Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Tue, 2011-12-06, 23:04

Blacklisted

by Timm

Ich bin kein Freund von Blacklists oder sonstigen Filtern, egal zu welchem Zweck man sie benutzt. Blacklists, zumal irgendwo, irgendwie automatisch generierte oder “beim Anbieter eingekaufte” gaukeln den Benutzern eine Sicherheit vor, die nicht vorhanden ist.

Die Argumente gegen Blacklists sind ja eigentlich bekannt: Filterlisten sind wie die Nachrichten von gestern. Das Ganze aktuell zu halten ist ein schönes Beispiel für Sisyphusarbeit. Somit sind sie nicht nur leicht zu umgehen, sondern laufen immer Gefahr etwas zu sperren, das gestern vielleicht böse war, heute aber schon wieder gut ist.

Je nachdem, wie hart die Regeln eingestellt sind, stellt sich teilweise eher der Gegenteilige Effekt ein: Die Spamflut schwappt weiter ungehindert in mein Postfach, aber die Mails von meinen Bekannten frisst der Filter. Oder auch sehr schön: Porno, Kino.to, Youtube und das Fratzenbuch sind aus dem Firmennetz ohne Probleme erreichbar, aber der Wikipedia-Artikel zu TCP/IP ist gesperrt.
Das erzeugt nicht unbedingt Zufriedenheit bei den Anwendern.

Noch schlimmer wird es dann, wenn dem User gar keine Wahl gelassen und direkt geblockt wird. Das verwirrt nicht nur, sondern ist in den meisten Fällen auch noch schwer korrigiert zu bekommen. Sehr schön bei Freemailern zu beobachten, wenn Web.de, GMX oder Yahoo mal wieder auf irgendeiner Filterliste gelandet sind (gerade heute in meinem Support-Umfeld wieder passiert).
That’s what I call collateral damage!

Stellt sich nur die Frage: Warum wird der Kram immer noch mit größter Leidenschaft eingesetzt, wo es doch so viel bessere Alternativen gibt?

Wed, 2011-11-02, 18:48

ÖPNV

by Timm

Ich bin heute seit langem mal wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln untrwegs. Und wie jedes mal bin ich von der (nicht) erbrachten Leistung schockiert.
Ich stehe jetzt seit 35 Minuten am Bahnhof und warte auf einen Bus. Nein, es gibt keine ungeplanten Ausfälle. Der Zug war nur 5 Minuten verspätet. Da war der Bus, der bis zu mir fährt schon weg. Der nächste fährt – naja. Weiß man nicht so genau. Gibt ja keinen Aushang. Laut RMV App ziemlich genau eine Stunde später.
Eben kam einer, der laut Fahrplan gar nicht hätte hierher kommen sollen. Der fuhr zwar nicht dahin, was angezeigt war, dafür aber auch nicht zu mir.

Auch sehr gut ist die Ausstattung hier – es gibt an der Bushaltestelle zum Bahnhof noch nicht mal ein Wartehäuschen. Geschweige denn eine Sitzgelegenheit.
Und die Laterne als einzige Beleuchtung ist kaputt. Das übrigens schon, seit ich Arbeite. Also 2004.

Ich wohne im Rhein-Main-Gebiet und möchte Aktuell von Langenselbold nach Somborn. Somborn hat etwa 7000 Einwohner, Langenselbold immerhin 13000. Der Bahnhof liegt an der Linie Frankfurt-Fulda. Mit dem Zug aus Frankfurt kann man eigentlich 3 mal die Stunde hierher fahren.

Hatte ich schon erwähnt, dass es kalt ist?

Sorry, das musste jetzt einfach mal raus.

Tue, 2011-10-11, 20:57

Rechtsstaat

by Timm

Ungesetzliches Handeln wird nicht dadurch legal, dass man das Parlament darüber informiert.
Verfassungsbruch wird nicht dadurch legitim, dass er von einem Richter genehmigt wurde.
Unrecht wird nicht Recht, weil es strikt nach Vorschrift abläuft.

Was die Herren um Herrmann und Co. anscheinend nicht verstehen wollen: Rechtsstaat heißt genau nicht, dass das Ausspionieren von Kleinkriminellen dadurch okay ist, dass das Verfahren eingehalten wurde. Denn es ist nicht mehr als das – Verfahren. Vorschrift. Bürokratie.
Aber auch die ausgefeiltesten Gesetze, Vorschriften und Verfahren nutzen genau gar nichts, wenn sie reiner Selbstzweck sind. Wenn die, die sie mit Leben füllen, den Sinn dahinter nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Wenn die, die sie eigentlich um den Schutz des Staates, seiner Verfassung und Grundwerte kümmern müssten, mit Verweis auf Verfahren den glatten Verrat an genau diesen Werten rechtfertigen.

Was nutzt mir das Verfassungsgericht, wenn die Polizei sich doch nicht an die Vorgaben gebunden fühlt?
Was nutzt mir ein Richter, wenn er sich nicht um Gesetze, Recht, Verfassung kümmert?
Was nutzt mir eine Regierung, wenn sie Gesetze und Verfassungsvorgaben nicht in Behörden und Verwaltung durchsetzt?
Was nutzt mir ein Parlament, wenn es die Exekutive nicht kontrolliert und sanktioniert?
Was nutzt mir ein Rechtsstaat, wenn doch eh alle machen können, was sie wollen?

Tue, 2011-09-13, 07:55

Eurokrise

by Timm

Gestern beim Bäcker (die spannendsten Sachen passieren wahrscheinlich immer bei den unspannendsten Tätigkeiten): Ich möchte Backwaren im Wert von 2,60€ kaufen, habe aber nur noch einen 50€-Schein einstecken. Eigentlich kein Problem (sollte man meinen – die Episode findet immerhin an einem Internationalen Flughafen statt). Nur hatte der Kunde vor mir offensichtlich auch schon mit nem fuffi bezahlt.

Die unausweichliche Folge: Euro-Krise beim Wechselgeld. Keine Scheine mehr in der Kasse, und eine Haupkasse gibt es offensichtlich auch nicht. Ganz so dramatisch stellte sich die Sitaution dann noch nicht dar, der nette Mitarbeiter konnte mich mit 15,3 Kilo Wechselgeld doch noch ausbezahlen, womit ein kompletter Zahlungsausfall vermieden werden konnte.

Ich frage mich nur, ob es so eine gute Idee ist, mitten am Tage gerade mal 100€ an Wechselgeld in der Kasse zu haben, wenn man gleichzeitig nur Bargeld akzeptiert.

Wed, 2011-08-31, 19:22

Wie geil ist das denn

by Timm

Ich kann von meinem Smartphone aus den Mediaplayer auf dem PC fern steuern – so richtig mit Titelauswahl, Playlists und so.

Das mag jetzt auf den ersten Blick irgendwie sinnlos klingen – aber wer schon mal versucht hat, vom Sofa aus mit dem TV als Bildschirm den “Datei öffnen”-Dialog zu benutzen, weiß den Mehrwert wirklich zu schätzen.

Und außerdem: Wie geil ist das denn?

Sat, 2011-08-06, 17:35

Wieder da

by Timm

Vorerst nur eine “gesundwiederda”-Meldung von uns. Wir sind zwar schon ein paar Tagen wieder zu Hause und haben uns auch schon wieder ganz gut vom Urlaub erholt, aber so richtig an den Rechner hat es mich bis heute noch nicht gezogen.

Soviel vorweg: Russland ist in jedem Fall mal eine Reise wert, und kalt ist es da auch nicht das ganze Jahr…

Den versprochenen, ausführlichen Bericht wird meine bessere Hälfte wahrscheinlich in den nächsten Tagen nachliefern. Bis dahin hier schon mal ein paar Impressionen. Wie immer gibt es auch diesmal eine Preisfrage: Was ist auf dem letzten Bild zu sehen?

Fri, 2011-07-22, 21:25

Abmeldung

by Timm

Sooo… in wenigen Stunden steigen wir in das Flugzeug, dass uns in den wohlverdienten Urlaub bringt. Da wir die meiste Zeit auf dem Schiff irgendwo zwischen St. Petersburg und Moskau sein werden, wird man wahrscheinlich nicht allzu viel von uns hören. Ein Bericht folgt natürlich, wenn wir wieder zurück sind :-)

Tue, 2011-07-05, 21:08

Ordnung

by Timm

Kennt ihr das auch: Zu bestimmten Zeiten ist die vorhandene Wohnung grundsätzlich zu klein, obwohl sie sonst immer vollkommen ausreichend dimensioniert scheint – wenn nicht gleich raumtechnisch geradezu luxuriös ausgestattet.

Die Rede ist natürlich vom Aufräumen. Jedes mal, wenn ich an so bestimmten Ecken Ordnung schaffe (oder es versuche) wird mir wieder klar, dass das unsortierte in-die-Ecke schmeißen offensichtlich das effizienteste Ordnungssystem sein muss. Denn nach dem Aufräumen hat man zwar eine leere Ecke – wofür auch immer das gut sein soll – dafür aber auch zwei Kisten voll Kram, der eigentlich nirgendwo mehr dazu passt.
Was schließen wir also daraus? Demnächst eine Wohnung mit 160m² mieten…

Naja, zumindest den Großteil habe ich jetzt unter. Aber es ist schon erschreckend, was sich über ein paar Jahre so ansammelt. Insbesondere, seitdem man alle Nase lang von Bank, Versicherung o.ä. für jeden Furz mit Papier zugeschmissen wird.

Und jetzt muss ich mir mal so langsam ein sinnvolles Lagerkonzept für die Sachen aussuchen, die man gerne aufheben mag, für die man aber keine echte Verwendung hat.

Tue, 2011-05-31, 20:21

Das Haus, das verrückte macht

by Timm

Kennt ihr das auch? Manchmal kommt man sich echt vor, als wäre das ganze Leben nur der vergebliche Versuch, den Passierschein A38 zu bekommen… Für alle, die damit nichts anzufangen wissen, hier die Erläuterung:

Seit geschlagenen drei Arbeitstagen versuche ich nun, eine Support-Webseite für meinen Firmenrechner freigeschaltet zu bekommen. Das Problem? Der Proxy kommt mit dem SSL-Zertifikat nicht klar. Die Lösung? Bekannt.
Was muss man wohl tun, um die Lösung umgesetzt zu bekommen?

Tja, wenn ich das nur wüsste…

Mon, 2011-05-09, 20:59

Atom

by Timm

Zufälle gibts… Heute Mittag gabs bei uns auf dem Rathausplatz eine Anti-Atom-Demo (Ja! In Freigericht!).

Und dann bekomm ich eine Mail mit nem Stellenangebot Für nen Unternehmen im Kernkraftswerksbau.
Was mir das Universum wohl damit sagen will?

Sat, 2011-05-07, 20:54

Volkszählung 2011: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!

by Timm

Eigentlich stehe ich ja der diesjährigen Volkszählung nicht so uneingeschränkt ablehnend gegenüber wie viele Andere. Obwohl ich denke, in Art und Umfang der Datensammlung wäre man auch auf besserem Weg ans Ziel gekommen, lehne ich das Unterfangen nicht grundlegend ab. Entsprechend war auch meine Entscheidung, den Fragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen, möglichst ohne Interviewer und so, dass ich nicht allzu viel verrate, was “die da” nicht eh schon wissen. Ansonsten wollte ich mit der Ganzen Aktion eigentlich so wenig wie möglich zu tun haben.

Naja, der Teufel ist ein Eichhörnchen und ich habe natürlich das Glück, tatsächlich so einen Fragebogen ausfüllen zu dürfen. Allerdings werde ich nun doch etwas darüber schreiben müssen: Ihr werdet schon sehen, warum.

Alles begann an einem sonnigen Freitagabend im März. Wie sichs gehört, sitze ich mit Freunden bei Wurst und Bier auf dem Balkon. So gegen 19:30 steigt ein älterer Herr vor unserem Haus aus dem Auto und fragt, ohne sich vorzustellen, wer von uns denn Timm Hofmann sei. Nichts böses ahnend melde ich mich und bekomme von ihm ein Paket mit einigem Papier ausgehändigt. Dem Fragebogen im verräterischen blass grün entnehme ich, dass ich offensichtlich bei der Volkszählung mitspielen darf. Schatz bekommt auch noch ein solches Päckchen in die Hand gedrückt und ohne weiters ein Wort zu verlieren fängt der Mann an, die restlichen Mieter im Haus an die Tür zu holen. Aus dem “Off” bekomme ich noch mit, wie er meine Freundin fragt, ob wir denn Hilfe beim ausfüllen bräuchten.

Ach ja: bei den Mitmietern, die nicht da sind, legt er die Bündel vor der Tür ab.

Okay, dass ich mich mit dem grundlegenden Prozedere eigentlich vertraut bin behalte ich für mich und schaue mir stattdessen mal an, was der Osterhase etwas verspätet so mitgebracht hat:

  • Ein nicht-persönliches Anschreiben (Betreff: „Zensus 2011 –Haushaltebefragung“), datiert auf Mai 2011
  • Einen nicht adressierten, leeren Briefumschlag (mit Vordruck „Zensus 2011“)
  • Eine Terminankündigung, allerdings ohne genannten Termin, sondern mit dem Vermerk „nach tel. Absprache“
  • Eine Informationsbroschüre „Kurzinformation für Befragte“
  • Einen an die Erhebungsstelle adressierten Rückumschlag
  • Einen Fragebogen „Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis zum Zensus 2011“ inkl. Unterrichtung nach §17 Bundesstatistikgesetz

Was mich stutzig macht: Außer einem Handschriftlichen Vermerk auf dem leeren(!) Briefumschlag (ich nehme mal an, da gehört normalerweise das Anschreiben rein) taucht nirgendwo eine Information auf, dass ich wirklich der Empfänger bin. Das Anschreiben selbst ist eher im Stil einer Postwurfsendung an “die Auskunftspflichtigen” adressiert. Auch auf dem Fragebogen oder dem Rückumschlag steht nichts, was mir irgendwie formell korrekt bestätigen würde, dass das alles seine Richtigkeit hat und ich wirklich diesen Bogen ausfüllen und an die angegebene Adresse schicken muss.

Immerhin liegt eine Informationsbroschüre vom statistischen Landesamt bei, die mir verrät, dass der komplette Vorgang bis zu diesem Punkt komplett dem vorgeschriebenen Vorgehen widerspricht.
Normalerweise hätte ich das Anschreiben und die Broschüre deutlich vor der Terminvereinbarung und erst recht vor dem Besuch durch den Erhebungsbeauftragten mit dem Fragebogen bekommen müssen. Insbesondere hätte das, so wie ich das sehe, nicht 3 Tage vor dem Stichtag passieren dürfen. Fristgerecht ist in meinen Augen was anderes…

Aber fassen wir meine Beobachtungen noch mal zusammen:

  • Ich habe den Fragebogen und die ganzen Unterlagen ohne jede Überprüfung meiner Personalien erhalten. Wir standen zu diesem Zeitpunkt mit 5 Personen auf dem Balkon, 4 davon Männer in meinem Alter. Im Prinzip hätte das Ding also jeder mitnehmen können, ich hätte das im schlimmsten Fall noch nicht mal mitbekommen
  • An keiner Stelle wurde mir deutlich gemacht, dass hier ein Verwaltungsakt vollzogen wurde. Ich musste den Erhalt der Unterlagen noch nicht mal quittieren.
  • Ich werde in einem knappen Schrieb auf eine Auskunftspflicht aufmerksam gemacht, mir wird sogar mit Strafe gedroht – ohne dass da mein Name irgendwo drauf steht!
  • Eine direkte telefonische Abstimmung eines Termins mit dem Interviewer entspricht nicht dem in den öffentlichen Informationsquellen genannten Vorgehen. Ich hätte zunächst eine Terminankündigung bekommen müssen.
  • Stichtag für die Zählung ist der 09.05., die Befragung soll regulär ab dem 15.05. erfolgen – und ich habe die erste Information überhaupt darüber am 06.05. bekommen, zu einer Zeit, in der sehr viele Menschen Freitags vermutlich nicht zu Hause sind.

Ich kenne die Gesetze zu dem Ganzen nicht gut genug, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man auf der Basis schon mal Widerspruch einlegen könnte, zumindest wegen Form und Frist der Benachrichtigung.
Außerdem hat die Aktion mein Vertrauen in den weiteren Ablauf nicht unbedingt gesteigert. Wenn schon bei der Information und Terminvereinbarung so schlampig vorgegangen wird (ein anderes Wort fällt mir leider nicht ein), was soll ich dann erst von der Aufbewahrung, Übermittlung und Auswertung meiner sensiblen, personenbezogen Daten erwarten?

Also im Moment erwarte ich nur das beste…

Jedenfalls habe ich erst mal einen Brief an die zuständige Stelle (als Ansprechpartner auf dem Anschreiben genannt) aufgesetzt. Die sollen mir jetzt erst mal formell korrekt bestätigen, dass ich tatsächlich den Fragebogen ausfüllen muss. Mal schauen, was da an Antwort kommt. So wie bisher jedenfalls – da könnte ja wirklich jeder kommen.

Briefumschlag Zensus 2011

Hier mal ein Bild des Briefumschlages. Der sieht noch genau so aus, wie ich ihn bekommen habe. Leer, unverschlossen und handschriftlich adressiert – noch nicht mal die vollständige Adresse hat es bis drauf geschafft.

UPDATE (2011-05-31)

Habe heute eine Antwort erhalten. Eine Standard-Antwort. In der auf keine meiner Fragen eingegangen wird. Per eMail.
Aber immerhin habe ich jetzt eine Telefonnummer. Morgen gleich noch mal nachfragen, ob die den Brief a) gelesen und b) verstanden haben.

Tue, 2011-04-26, 21:01

Ruhe

by Timm

Wie euch sicher nicht entgangen ist, ist es hier die letzten Monate etwas ruhig gewesen… Das lag in erster Linie mal daran, dass ich irgendwie sehr wenig Zeit hatte. Leider hat mich die Arbeit doch deutlich mehr in Anspruch genommen, als mir das lieb gewesen wäre. Aber was will man machen? Dafür wird es auch wieder ruhiger.

Außerdem haben multiple Weltweite Krisen immer den Nachteil, dass man sich schlecht auf eine Sache konzentrieren kann. Und wen interessiert schon ein bestandener Lehrgang oder ein neues Sofa, wenn – naja, sucht euch was aus.

Aber ich gelobe Besserung! Und fange gleich mit einer Meldung an, über die ich heute gestolpert bin: In Indien hat die letzte Schreibmaschinenfabrik geschlossen.
Ich gehöre ja zu denjenigen, die tatsächlich mal einen Schreibmaschinenkurs (ja, so hieß das wirklich!) besucht haben, und so ein bisschen Nostalgie kann man ja schon bekommen, obwohl ich nie selbst eine hatte oder gar mal damit ernsthaft gearbeitet hätte.

Übrigens werden in dem Möbelhaus, wo wir oben erwähnte Couch gekauft haben, die Bestellpapiere tatsächlich noch mit der Schreibmaschine getippt.

Das war schon irgendwie ein bisschen komisch, umso erschreckender, wenn man mal drüber nachdenkt, dass vor 10, 15 Jahren eine Schreibmaschine fester Bestandteil in jedem Büro, jeder Arztpraxis und jeder Bank war. Ich werd jedenfalls in Zukunft wieder mehr drauf achten – mal schauen, wo noch welche zu finden sind.

Thu, 2011-02-10, 19:41

Historische Ereignisse

by Timm

Es ist schon ein bisschen seltsam – so kompliziert und manchmal verworren die der Lauf der Geschichte auch ist: Es gibt trotzdem immer wieder zentrale Momente, einzelne Ereignisse, welche die weitere Entwicklung, das Leben ganzer künftiger Generationen maßgeblich beeinflussen.
Gut, man könnte jetzt argumentieren, dass es nur oberflächlich auf den Außen stehenden so wirkt und natürlich alles viel komplizierter ist. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass der Verlauf der Geschichte durchaus maßgeblich von den Handlungen einzelner zu bestimmten, zentralen Zeitpunkten bestimmt wird – historischen Ereignissen eben.

Wirklich spannend sind die natürlich, wenn man sozusagen “live” dabei sein kann. Dank Internet und moderner Kommunikation quasi in der zweiten Reihe.
Umso ärgerlicher natürlich, wenn man voller Erwartung zusieht und die historische Chance verstreichen sehen muss.

Na klar, es geht um Ägypten und das geradezu fahrlässige Verhalten unserer selbsternannten “freien Welt”.

Die Demonstranten auf den Straßen Kairos und der anderen Städte fordern eine demokratische, offene Gesellschaft… Hallo, worauf soll man denn da als westlicher Staatenlenker noch warten? Ist das nicht das, was wir eigentlich die ganze Zeit haben wollen?
Und da gehen die Leute einfach auf die Straße und fordern – genau das.
Und die erreichen das undenkbare – Mubarak ist bereit, abzudanken.
Und was machen unsere selbsternannten Demokratischen Führer der Freien Welt? Sie fallen ihnen auch noch in den Rücken. Eine Schande.

Diese Leute, die es gegen alle Widrigkeiten geschafft haben, eine echte Veränderung einzuleiten, stehen vor einer Mammutaufgabe. Und ganz ehrlich: Ohne Hilfe aus dem Westen wird kein Ziel zu erreichen sein. Es gibt in Ägypten keine demokratische Opposition. Es gibt keine Parteien, keine NGOs, keine freien Gewerkschaften, keine Zivilgesellschaft, ja noch nicht mal eine ausreichend gebildete und zahlenmäßig starke Mittelschicht, die etwas davon im Ansatz auf die Beine stellen könnte. Was es gibt ist eine Massenbewegung, die den Rücktritt Mubaraks fordert.
Und danach? Fängt die Arbeit erst an – der Sumpf aus Korruption, Vetternwirtschaft und Misswirtschaft der “Staatspartei” NDP muss trockengelegt werden, es müssen völlig neue, transparentere Strukturen in der öffentlichen Verwaltung geschaffen werden, es müssen freie Wahlen organisiert werden und und und.
Passiert dies nicht, wird sich der nächste (frei gewählte?) “Präsident” der gleichen Machtstrukturen wieder bedienen und nichts wäre gewonnen.

Wie gesagt, das alles werden die Ägypter nicht alleine schaffen – sie benötigen dazu Hilfe. Aber “wir” sind noch nicht mal bereit, sie bei ihrer völlig legitimen Minimalforderung zu unterstützen. Dabei ist die Zurückhaltung unserer Herren und Damen “Sicherheit” und “Stabilität” nicht nur verlogen und feige, sondern auch dumm.
Vorgeblich hat man ja in den einschlägigen Kreisen Angst vor den Muslimbrüdern. Tja, wisst ihr was? Die radikalen Moslems sind außer Mubaraks Partei die einzige real existierende Massenorganisation in dem Land! Wenn wir also nicht helfen, eine demokratische, offene, dem Westen und seinen Werten freundlich gesinnte Opposition aufzubauen (in den 50 Millionen Ägyptern, die weder Mubarak-Anhänger noch fanatischer Moslem sind, werden sich ja wohl ein paar finden lassen), werden genau die Muslimbrüder zur einzigen Mubarak-Alternative!

Wobei “die Partei” als solches auch noch nicht abgeschrieben werden darf.
Selbst wenn Mubarak heute zurücktreten sollte (wonach es ja – vielleicht oder auch nicht – momentan aussieht) – Demokratie gibt es dort deshalb noch lange nicht. Die Demonstranten können vielleicht Mubarak vom Thron stoßen, das System besteht trotzdem weiter. Das Ägyptische Staatswesen ist von Mubaraks Machtstrukturen vollständig durchsetzt – der komplette Staat ist durch und durch korrupt, autoritär und in seiner Struktur so aufgebaut, dass er die Alleinherrschaft aufrecht erhält. Eine Diktatur, wie sie im Buche steht eben.
Auch wenn man jetzt einige oder selbst alle Namen an der Spitze austauscht – das System besteht dennoch weiter, schon allein durch die Millionen von Profiteuren an allen wichtigen Stellen. Hinzu kommt noch, dass Mubarak seine Hausaufgaben in Despotentum gemacht hat. Gemäß dem alten Leitsatz “Teile und Herrsche” gibt es ja in Ägypten nicht eine Polizei und einen Geheimdienst, sondern derer gleich mehrere, die größtenteils konkurrieren und/oder sich überschneidende Kompetenzen haben.
Was dort jetzt passiert, kann sich jeder eigentlich ganz gut selbst ausmalen: Überwall werden jetzt informelle Netzwerke aktiviert, Loyalitäten ausgelotet, Pöstchen hin und her geschoben und – genau – mächtig Kohle verteilt. Und so wie ich das verstanden habe, ist das genau das, was unsere politischen Oberkasper so als “geregelten Übergang” bezeichnen, das Ergebnis wird mit Demokratie nicht viel zu tun haben.

Sprich: Wenn der Wind aus Europa und Amerika nicht sehr bald und sehr kräftig dreht sind die Aussichten für Ägypten entweder “weiter wie bisher” oder “islamischer Gottesstaat”. Wobei “weiter wie bisher” dann in einigen Jahren auch “islamischer Gottesstaat” bedeuten dürfte.

Kann mir mal einer verraten, was daran “stabil” und “sicher” ist?

Ach, und einen hab ich noch: Ägypten ist nicht einfach irgendein Land. Es ist das bevölkerungsreichste Arabische Land, dass immer noch eine politische und kulturelle Vormachtstellung in Nordafrika und dem Nahen Osten hat – man kann also davon ausgehen, dass andere Länder in dieser (ja weltpolitisch völlig irrelevanten Weltgegend) dem Ägyptischen Vorbild folgen werden.

Wer jetzt also was von Stabilität, geregeltem Übergang und so faselt und die alten Regime weiter stützt, erreicht genau das Gegenteil: Er heizt die Unruhe nur weiter an, schürt den Hass auf den Westen, sorgt für neue Konflikte und züchtet sich selbst die Feinde von morgen heran.

Natürlich kann das auch passieren, wenn wir die Opposition in den arabischen Ländern beim Aufbau echter demokratischer Gesellschaften nach Kräften unterstützen – aber so wie ich das sehe, fordern die Menschen dort im Moment doch – noch! – genau das. Und eben nicht das, vor dem alle hier Angst zu haben scheinen.

Im Endeffekt haben wir ja eigentlich nichts zu verlieren, oder?

Wed, 2011-01-05, 21:18

TV-Tipp

by Timm

Kleiner Tipp für die SciFi-Freunde unter euch: Tele5 wiederholt seit dieser Woche alle ST: Next Generation folgen – täglich ab 19:00 Uhr. Auch wenn man schon fast alle kennt – immer sehenswert.

Fri, 2010-12-24, 15:53

Weiße Weihnacht

by Timm

image

Es hat sich ja schon angekündigt. Aber trotzdem schön, wenn es dann doch eintritt.

Ach ja. Bevor ichs vergesse wünsche ich euch allen noch ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest. Schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr. Frohe Weihnachten!

Next Page »