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Wed, 2008-10-29, 21:42

Ähhhm… nein.

by Timm

Wieso lese ich eigentlich noch SpOn?

In letzter Zeit habe ich eigentlich wenig Probleme mit zu niedrigem Blutdruck - also kanns die Gesundheit schon mal nicht sein. Vielleicht die Contentgefilterte Alternativlosigkeit im Büro? Das wirds sein.

Aber wenn ich so Artikel lese… Mit Viren, Malware und Spam wird Geld gemacht. Zu Lasten der armen, Ahnungslosen Opfer. Und die werden in diesem pöhsen Internetz einfach so infiziert. Wow. Ich bin schockiert. Virenscanner und Software-Firewalls kommen nicht hinterher und sind nervig? Das ist ja mal was neues.
Und die Schlussfolgerung: die armen, armen User sollen von der Industrie vor ihrer eigenen faulheit geschützt werden, indem man ihnen (am besten Webgestützt) Internet- und Briefeschreib-Konsolen vorbaut. Weil: was anderes brauchen die Leute ja nicht.
Wer keine Kontrolle über seine Technik hat, kann sie auch nicht selbst unsicher machen. Weil große Anbieter ja nie Sicherheitsprobleme haben.

Ein klassicher IT-ist-ja-so-schlimm-heulflenn-Artikel, wie man sie eigentlich nicht braucht. Wert = 0. Ich lese so was einfach nicht gern. Es ärgert mich.

Thu, 2008-04-10, 21:20

Selbstironie?

by Timm

Bild hilft Kolumbus

Ähem… Nein. Eben nicht.

Tue, 2008-04-01, 09:05

Neues Design!

by Timm

Groovy, oder?

Okay okay, schaut mal aufs Datum.

Wed, 2008-02-27, 21:48

“Jagt auf ein Phantom”

by Timm

Das Archiv des Spiegel ist echt eine richtig feine Sache.

Kennt ihr diese Video-CDs, die man Leuten zum Geburtstag schenken kann, wo dann aller möglicher Kram aus ihrem Geburtsjahr drauf ist? Nicht ganz selbsttätig bin ich drauf gekommen, dass es vielleicht ganz cool ist, zu wissen, was denn die Zeitungen an meinem Geburtstag so berichtet haben.

Und naja, der Spiegel suchte am 22.04.1985 nach einem Monster.

Was soll man jetzt davon halten?

Jagt auf ein Phantom

Mon, 2008-02-18, 22:12

Linux auf dem Desktop: Eine Preisfrage?

by Timm

Nach einigen - wie immer nicht Zielführenden Diskussionen mit noch-nicht-bekehrten bin ich die Tage auf einen ganz interessanten Artikel gestoßen. Grundaussage ist: Linux verbreitet sich nicht auf den PCs der “normalen” Leute, weil es kostenlos ist. Weil: Kostenlos kann ja nicht so gut sein, wie etwas teures (Windows, MacOS).
Nun ist das Argument genauso neu wie richtig, aber es zeigt wie die Open-Source-Community weiterhin die echten Probleme ausblendet, welche Windows so erfolgreich auf Platz 1 der Betriebssysteme halten.

Das Preis-Argument ist natürlich Unsinn und gesteht den “normalen” Usern sehr viel weniger Verstand zu, als zumindest der Großteil von ihnen hat. Es ist schon ziemlich Arrogant, den Leuten, denen man das System eigentlich nahe bringen will, vorwirft, sie würden es aus niederen Instikten ablehnen. Noch dazu wegen so was irrationalem wie “kostenlos ist schlecht”.
Also wenn ich zu Bekannten, Freunden, Kollegen gehe und denen erkläre, dass (und warum) Linux “besser” (sicherer, stabiler, einfacher…) als Windows ist, glauben die das durchaus. Immerhin kenne ich mich mit der Materie aus. Genauso wie die meisten anderen Linux-Nutzer. Und genau wie meine Bekannten werden die Meisten Menschen den IT-Gurus in ihrer Mitte durchaus abkaufen, dass Linux “besser” ist.
Ich glaube dem Schlosser von nebenan ja auch, wenn der sagt, dass ein Original-Dremel den Aufpreis wert ist oder nicht. Wieso sollte ich ihm also unterstellen, dass er so doof ist und mir nicht glaubt? Mal abgesehen von der “Linux ist überhaupt nicht kompliziert”-Sache - aber das ist wohl auch irgendwie nachvollziehbar.
Nein, das kann wirklich nicht der Grund sein.

Genauso wie die komplizierte Installation, die Bedienung, der schlechte Hardware-Support und die fehlenden Applikationen. All diese Gründe wurden immer vorgebracht, um das “fehlen” von Linux auf dem Desktop zu rechtfertigen.
Nun sind diese Punkte seit geraumer Zeit zum größten Teil ausgeräumt. Und es hat zwar einen Anstieg der User gegeben, aber nicht in dem Maße, wie man das vielleicht erwartet hätte.

Und der Grund dafür ist meiner Meinung nach nicht, dass Linux komplizierter oder sonstwie schlechter ist (in der Tat ist es weit besser als Windows), sondern dass Windows schlicht und ergreifend ausreichend, sprich gut genug ist. Da kann Kile noch so ein toller LaTeX-Editor, APT ein unglaublich geniales Paketverwaltungstool, KDE und Gnome extrem produktive und leistungsstarke Desktop-Umgebungen sein. Mit Windows geht es auch. Und solange die Leute damit auch klarkommen, wird der Großteil nicht wechseln wollen. Denn das kurze Einarbeiten in Linux ist (anscheinend) immer noch mehr Aufwand, als mit Windows einfach weiterzuwursteln. Und wenn die XP-Installation nach 3 Jahren dann nicht mehr will, wird halt ein neuer Rechner gekauft.

Und wenn dann doch mal eine Killer-Applikation um die Ecke kommt (Firefox, BitTorrent) beißt “uns” der Open-Source-Ansatz in den Allerwertesten und die Apps laufen auch unter Windows.

Womit wir beim Kern des Problems angekommen wären: Open-Source Software im allgemeinen und Linux im speziellen sind nicht dazu gedacht, User von Windows “abzuwerben”, wohingegen Windows speziell so entworfen ist, die User mit allen Mitteln zu halten. Da kann man Gründe suchen wie man will, diese simple Wahrheit macht den “Gegner” unbezwingbar.
Wenn wir für Linux wirklich irgendwo nähe 50% Marktanteil wollen (wollen wir das?) reicht es einfach nicht, dass Linux unglaublich viel besser als Windows ist. Es muss zugleich wie Windows sein. Und das kann ja wohl keiner wollen.

Statt sich also mit komischen Theorien darüber aufzuhalten, wieso Joey Sixpack auf seiner Daddelkiste kein Ubuntu will, sollte man daran arbeiten, Linux da zu verbreiten, wo es den Leuten einen echten Vorteil bringt: Allen voran Schulen, aber generell bei Behörden, gemeinnützigen Organisationen, Menschen, die noch nicht Windows-Verseucht sind und sich den sprichwörtlichen Format C:-PC alle drei Jahre nicht leisten können.

Hier kann man wirklich etwas bewegen.

Wed, 2007-12-19, 17:59

Eine schöne Aktion - oder?

by Timm

Ein großer Hessischer Weihnachtssender hat im Moment eine große Weihnachtsaktion laufen, bei der per SMS für soziale Zwecke gespendet werden kann. An sich eine schöne Sache, nur bei der Aktion, die diese Woche unterstützt wird, ist mir mal wieder bewusst geworden, wie asozial und heruntergekommen unsere Gesellschaft mittlerweile wieder geworden ist.

Unterstützt werden die “Tafeln”, um Kindern zu helfen, die nicht genug zu essen haben. Solche Kinder gibt es. Und nicht in zu kleiner Zahl.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
In der Bundesrepublik Deutschland, dem drittreichsten Land auf diesem Planeten, dass per Verfassungsauftrag ein “sozialer Staat” sein soll, hungern Kinder im Jahre 2007. Jeden Tag. So sehr, dass sie auf Almosen anderer Bürger angewiesen sind.
Und Bevölkerung, Medien und Politik akzeptieren diesen Zustand. Einfach so. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wird noch an die Spendenbereitschaft der Menschen appelliert, die ihre Kinder (noch?) ernähren können. Man könne ja mal ein bisschen Engagement für die Mitmenschen zeigen.

Und gleichzeitig will man Kinderrechte ins Grundgesetz aufnehmen. Und immerhin: der Aufschwung kommt bei den Menschen an. Na dankeschön.

Mon, 2007-12-03, 23:11

Glauben an den Weihnachtsmann

by Timm

Das mittlerweile berühmte Video beweist, was IT-Kenner und Gamer schon immer wussten: die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender im Bereich Videospiele ist

  • Schlecht recherchiert
  • Interessengeleitet
  • Reißerisch
  • Gelogen

Soweit, so bekannt.

Das schockierende daran ist: Uninformierte Menschen glauben diesen Dreck. Auch ich habe den öffentlich rechtlichen Sendern bisher einen Großteil ihrer Berichterstattung geglaubt - dort, wo ich es nicht vorher schon besser wusste. Doch wenn ich die Berichterstattung über Killerspiele als Messlatte nehme, könnte ich genau so gut an den Weihnachtsmann glauben, wie an das, was in ARD, ZDF & Co verbreitet wird.
Ich stecke hier in einem echten Dilemma: Ich kann nicht mehr unüberprüft glauben, was ich im ZDF sehe oder auf tagesschau.de lese. Und was nutzt mir eine Nachrichtenquelle, der man nicht glauben kann?

Tue, 2007-11-13, 22:58

Neusprech-Special: “Terrorismus”

by Timm

“Terrorismus” ist schon ein extrem interessantes Wort. Interessant vor allem deshalb, weil es gelungen ist, dieses Wort wie kein anderes binnen weniger Jahre von einer “Nischenexistenz” im alltäglichen Sprachgebrauch zu ändern.

Überlegen wir doch mal. Wenn man 1999 von “Terrorismus” gesprochen hat, was wurde damit assoziiert? ZDF-Dokus, Naher Osten, vielleicht mal ein kurzer Nachrichtenbeitrag, wenn etwas “größeres” passiert ist. Zumindest war der Begriff in der Wahrnehmung recht eng umrissen: RAF, Palästinenser, Mogadishu…

Und heute? Heute ist “Terrorismus” zu einer Worthülse verkommen. Einer extrem gefährlichen Worthülse.

Alles ist Terrorismus!
Ob Selbstmordattentäter in Israel, Clankämpfer in Afghanistan, Steinewerfer in Rostock, Brandstifter in Griechenland, Hooligan in Italien oder Hacker in Deutschland: Alle sind Terroristen, zumindest wenn man Politikern und Staatsanwälten glaubt.
Was ist eigentlich mit dem schönen Wort “Kriminalität” und seinen Abwandlungen passiert, dass es nicht mehr ausreichend ist, verbotenes Tun zu beschreiben? Immerhin wäre ein Großteil der oben erwähnten Gruppen als “Verbrecher” viel besser beschrieben. Zumindest, wenn man nach der eigentlichen Bedeutung geht.

Der Trend setzt sich auch in neuen Gesetzen fort: Gesetze werden gegen “Terroristen” gemacht, obwohl man eigentlich Verbrechen bekämpfen will.

Terroristen sind viel böser als normale Kriminelle
Terrorismus ist “natürlich” sehr viel gefährlicher als “normale” Kriminalität, zumindest wenn man Politik, Medien und Stammtisch glaubt. Und deshalb braucht man viel schärfere Regeln, um Terrorismus bekämpfen zu können. Mehr Polizei, mehr Geheimdienste, mehr Paranoia, mehr Überwachung, weniger Bürgerrechte, weniger Rechtsstaat.
Und aus diesem Grund muss man Terroristen auch nicht wie Verbrecher behandeln, diese bleiben nämlich auch während der Ermittlungen, Verhandlung und evtl. im Gefängnis erstmal Bürger und behalten viele ihrer Privilegien als solche. Bei Terroristen braucht man das nicht. Die sind ja viel böser und gefährlicher. Das mit der Unschuldsvermutung wäre natürlich auch grob fahrlässig. Bei so gefährlichen Leuten.

Terrorismus ist praktisch
Man kann mit Terrorismus als Schlagwort die absurdesten Gesetze begründen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Prävention ist alles. Augenmaß ist was für zukünftige Terroropfer.
So kann man mit der Begründung “Terrorismus” Maßnahmen durchpauken, die sonst sofort an zu großen Widerständen oder zu wenig Geld gescheitert wären.

Terrorismus ist überall
Je mehr Handlungen mit Terrorismus in Verbindung gebracht werden, je öfter ein harmloses Feuer in einer Lagerhalle zuallererst mit einem Anschlag in Verbindung gebracht wird, desto mehr scheint es, als würde tatsächlich hinter jeder Ecke ein böser Terrorist stehen.
Diese Tatsache fordert natürlich geradezu, dass immer mehr Menschen unter Generalverdacht gestellt werden. Was wiederum zu schärferen Maßnahmen und mehr Delikten im “Terror-Katalog” führt, wodurch der gesamte Prozess sich permanent selbst verstärkt.

Und das ist des Pudels Kern: “Terrorismus” als Wort wird deshalb so inflationär genutzt, weil der normale Bürger in seiner subjektiven Wahrnehmung heute viel mehr mit Terrorismus bzw. potenziellen Terroristen zu hat. Und dieser Eindruck wird bewusst geweckt und verstärkt, weil sich dadurch unbemerkt immer weitreichendere Maßnahmen umsetzen lassen. Denn “Terrorismus” bedeutet ja auch, dass für eine verdächtige Person nicht die “normalen” Regeln gelten.

Man könnte also mit Fug und Recht behaupten, “Terrorismus” ist etwas, dessen man die Leute bezichtigt, von denen die Politik und Behörden wollen, dass für sie die normalen Spielregeln nicht gelten.
Was das ganze so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass auf diesem Wege irgendwann die Regeln für niemanden mehr gelten werden. Denn beim Vorwurf “Terrorismus” ist zunächst mal der Verdacht ausschlaggebend, nicht die Verurteilung. Der Verdacht allein kann schon schlimmste Repressionen nach sich ziehen, und der “Verdächtige” weiß im Regelfall noch nicht einmal etwas davon.

Deshalb geht von diesem Wort eine so große Gefahr aus. Es ist nie genau nachvollziehbar, wie man des “Terrorismus” verdächtig wird. Und wenn man es ist, hat man verloren.

“Terrorismus” ist unser “Gedankenverbrechen” - Alle Facetten staatlicher Willkür, Unterdrückung und Paranoia in einem Wort zusammengefasst. In einem Wort, von dessen eigentliche Bedeutung nicht mehr als ein Schatten übrig ist.
Ein Wort, das immer häufiger genutzt wird.

Wed, 2007-11-07, 23:05

So stell ich mir einen Vortrag vor

by Timm

Normal verlinke ich ja nicht unkommentiert, aber in diesem besonderen Fall:

Spreeblick über Larry Lessing
.

Ich habe dem nichts hinzu zu fügen.

Sun, 2007-11-04, 21:15

Serien

by Timm

My Name is Earl
Scrubs
Stargate Atlantis
Drawn Together

Und von allen gibt es neue Folgen! Hooray!

Little Mosque On the Prairie nicht zu vergessen…

Mon, 2007-08-13, 22:09

Schießbefehl

by Timm

Da gräbt also einer ein Dokument aus. In dem stehen böse Sachen drin.

Ein Dokument, von dem jeder seit mindestens 20 Jahren weiß, dass es existiert und was darin steht. Und es wird ein Riesenaufstand darum gemacht. Von wegen Aufklärung, Verantwortliche anklagen etc pp.

Klassisches Sommerloch? Eigentlich ist doch auch ansonsten einiges Los? Mit der um uns herum zusammenbrechenden Weltwirtschaft und so…

Nun wäre Aufklärung der DDR-Verbrechen dringend geboten. Und eine Aufarbeitung der vorerst letzten Diktatur in Deutschland auch. Allerdings wird jede Form der Aufklärung und Aufarbeitung im Keim erstickt. So wie es auch mit dem endlich offiziellen Schießbefehl geschehen wird.
Aufklärung und Verarbeitung kann frühestens in 15-20 Jahren stattfinden, wenn die Schuldigen von damals nicht mehr auf den wichtigen Posten von heute sitzen. War nach ‘45 genau so…

Und in der Zwischenzeit könnte man ja in den neuen Ländern die Aufarbeitung der vorletzten Diktatur in Deutschland nachholen. Scheint ja einigen Nachholbedarf zu geben.

Obwohl sich da natürlich die Frage stellt, ob eine solche kritische Auseinandersetzung mit Fehlern der Vergangenheit nicht vielleicht auch die Politik von heute in einem anderen Licht erscheinen lassen könnte…

Thu, 2007-08-09, 23:00

Verkehrte Welt?

by Timm

Dieser Link hat mich etwas zum Nachdenken gebracht. Zwar habe ich den Beitrag bei der ARD nicht gesehen, aber ich kann mir ziemlich genau vorstellen, in welche Richtung es ging.

Grobe Zusammenfassung: 6 Sozialarbeiter von unterschiedlichen Ämtern kümmern sich um eine 5-köpfige Hartz-IV-Familie. Die sonst nichts hinbekommt. Weil sie alle faul sind. Und auch noch motzen. Was das alles kostet!!!!111einself

Wahrscheinlich ein extrem objektiver Beitrag, der inmitten der Diskussion um eine Arbeitslosengeld-Erhöhung wahrscheinlich sehr gut platziert ist. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Was mich bei solcherart Beiträgen ärgert, ist nicht, dass diese Leute als Schmarotzer hingestellt werden. Das ist wahrscheinlich zum Teil auch gar nicht mal so falsch. Ich vermisse ehrlich gesagt die Frage, inwieweit das heutige System (nicht nur bei der Arbeitslosenversicherung, aber hier besonders), welches in Deutschland um sich greift, ein solches Verhalten noch fördert.

Der SpOn-Autor spricht völlig zurecht die “Betreuungs-Industrie” an. Aber den nächsten logischen Schritt macht er nicht. Er gibt allein den ach-so-dämlich-faulen Arbeitslosen die Schuld. Wie so oft heißt das Zauberwort “Eigenverantwortung”. Denn diese ist insbesondere diesen Leuten in den letzten Jahren fast völlig abgenommen worden. Selbst wenn sie wöllten, sie dürfen sich ja nicht um sich selbst kümmern.
Denn in guter deutscher Tradition wird jeder Furz im Leben kontrolliert, reguliert und überwacht. Um Kosten zu sparen.

Wie viel ALG wird dadurch gespart, dass jemand im Arbeitsamt JEDE VERDAMMTE Kontenbewegung überprüft? Und wie viel kostet die Überprüfung im Vergleich?
Wie viel wird dadurch gespart, dass jeder Furz im Leben eines Arbeitslosen beim Arbeitsamt angemeldet, geprüft, geplant und verwaltet werden muss? Und wie viel kostet die Verwaltung im Vergleich?
Wäre es nicht evtl. deutlich billiger, einfach den Satz zu erhöhen und dafür nicht jeden Sch*iß drei mal zu überprüfen? Sprich, den Leuten ein bisschen Verwantwortung für ihr Leben zu lassen?
Kein Wunder, dass die betroffenen unmotiviert, müde und Unzufrieden werden.

Wie gesagt, der Arbeitslosenmarkt ist nur das Paradebeispiel. In fast allen anderen Bereichen ist es genau so. Da werden mit unglaublichem Aufwand und Druck an der einen Stelle ein paar Cent eingespart, um das gleiche Geld (wenn nicht noch mehr) für die zusätzliche Überprüfung und Verwaltung rauszuwerfen.

Wer entscheided so was? Mit welcher Motivation?

Ich verstehe es einfach nicht.

Mon, 2007-07-16, 21:36

Interessenskonflikte

by Timm

Wo fang ich am besten an?

Also, es geht um meinen Brötchengeber (Fraport, wers noch nicht weiß). Und die Bild-”Zeitung”.
Ich mag meinen Arbeitgeber. Die Arbeit macht mir Spaß, der Arbeitsplatz ist sicher, interessant und ansonsten auch nicht schlecht. Es ist natürlich nicht alles super-duper-Regenbögen-und-Gänseblümchenhaft, aber es könnte auch bedeutend schlimmer sein. BEDEUTEND schlimmer.
Die “Bild” mag meinen Arbeitgeber auch. Keine Ahnung, wieso. Ein Umstand, an dem ich bis jetzt ganz gut vorbei gekommen bin, ist immerhin der einzige Berührungspunkt zwischen mir und diesem… ähm ja… Ding.

Na jedenfalls enthielt das Blatt heute eine ganzseitige Anzeige Stellenausschreibung Artikel Sonderveröffentlichung über die FraSec (ich liebe Neusprech-Firmennamen! Wirklich!), die “neue” - sprich umbenannte - Sicherheitstochter meines oben erwähnten Brötchengebers.
Ein Umstand, auf den ich übrigens aufmerksam wurde, weil es das bedruckte Papier in der Kantine kostenlos gab (Hurra!).

Ich musste beim ersten mal schon stutzen.
Nicht, dass das ein Grund wäre, über irgendeinen der Beteiligten anders zu denken (außer vielleicht über den armen Tropf, der mit “Der Sausewind” betitelt ist… mein Beileid!).

Bleibt eigentlich nur die Feststellung, dass Bild-”Werbung” auch dann nicht gut ist, wenn sie für eine “gute” Firma wirbt.
Und dass so etwas durchaus auch auf unglaublich vielen Ebenen nach hinten losgehen kann.

Bi

Tue, 2007-07-10, 20:40

Ergonomie

by Timm

Kann mir mal einer sagen, wieso alle so auf das iPhone abfahren?.

Okay, ich hatte noch keins in der Hand.
Okay, ich bin bereit, für ein Handy, dass nur Telefonieren kann, Geld zu bezahlen.
Okay, ich bin Techniker, Freak und damit eigentlich automatisch disqualifiziert.

Aber ich kann die Leute einfach nicht verstehen. Was ist denn so toll an dem Gerät? Man kann mit nie geahntem Komfort und Chic Funktionen nutzen, die man nicht wirklich braucht?
Die Animationen sind wohl ganz toll.

Tut mir leid, aber allein schon der Touchscreen disqualifiziert das Gerät als Alltagsbegleiter. Touchscreen bedeutet, dass man (mangels gefühltem “Feedback”) das ganze nicht bedienen kann, ohne drauf zu schauen. Touchscreen bedeutet: keine Trennung von Darstellung und Eingabe.
Touchscreens (zumindest die heute verfügbaren) sind schlicht und ergreifend nichts für die dauerhafte Benutzung, deshalb haben Sie sich auch nicht durchgesetzt.

Versteht mich nicht falsch: Das Gerät ist wahrscheinlich recht hochwertig, sieht chic aus und hat sicherlich auch seine Anwendungsbereiche (als Lifestyle-Gadget-Dingsbums).

Aber wenn man so die Berichte liest, wird es ja eher als Offenbarung und Geschenk an die Menschheit gefeiert. Die Zukunft des was-auch-immer, oder so.

ARGH!

Mon, 2007-06-25, 17:32

Selbstzensur

by Timm

Malte von Spreeblick bringt es auf den Punkt. Doch nicht nur das Internet ist auf dem besten Weg zur viel beschworenen “Schere im Kopf”.

Generell werden in einer Welt, in der jeder zwangsläufig ein “Global Player” (zumindest in gewissem Maße) ist, anscheinend nur Verbote und Empfindlichkeiten globalisiert. Freiheit und Meinungen aber offensichtlich nicht. Statt für die eigene Freiheit auch anderswo einzutreten, geht man halt den Weg des geringsten Widerstands und zensiert sich vorsichtshalber erstmal selbst weg. Welche Befindlichkeiten es zu beachten gibt und welche nicht so wichtig sind, entscheidet dann alleine die Größe der möglicherweise angepissten Gruppe.

In Deutschland muss man mit Vergleichen zu Hitler, Nazis, Stasi, DDR und Weimar vorsichtig sein. Also lassen wir so was halt weg.
In Amerika ist Nacktheit uns Sex Tabu. Okay - gestrichen.
Die Moslems regen sich sowieso über jeden Müll direkt auf, ergo sagen wir vorsichtshalber gar nichts mehr, was irgendwie mit ihnen zu tun haben könnte.
In Europa wird das Persönlichkeitsrecht sehr hoch gehalten. Also bohren wir erstmal nicht mehr in der schmutzigen Wäsche der Politiker.
Die Chinesen sehen es nicht gerne, wenn man kritisch über sie berichtet. Also berichten wir nicht kritisch über sie und - wie von Google & Co. vorgemacht - sorgen mit dafür, dass es auch sonst keiner tut.

Egal, was man schreibt, sagt oder Filmt. Irgendjemand wird irgendwo schon was dagegen haben. Also schreiben wir lieber gar nicht erst, sondern füllen unsere Nachrichten mit sinnlosem Kram, über den sich garantiert keiner Aufregen kann. Oder zumindest nur kleine Gruppen oder Einzelpersonen ohne Einfluss.

Freie Meinungsäußerung? Ja klar, gerne. Aber passt gut auf. Irgendjemand könnte sich verletzt fühlen.

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