust verderben. Als Overkill erwarteten uns in Masca – so heißt das Dorf – auch noch mehrere weitere Busladungen Touristen. Da war leider nicht an ausruhen und genießen zu denken. Entsprechend sind wir direkt weiter gefahren (noch mehr Serpentinen) und kamen satte 2 1/2 Stunden später in Santiago del Teide an. Eigentlich wollten wir von da aus noch zum Teide fahren, leider waren wir beide so geschafft, dass wir kurz entschlossen diesen Punkt verschoben haben und (über die Schnellstraße) direkt zum Hotel zurück gefahren sind.
Immerhin haben wir noch einige “schöne Aussichten” vom westlichen Teno-Gebirge mit zerklüfteten Landschaften und “Hochalpiner” Natur mitnehmen können. An dem ein oder anderen Aussichtspunkt hätte man zu späterer Stunde vielleicht sogar Mufflons (oder so was ähnliches) sehen können.

Teide

Wie gesagt hatten wir den Besuch am Teide verschoben – wie sich allerdings herausstellte, war das gar nicht so schlecht. Dafür sollte man sowieso einen ganzen Tag einplanen.
Der Teide ist mit 3.718 Meter immerhin der höchste Berg Spaniens und befindet sich am Nordrand eines riesigen Einsturzkraters – das ganze Gebiet ist ein Nationalpark, und obwohl die Gegend relativ gut erschlossen ist, sollte man schon bedenken, dass man ins Hochgebirge fährt. Ergo: Entsprechend Kleidung und ausreichend Sonnenschutz eingepackt, Wanderschuhe angezogen, Sonnencreme mit hohem LSF eingepackt und Schwupps ins Auto gesprungen – wenn man drüber nachdenkt, sollte man so eine Tour wirklich nicht am Ende eines ohnehin anstrengenden Tages machen.

Bevor wir unser eigentliches Ziel ansteuerten, haben noch mal in La Orotava halt gemacht. Die Stadt liegt etwas oberhalb von Puerto de la Cruz mitten im saftig grünen (und dich bebauten) Orotava-Tal. Leider hat uns die Stadt total enttäuscht. Langweilig und ohne Charme, entsprechend sind wir nicht lange geblieben. Die weitere Fahrt war aber der Knüller. Eigentlich sollte sich das jeder mal selbst anschauen – wie so vieles. Jedenfalls führt die Zufahrtsstraße erst noch durch einige Städte und Dörfer, aber nach ein paar Kilometern befindet man sich auf ca. 600m und damit schon an der Wolkengrenze. Der Passat treibt eigentlich ständig niedrig hängende Wolken gegen die Nordhänge des Teide-Massivs, hier fällt auch sehr viel Niederschlag. Entsprechend ändert sich die Landschaft: Während weiter unten Bananenplantagen und Weinberge an der Straße liegen, fährt man dann durch subtropischen Regenwald – es gibt keine Siedlungen mehr, und der dichte Nebel (an wolkigen Tagen) gibt dem ganzen eine ganz eigenwillige Stimmung – umso grandioser ist es natürlich, wenn man ein Stück (und einige Höhenmeter weiter oben) wieder aus den Wolken heraus kommt. Auf einmal reißt der Nebel auf, der Himmel ist Tiefblau, die Luft extrem klar – und man befindet sich mitten in einem dichten Kiefernwald. Ende August ist auf Teneriffa mit die wärmste Zeit des Jahres, und auf dieser Höhe kommt die angenehm Kühle Brise von der Küste nicht mehr an. Es ist also praktisch windstill, und die Sonne knallt ungebremst herunter. In der prallen Mittagssonne geben die Fichtennadeln anscheinend sehr viel Feuchtigkeit ab – es riecht wie in der Sauna nach dem Aufguss ;-)
Einziger Wermutstropfen: Eine gute Aussicht gab es für uns nicht – wir konnten nur von oben auf die Wolken gucken.

Das wäre ja schon spektakulär genug, allerdings kommt die Hauptattraktion natürlich noch – auf etwas über 2000 Meter (ja, genau – so hoch kann man in Deutschland gar nicht kommen) ist die Baumgrenze erreicht und man betritt den oben erwähnten Einsturzkrater – das ist der vulkanisch noch aktive Teil der Insel und entsprechend sieht es dort auch aus. Außerdem fällt innerhalb der “Cañadas” anders als an den Außenhängen praktisch kein Regen und die exponierte Lage führt zu extremen Temperaturunterschieden. Außerdem ist es da auch wieder windig. Sehr windig. Entsprechend sieht die Landschaft auch aus: Je nachdem, wann ein Gebiet zum letzten Mal bei einem Ausbruch von frischer Lava zugedeckt worden ist, wechseln sich karge, Hochalpine Steppenlandschaft, noch kargere, hochalpine Steinwüste und völlig leblose Mondlandschaft ab. Hier gibt es jetzt nicht mehr viele Pflanzen und praktisch keine Tiere, von ein paar Insekten und den allgegenwärtigen Eidechsen mal abgesehen. Ein guter Teil der Pflanzen da oben kommt auch nur dort vor – alles in allem ein fast unwirklicher Ort.
Direkt an der Nationalparksgrenze gibt es ein gut gemachtes Besucherzentrum, in dem man viele Informationen zur Entstehungsgeschichte und Vulkanismus erhalten kann, außerdem hat man einen schönen Lehrpfad angelegt, an dem man sich die dort lebenden Pflanzen und Tiere anschauen kann.

Weiter ging es zum Fuß des Teide, von wo aus dankenswerter Weise eine Seilbahn bis fast zum Gipfel fährt. Bis ganz nach oben kann man nur im Rahmen einer geführten Wanderung, zu der man sich aber vorher anmelden muss. Außerdem hätten wir beide das eh nicht geschafft: Die Bergstation ist auf 3550m, das ist mal locker der höchste Punkt, an dem wir beide bisher waren (außer im Flugzeug).
Die Sonne ist auch am späten Nachmittag noch erbarmungslos – eine Mütze ist unbedingt notwendig. Trotzdem ist es auf der Höhe auch schon recht kühl – mit kurzer Hose hätten wir sicherlich gefroren – im Schatten war es sogar richtig kalt. Hinzu kommt ein echt unangenehmer, schneidender Wind. Und natürlich ist die Luft da oben sehr dünn und furztrocken. Es gibt auch zwei kürzere Wanderwege, die öffentlich sind und nicht zum Gipfel führen, aber das ist doch eher was für Hochgebirgserfahrene – wir haben jedenfalls nach 100m schlapp gemacht und uns nur wieder zurück zur Station und den zugehörigen Aussichtsplattformen geschleppt.

Zur Aussicht selbst muss ich wahrscheinlich nichts weiter schreiben als: HAMMER! Erstmal sieht man von oben das riesige Ausmaß dieser Landschaft, im Hintergrund die Wolken (von oben!) und das tiefblaue Meer. Hieran kann man sich gar nicht satt sehen – allerdings sind die Nächte da oben wahrscheinlich echt unangenehm und außerdem macht das viele Staunen auch Hunger und Durst. Also sind wir mit der letzten Seilbahn wieder nach unten gefahren und haben uns noch auf den Weg zum einzigen Hotel im Nationalpark gemacht, welches interessanter Weise dem spanischen Staat gehört. Dort haben wir uns jeweils ein Eis gegönnt und uns in Laufweite noch die “Roques de Garcia” – eine bizarre Felsformation mit wiederum genialem Ausblick angeschaut.
Eigentlich hatten wir vor, einen dort verlaufenden Wanderweg noch abzulaufen, aber so langsam haben uns die dünne Luft, das unangenehme Klima und der hereinbrechende Abend dann doch zum umkehren bewogen.

So, WordPress sagt mir: 1720 Wörter. Das heißt wohl, ich sollte noch mal eine Pause einlegen und den letzten Teil des Reiseberichts auf später Vertagen – ich hoffe, ihr seht es mir nach ;-)

Wed, 2010-09-08, 20:59

Wieder daheim oder: ein Reisebericht (Teil 1)

by Timm

Wie der Titel schon sagt, sind wir gesund wieder zu Hause – wie immer zu früh, aber dafür zutiefst erholt.

Eins vorneweg: Teneriffa ist wirklich eine sehenswerte Insel, und das mit dem ewigen Frühling stimmt tatsächlich. Obwohl da aktuell mit der heißeste Monat ist (Die Sonne steht mittags wirklich fast senkrecht – und das, obwohl die Sommersonnenwende schon wieder zwei Monate her war), hatten wir nie über 30° (zumindest an der Küste nicht), dafür war es auch morgens und (spät) abends noch frühsommerlich angenehm. Dazu weht permanent ein angenehmer, kühler Wind von der See. Naja, die Römer nannten die Kanaren ja nicht umsonst die “glücklichen Inseln”.
Interessant ist übrigens der Krasse Gegensatz zwischen Nord- und Südküste – während im Norden Bananen, Kartoffeln, Wein und weiß der Teufel was noch wuchert, ist der Süden (keine 20km entfernt) größtenteils wüstenhaft Karg. Ein echter Schnellkurs in Meteorologie für den geneigten Besucher ;-)

Leider ist das Eiland auch recht überlaufen. Obwohl die “schlimmsten Zeiten” anscheinend vorbei sind und wir auch eher in die Nebensaison da waren, sind wir praktisch überall riesigen Touri-Ansammlungen begegnet, die mit dem Bus noch in die entlegensten Ecken gekarrt werden, dazu aber weiter unten mehr. Und wenn ich was im Urlaub eigentlich gar nicht haben kann, sind es andere Touristen. Aber da wir einen Mietwagen hatten, konnten wir unsere Touren so legen, dass wir entweder vor oder nach dem “Hauptfeld” bei den Sehenswürdigkeiten waren. Und ein paar “Geheimtipps” haben wir wohl auch gefunden.

Aber hier jetzt der (hoffentlich nicht allzu ausufernde) Bericht.

Anreise
14:00 ist eine sehr gute Zeit, zu fliegen. Man kann in Ruhe ausschlafen und muss nicht hetzen. Das übliche Flughafengeplänkel hat auch locker geklappt (es verliert ein bisschen an Spannung, wenn man täglich damit zu tun hat). Als Bonus wurde mein Laptop auf Sprengstoff getestet – wie aufregend! ;-)

Leider fliegt man schon knapp 5 Stunden – für den Touristen-Bomber ist das schon recht lang und wir waren auch froh, endlich da zu sein. Als wir dann unseren Mietwagen abgeholt hatten und endlich in Richtung Puerto de la Cruz fahren wollten (die Flug ging zum Südflughafen – von da sind es ca. 40 Autobahn-Kilometer zu unserem Ziel), landeten wir erst mal direkt im Stau. Entsprechend hat sich unsere Ankunft im Hotel etwas verzögert, auch dadurch, dass die Straßen in Spanien ein bisschen… komisch sind und einen den direkten Weg sehr effektiv nicht fahren lassen. Entsprechend war es schon recht spät, bis wir da waren und nach dem dann doch recht langen Tag konnten wir auch nur noch eine Kleinigkeit vom Buffet naschen und dann ins Bett fallen.

Puerto de la Cruz
Unser erstes Ziel (außer dem Pool) war natürlich, die Umgebung zu erkunden. Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe zum botanischen Garten, aber etwas außerhalb der Innenstadt. Puerto de la Cruz hat ca. 30.000 Einwohner und liegt an der Nordküste der Insel am Ende eines fruchtbaren Tales. Entsprechend ist alles recht grün, leider wird die Innenstadt von unschönen Bettenburgen aus den 60ern und 70ern verschandelt. Allerdings muss man nur ein paar Schritte hinter der Strandpromenade verschwinden und bekommt eine hübsche und größtenteils frisch Renovierte Altstadt komplett mit kleinen Geschäften, Cafés usw. geboten.

Hafen, Uferpromenade und die verschiedenen (künstlichen) Bademöglichkeiten sind ebenfalls ganz sehenswert. Da es an dem Fleckchen Insel keinen Naturstrand gibt, wurden über die Zeit ganz nette Lavasand-Strände und ein großes Meerwasse-Schwimmbad (direkt am Meer) angelegt. Allerdings ist der Wellengang selbst an ruhigen Tagen recht stark, von daher haben wir nicht wirklich viel im Meer baden können.

Botanischer Garten
Nach ein paar Tagen faulenzen haben wir uns den nahe gelegenen botanischen Garten angesehen, wie sich herausstellt das ideale Ausflugsziel für einen heißen Sommernachmittag. Es handelt sich tatsächlich um den zweitältesten botanischen Garten Spaniens – irgendwann nach 1700 hatte man die Idee, tropische Pflanzen in Spanien anzusiedeln, und da das Klima in Spanien ja nicht ganz so tropisch ist, hoffte man, die Pflanzen während eines längeren Aufenthalts auf Teneriffa daran “gewöhnen” zu können. Es kam wies kommen musste, das Grünzeug gedieh auf Teneriffa prächtig, in Spanien allerdings… nich so.
Na jedenfalls bekommt man da auch heute noch einen Haufen exotischer und auch einheimischer Pflanzenwelt zu sehen. “Hauptattraktion” ist eine gigantische Würgefeige. Das ganze ist echt hübsch angelegt und dank der großen, Schatten spendenden Bäume sehr angenehm und ruhig. Also nicht nur was für Botaniker (zumal es auch einen Teich mit Schildkröten und Goldfischen gibt ;-))

Loro Parque
Tierisch gings auch weiter, am nächsten Tag waren wir nämlich im Loro Parque. Ursprünglich mal als reiner Papageienpark gedacht ist daraus ein durchaus respektabler Zoo geworden. Nach einer erfreulich kurzen Anfahrt, unerfreulich langem Schlange stehen sowie einem noch unerfreulicheren Eintrittspreis (35€ pro Person finde ich schon sehr happig) hatte ich ja befürchtet, man würde den anderen Besuchern sehr auf den Füßen stehen. Aber glücklicher Weise verläuft sich die Masse dann doch sehr gut.
Wir haben uns dann noch eine geführte Tour gegönnt (Discovery-Tour, 10€ p.P.), die sehr gut gemacht war und uns auch einen Blick “Hinter die Kulissen” ermöglicht hat – wir konnten uns ein paar der Hauptattraktionen mal aus ungewohnter Perspektive und auch die Technik ein bisschen anschauen – insgesamt knappe zwei Stunden waren wir so “geführt” unterwegs. Zusammen mit dem Eintritt hat das Preis-Leistungs-Verhältnis dann wieder gepasst. Im Anschluss haben wir uns dann den Park noch mal als “normale” Besucher angeguckt. Neben “normalen” Zootieren wie Affen, Tigern, Erdmännchen, Seelöwen und natürlich Papageien und anderen bunten Vögeln (davon einige in einer coolen Riesen-Freiflug-Voliere) hat der Park auch ein großes Haifisch-Aquarium mit Tunnel (sehr cool), ein Super-Duper-HighTech-Pinguinhaus sowie Delfine und Orcas (die meiner Meinung nach dort sehr viel Platz haben).

Nach einem kleinen Mittagessen haben wir uns dann noch einige Shows angesehen sind dann erschöpft, geschröpft und reizüberflutet wieder ins Hotel.

Fast vergessen: Koi-Karpfen! Ein sehr lustiges Schauspiel gab es schon direkt hinter dem Eingang zu beobachten. Da hat es einen Teich mit Koi-Karpfen drinne. Nun füllen die Fische den Teich in “angemessener Dichte” aus, wenn sie sich gleichmäßig verteilen. Allerdings scheinen die Brötchen sehr gerne zu mögen, weshalb sich wann immer jemand einen Krümel in den Teich wirft wenige Sekunden später ein riesiger Koi-Klumpen aus hunderten Fischen an dieser Stelle bildet. Und ja, die Viecher können verdammt schnell sein, wenn sie wollen. Erklärt vielleicht, warum ich die Reiher (die auch in dem Teich leben sollen) nicht gesehen habe…

So, dass soll es für heute erst mal gewesen sein. Teil 2 folgt diese Woche noch mit Landschaft. Viel Landschaft.

Mon, 2010-08-30, 19:08

Ende der Welt bei km 9

by Timm

Punta del Teno

Ansonsten kurze Zwischenmeldung:

Ich denke, es ist keine weitere Erklärung notwendig ;-)

Sat, 2010-08-21, 20:31

Melde mich ab

by Timm

Bin…

…dann…


Größere Kartenansicht

…mal…

…weg.

Der Flieger geht um 14:50. Bis in zwei Wochen dann – und dass mir keine Klagen kommen!

Sat, 2010-08-21, 20:26

Der öffentliche Raum

by Timm

Wie öffentlich ist eigentlich “öffentlich”?

Ja, es geht um das Sommerloch-Thema Nr. 1. Aber eigentlich auch wieder nicht. Denn ich werde mich weder der StreetView ist das Ende des Datenschutzes-Fraktion anschließen, noch vom Ende des Internet in Deutschland schwadronieren. Ich habe mir in den letzten Wochen (eigentlich auch schon länger) viele Gedanken zum “Fotografieren von öffentlich zugänglichen Sachen und für alle ins Internet stellen” gemacht – erstmal auch unabhängig davon, wer das jetzt genau macht.

Grundsätzlich sollte man sich nämlich die Frage stellen: Was heißt in diesem Zusammenhang “öffentlich”? Vor vielen Jahren, als die Unterscheidung in “öffentlich” und “privat” in Gesetze gegossen wurde, hatte der Großteil der Bevölkerung noch nicht mal eine Kamera. Computer gab es noch nicht, von Internet gar nicht zu sprechen. “Öffentlich” heißt also: etwas, dass sich jeder (theoretisch) angucken kann, wenn er denn gerade da ist. Das gilt für eine Hauswand genau so wie für einen belebten Platz. Und wenn ich gerade auch da bin, können die anderen auch mich sehen. Nicht mehr und nicht weniger. Mit dem Internet und Social Media, Flickr, Streetview und was danach kommt ändert sich das allerdings gewaltig – in dem Moment, in dem jeder mit einem Smartphone inkl. HD-Kamera, GPS-Empfänger und Facebook/Twitter/Maps/Flickr-App rumläuft, sehen mich, mein Haus, mein Auto auf einmal nicht nur die Leute, die es halt sehen, sondern plötzlich potentiell alle. Mehr oder weniger zentral gespeichert, für immer. Mit genauer Datums- und Zeitangabe. Wenn man jetzt noch so Sachen wie Gesichtserkennung, Biometrie usw. mit dazu nimmt, ist das schon eine beängstigende Vorstellung. Flächendeckende Überwachung per Social Media und Crowdsourcing sozusagen.

Jetzt will ich hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber es ist ja schon heute so. Wenn mich jemand am Würtchenstand (mit-) fotografiert, könnte das Bild von mir an der Wurstbude binnen weniger Minuten die ganze Welt sehen. Und zurückholen is nich. Ist das noch “öffentlich”? Nur, weil ich mich an einem öffentlichen Platz aufhalte, muss es ja nicht jeder gleich wissen, oder? Eigentlich darf man gar nicht genauer drüber nachdenken, wenn man sich “in der Öffentlichkeit” bewegt. Ja, auch ich könnte morgen schon eine Youtube-Attraktion sein.
Scheiß Gefühl, wenn man so drüber nachdenkt.

Ich denke, hier ist eine “öffentliche” sprich gesellschaftliche Debatte wirklich überfällig. Einerseits muss sich jeder für sich selbst fragen: Muss ich das jetzt fotografieren? Muss ich das der ganzen Welt zum anschauen zur Verfügung stellen?
Andererseits müssen wir uns als Gesellschaft auch auf Regeln einigen, die von unseren Politikern in Gesetze gegossen werden sollten (möglichst nicht erst dann, wenn es zu spät ist).
Nur weil etwas “öffentlich” ist, muss das noch lange nicht heißen, dass man es auch fotografieren, aufzeichnen, verschlagworten, mit Geo- und Zeitstempel versehen und ins Netz stellen muss. Auch harmlose Bilder und Videos werden, in der Masse zentral abgelegt und auswertbar, in den Händen der falschen Leute zu einer gefährlichen Waffe. Bereits was heute so bei Youtube, Flickr, Picasa usw. an öffentlich einsehbarem Bildmaterial abgelegt ist, ist für einige ein echter Schatz – und das nicht im Positiven.

Ich will hier den Teufel nicht an die Wand malen, wie jede Entwicklung hat auch diese Vorteile und Gefahren – aber denkt mal drüber nach und tut Hinweise auf die Gefahren nicht einfach als “German Angst” ab. Und denkt mal an mich, wenn ihr das nächste Mal auf einem harmlosen Touristen-Foto auftaucht.

Fri, 2010-08-20, 14:28

Un-glaub-lich

by Timm

Ich habe euch ja schon öfter mal das Big-Picture-Blog vom Boston Globe ans Herz gelegt – aber bei diesen Bildern ist mir echt die Spucke weggeblieben. Russland ca. 1910. In Farbe. Wow. Die Bilder könnten echt gestern aufgenommen sein.

Aber schaut selbst…

Tue, 2010-08-17, 19:55

Das kleine Wörtchen

by Timm

Manchmal kann ein kleines Wort einen großen Unterschied machen. Ein sehr wichtiges Wort dieser Art ist “zuerst”. Man sollte unbedingt nicht darauf verzichten, also auch z.B. dann nicht, wenn eine Reihenfolge schon durch den Textaufbau impliziert ist. Denn es soll ja Leute geben, die schon mit dem Konzept der “Reihenfolge” als solches auf Kriegsfuß stehen.

Wenn man diesen Rat nicht beherzigt, kann es nämlich durchaus passieren, dass man erst um 19:00 im Zug nach Hause sitzt. So ein Scheiß.

Mon, 2010-08-09, 20:03

Ich habe heute etwas gelernt…

by Timm

Vor dem Sport Pizza mit Schinken essen ist nicht schlau. So gar nich.

Mon, 2010-08-02, 17:40

Urban Priol

by Timm

Am Freitag waren Katrin und ich bei Urban Priol im Schlosspark Langenselbold.

Der Mann sei jedem unbedingt ans Herz gelegt, der politischem Kabarett zumindest ein bisschen was abgewinnen kann – zumal der Auftritt allein schon ein Phänomen ist. Also ich kenne sonst keinen, der einfach mal so 3,5 Stunden am Stück reden kann – mit nur einer Pause.

Das dumme ist nur: Den Kabarettisten geht wahrscheinlich bald die Arbeit aus. Wenn ich mir die Nachrichten so anschaue, brauchen wir bald keine humoristische Überzeichnung mehr…

Sun, 2010-07-25, 20:47

Storage

by Timm

September 1956:
IBM stellt das erste magnetische Festplattenlaufwerk mit der Bezeichnung „IBM 350“ vor (5 MB, 24 Zoll, 600 ms Zugriffszeit, 1.200 min−1, 500 kg, 10 kW). Die Schreib-/Leseköpfe wurden elektronisch-pneumatisch gesteuert, weshalb die schrankgroße Einheit auch einen Druckluft-Kompressor enthielt. Das Laufwerk wurde nicht verkauft, sondern für ca. 10.000 DM pro Monat an Unternehmen vermietet.

Juli 2010:
Die großen Hersteller bereiten den Start der ersten 3-TB-Festplatten vor.

Tja. Alles wird größer, besser und toller. Insbesondere der Festplattenplatz. Was ja die nicht unbedeutende Frage aufwirft, wie man das Ganze eigentlich organisieren will, zumal auch das Wachstum der Sachen, die auf den Datenträgern landen sollen, ja weiterhin ungebrochen ist. Besonders dumm, wenn man auf die idealerweise zentral abgelegten Daten von allen Geräten im Haushalt (ja, es läppert sich mit der Zeit…) zugreifen will.

Die Folgerichtige Lösung ist ein NAS – Ein ReadyNAS NV+ von Netgear um genau zu sein. Praktisch daran: gibts ohne Platten zu kaufen und bietet Platz für bis zu vier SATA-Laufwerke. Ich kann also meine 4 Platten weiterverwenden.

Insgesamt bin ich mit dem Gerät auch sehr zufrieden. Installation ist Problemlos, an Möglichkeiten der Anbindung wird einem so ziemlich alles mögliche geboten (FTP, NFS, SMB/CIFS, UPnP für den Mediaplayer) und dank Linux-Unterbau sind so nette Sachen wie automatisch “wachsende” RAID-Installationen möglich, d.h. ich könnte später peu a peu meine 250er Platten durch größere “on the fly” ersetzen. Einzig der etwas laute Lüfter stört (noch) – den werde ich wahrscheinlich durch ein leiseres Modell ersetzen.

Das eigentliche Problem ist nur, den ganzen Datenwust auch wieder von A nach B zu bekommen. Das ganze Zeug will ja auch irgendwo “zwischengelagert” werden. Wobei mir schmerzlich bewusst geworden ist, dass zwar die Kapazitäten ungebremst wachsen, die Übertragungsraten aber irgendwie nicht mithalten können. Insbesondere, wenn Netzwerkverbindungen beteiligt sind…

Aber immerhin stimmt das Ergebnis. Meine Partitionen sind aufgeräumt, bei der Gelegenheit hab ich gleich noch Windows 7 installiert und ich muss nicht immer meinen großen PC (wer ihn kennt: der ist wirklich “groß”) hochfahren, wenn ich im Wohnzimmer oder Bad Musik hören will.

Tue, 2010-07-06, 20:55

Umverteilung

by Timm

Gut zu wissen, dass bei uns in Hessen Bildung noch groß geschrieben wird. Nein, dass ist nicht nur ein Lippenbekenntnis unserer Politiker – im schönen Hessenlande ist man Bildungseinrichtungen gegenüber schon immer im höchsten Maße großzügig gewesen. Insbesondere und Gerade unter Roland Koch.

So bin ich natürlich im höchsten Maße verzückt, dass auch ich mit meinen Steuergeldern, statt die der verschwenderischen und verkrusteten öffentlichen “Bildung” in den Rachen zu schmeißen, demnächst einer echten Elite-Schmiede durch eine kleine Startunterstützung den Aufbau ihrer eigenen Jura-Abteilung für die Söhne und Töchter aus gutem Hause versüßen kann. Ich bin mir sicher, es wird sich für alle Hessen und auch für mich im Besonderen vielfach zurückzahlen.

Denn Bildung ist Zukunft. Und es tut doch gut zu wissen, dass die zukünftigen Ober-Abzocker, Subventionsabstauber und Steuersparexperten ihr Handwerk bei den Besten lernen.

Ja. Ein gutes Gefühl.

Tue, 2010-06-29, 21:23

Informationsdefizit

by Timm

Jo, morgen wird die Bundesversammlung einen neuen Bundespräsidenten wählen – und mal völlig abgesehen von der alles entscheidenden Frage “Gauck vs. Wulff vs. die andere wo keiner kennt” stell ich heute(!) beim Wikipedia(!)-stöbern fest, dass es tatsächlich noch einen vierten Kandidaten gibt.

Ja, okay, er ist von der NPD aufgestellt.

Aber irgendwie finde ich es doch ein bisschen bedenklich, dass in der ganzen Vor-Wahl-Berichterstattung diese simple Tatsache vollständig verschwiegen wird. Klar, für große Interviews mit gängigen Massenmedien ist der Typ vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner, aber ich hätte mir schon gewünscht, dass ich zumindest davon erfahre, dass es ihn gibt und die Ewiggestrigen ihn als Kandidaten aufgestellt haben.
Wann hatten Tagesschau, Spiegel & Co. denn vor, “uns” (dem Volk, dessen Repräsentanten da über das Staatsoberhaupt abstimmen) diese Information nicht länger vor zu enthalten?
Oder hätten wir uns nach der Wahl wundern müssen, was mit den drei Stimmen passiert ist, die am Ende beim “offiziellen” Ergebnis fehlen?

Echt eine schwache Vorstellung. Aber vielleicht verschwinden die Rechten ja von alleine, wenn man nur doll genug woanders hinguckt…

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