Tue, 2009-09-15, 19:14

Kalendermanagement mit WebCalendar

by Timm

Ich suche ja jetzt schon seit längerer Zeit eine Möglichkeit, möglichst überall Einblick in meine Termine zu haben und die notfalls auch ändern zu können.

Das Problem? PDAs und Konsorten find ich bescheuert, mein Handy ist Termintechnisch nicht so der Brüller (und versteht sowieso nur Outlook) und google – ich wills halt schon gerne selber haben. Kann doch nicht so schwer sein. Ist es auch nicht.

Nachdem ich einige Zeit mit ics und WebDav rumgebastelt hab, bin ich jetzt doch auf das WebTool WebCalendar umgestiegen. Nach ein paar Tagen hat mein Leidensdruck wirklich erheblich abgenommen. Vorteil: Mit dem tool kann man sowohl die Termine über das Webinterface (das gar nicht mal schlecht ist) eingeben als auch das ganze als ics mit $Organizer-Applikation abbonieren, was erstaunlicherweise echt gut funktioniert.
Sogar das Firmen-Outlook abboniert anstandslos den Kalender – wenn auch nur als read-only.

Leider ist die Version in den Ubuntu-repos (9.04) schon ein bisschen angestaubt – so funktioniert da z.B. das Bearbeiten des Kalenders aus anderen Apps heraus gar nicht.
Aber die Installation der aktuellen Version von der Website läuft – da php – auch gewohnt Problemlos.

Einziger Wehmutstropfen (bis jetzt) – ein Datenbank-Backend ist zwingend Voraussetzung. Wer also auf der Suche nach ner guten Internet-Kalenderapplikation ist und sich nicht von google abhängig machen oder eine komplette Groupware-Monstrosität ans Bein binden will, sollte mal einen Blick drauf werden.

Tue, 2009-08-25, 20:43

Kleine Welt

by Timm

So kanns gehen – kaum macht man eine Schulung bei SAP, schon fällt man unverhofft einem mit-BAler über die Füße. Naja, so wirklich überraschen kanns einen ja nicht, dass aus meinem Kurs Leute da gelandet sind.

Tue, 2009-08-18, 13:05

Gedanken zum Urheberrecht

by Timm

Eins gleich vorneweg: Entschuldigung für diesen unsortierten Strom von Gedanken… beim nochmal drüberlesen ist mir aufgefallen, dass vielleicht ein paar Absätze gut getan hätten. Aber ich lasse es jetzt erstmal so und hoffe auf euer Verständnis.

Im Vergleich zur Zensursula-Debatte ist das Thema zwar etwas in den Hintergrund gerückt, aber trotzdem komme ich nicht umhin, mir in letzter Zeit zu dem ganzen “Urheberrechts-Komplex” ein paar Gedanken zu machen. Seit ich die ganze Diskussion über “geistiges Eigentum” (Patente, Urheberrecht, Markenrecht usw.) verfolge, fällt mir auf, wie oberflächlich diese meistens geführt wird. Interessanterweise wird sie aber auch von den Befürwortern eines “neuen” Urheberrechts eher selten in der Detaillierung betrachtet, die bei einem so komplexen Thema notwendig wäre. Meistens geht es wirklich nur um alles oder nichts. Warum das so ist, kann ich nicht sagen – vielleicht weil es bei dem Thema sehr leicht fällt zu formulieren, was man selbst will und im Gegenzug sehr schwer ist, das was die anderen wollen im Blick zu behalten. Das Problem ist relativ einfach beschrieben: Alles was mit “geistigem Eigentum” (ich verwende den Begriff nur sehr ungern und ausschließlich mangels sinnvollen anderen Begriffen) zu tun hat, ist schlicht nicht mehr Zeitgemäß. In unserer globalen Welt ist das Patent- und Markenrecht ein einziges Minenfeld, durch dass man nur mit viel Glück oder noch mehr Geld unbeschadet kommt. Und das Urheberrecht… naja, spätestens mit Zuses Erfindung hatte sich das jetzige Copyright-System sowieso überlebt. Überall wo man hinschaut: nix als Ärger mit dem Kram. Die Anhänger der “alten Ordnung” in Musik- und Filmindustrie führen einen verzweifelten Kampf gegen Windmühäähhh “Raubkopierer”. Für Software war das ganze eh nie wirklich geeignet, was zu der unsäglichen Software-Patente-Diskussion und dem bekannten Wildwuchs an Lizenzen geführt hat. Medikamentenhersteller kämpfen gegen ganze Länder, und Verleger gegen Google. Als Endanwender kann man ja eigentlich nur hoffen, nicht erwischt zu werden, sobald man mehr macht als CDs zu kaufen und sie alleine zu Hause zu hören. Und als Anbieter kann man entweder in dem Wahnsinnsspiel mitmachen oder man lässt es einfach ganz bleiben. Also für mich sieht es so aus, als wäre die gegenwärtige Rechtslage nicht unbedingt förderlich für Innovation und Wissensaustausch. Genau genommen ist es ein Wunder, dass überhaupt noch Sachen erfunden und kreative Werke geschaffen werden. Wissensgesellschaft? Informationszeitalter? Pah, wir sind reich und mächtig geworden, weil wir unseren Kram für uns behalten haben! Nun sind die Probleme ja nicht wirklich neu, aber trotzdem hat eine grundlegende Betrachtung in den letzten Jahren nicht stattgefunden. Aus irgendeinem Grund wird die Diskussion hauptsächlich von denen bestimmt, die sagen, Patente, Urheberrecht usw. sollen den “Schaffenden” dienen und damit meinen, dass damit die Profite weniger großer Firmen geschützt werden sollen. Was grundlegend an der ganzen Diskussion falsch läuft ist, dass die vielschichtigen Regeln von diesen Leuten fröhlich in einen Topf geschmissen werden: Patentrecht, Urheberrecht, Markenrecht: Egal, ist ja alles irgendwie geistiges Eigentum und jedes Antasten der Rechte von “Schaffenden” (sprich: großen Firmen, die “Schaffende” ausnutzen) ist Diebstahl. Das dumme ist nur, dass diese Argumentationslinie von vielen unter “uns”, die hier eine Änderung wollen, ebenfalls aufgegriffen wird. Wenn einer mit dem klassischen Mediamarkt-CD-Diebstahl-Vergleich kommt und der Gegenüber darauf auch noch eingeht, ist eigentlich alles verloren. Denn Diebstahl ist falsch. Es handelt sich um mehrere extrem komplexe Fragestellungen, für die es nicht eine simple Antwort geben kann. Die Regierungen handeln seit einigen Jahren gemäß einer solch einfachen Antwort (Diebstahl ist schlecht! Wir müssen die Erfinder/Künstler besser schützen!) und es funktioniert offensichtlich nicht besonders gut. Interessanterweise ist das auch ein Bruch mit der eigenen Tradition: Patentrecht, Urheberrecht usw. sind ja nur deshalb so kompliziert geworden, weil hier schon immer eine Abwägung zwischen den Interessen der “Schaffenden” und der restlichen Gesellschaft stattgefunden hat. Und auf dieser Basis muss auch wieder gehandelt werden, wenn wir nicht in Zukunft nur Patentanwälte und Musikmanager, sondern auch Erfinder, Ingenieure und Musiker haben wollen.

Würde man die Diskussion etwas sachlicher führen, könnte man auch feststellen, dass der ganze “Eigentum”-Vergleich sowieso totaler unfug ist. “Eigentum” bezieht sich immer auf eine Sache, die irgendjemand mal hergestellt hat. Das kann man erwerben, verkaufen, kaputt machen, verschenken oder sonstwas damit tun. Das alles geht mit “geistigen” Werken nicht uneingeschränkt. Immer, wenn es um “Wissen” im weitesten Sinne geht, funktioniert die Analogie gar nicht mehr – schon allein deshalb, weil jemand, der sein geistiges Werk weitergibt, es dadurch nicht verloren hat. Und seit es Computer gibt und damit die Kosten für die Verfielfältigung geistiger Werke praktisch gegen 0 gehen, ist das gesamte gedankliche Konstrukt komplett hinfällig.

Wie also wollen wir in Zukunft einerseits sicherstellen, dass sowohl die Gesellschaft als auch die Kreativen davon profitieren, dass neues geschaffen wird? Das ist die zentrale Fragestellung und sie geht weit darüber hinaus, wie lange das Copyright oder Patente gelten sollen.

Vor allem muss die Trennung zwischen den einzelnen Bereichen “geistigen Eigentums” erhalten bleiben – ein Patent ist etwas grundsätzlich anderes als das Urheberrecht und muss es auch bleiben. Ein zweiter wichtiger Punkt ist hier internationale Zusammenarbeit. Da muss sich auch einiges ändern, und zwar so, dass nicht nur die großen Konzerne von den Abkommen zum Thema profitieren.

Und als dritten wichtigen Punkt sehe ich Software – hier müsste man sich was komplett neues einfallen lassen. Der Vorschlag von RMS, dass auch kommerzielle Hersteller ihren Sourcecode hinterlegen müssen (ähnlich wie bei Patenten die Baupläne) geht hier schon mal in die richtige Richtung.

Ich denke, wenn wir es schaffen, hier mit der Diskussion anzusetzen, ist schon mal viel gewonnen. Und die Diskussion muss irgendwann ohne Scheuklappen geführt werden, wenn wir das mit der Wissensgesellschaft wirklich ernst nehmen wollen.

Fri, 2009-08-07, 12:31

Eine Zukunft ohne den IE6?

by Timm

Leider kann ich den Enthusiasmus über die gehäuften Ankündigungen, den IE6 nicht mehr zu unterstützen, nicht 100% beipflichten.

Natürlich ist es für Internet-Unternehmen wie Youtube, Facebook und die anderen nur konsequent, irgendwann den alten Ballast über Bord zu werfen. Irgendwann will man ja auch mal die ganzen tollen neuen Webtechnologien benutzen, die der IE6 nicht unterstützt.
Das ist auch nicht das Problem und war irgendwann abzusehen. Wenn jemand die Seiten nutzen will, muss er halt nen anderen Browser benutzen, es gibt ja genug Alternativen.

Das Dicke “aber” darf man hier aber auch nicht vergessen. Der IE6 war jetzt fast 10 Jahre lang der de-facto-Standard (schlimm genug, aber ist halt so). Und er ist der Standardbrowser, der bei Windows XP dabei ist, welches ebenfalls noch den Großteil der installierten Betriebssystembasis bildet. Vor allem im Unternehmensumfeld gibt es außerdem unzählige IE6-only Applikationen und Seiten, die definitiv nicht so schnell verschwinden/portiert werden können. Wir werden also auch in Zukunft die “Freude” haben, nicht ganz auf den IE6 verzichten zu müssen.

Sat, 2009-07-18, 22:14

Geschichte mal anders

by Timm

An dieser Stelle mal der Hinweis auf die Orwell-Diaries – George Orwells Tagebuch als Blog – es gibt jeden Tag den Eintrag von vor 70 Jahren.

Liest sich ganz interessant, vor allem jetzt, wos auf den Krieg zusteuert – teilweise gibts auch Scans von Zeitungsausschnitten. Wenn man sich dafür interessiert (oder auch nicht…) wirklich gut.

Tue, 2009-07-14, 16:28

Vertrauen

by Timm

Man nehme:
1x Strategisches Projekt
1x Extrem motivierten nutzenden Bereich
1x Press an die User/Anforderer anliegenden Lieferanten
1x wild zusammengefriemeltes System
1x Extrem genervten Admin
1x Überarbeiteter Projektleiter

und ergänze nach 2 jähriger Projektlaufzeit und halbherziger Produktivsetzung: Mich.

An sich ist es ja schön, wenn die Kollegen/Vorgesetzen einem das Vertrauen entgegen bringen, die richtig heißen Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Ich spiele grundsätzlich auch gerne Feuerwehr, aber manchmal erscheinen mir die Aufgaben doch etwas… überwältigend. Aber mal sehen, bis jetzt ist es noch immer gut gegangen.

Fri, 2009-07-10, 08:53

Auwei

by Timm

Ich hatte es ja befürchtet: Mein MdB hat sich doch anlässlich der Gründung eines Kreisverbanbes der Piratenpartei hier im Main-Kinzig-Kreis geäußert. Eigentlich wollte ich ja zum Thema Kinderpornosperren nichts mehr sagen… Aber naja, wenns einen so direkt betrifft…

Klar, Dr. Raabe ist in erster Linie Parteisoldat und muss die offizielle Linie seiner Fraktion vertreten. Aber so?

Ich kann nicht verstehen, wie bei einem so ernsten Thema wie Kinderpornographie die Leidtragenden völlig außer Acht gelassen werden. Das sind die vielen Jungen und Mädchen weltweit, denen täglich großes Leid widerfährt. Es geht nicht um Zensur, sondern um die Verbrechen an Kindern und Jugendlichen.

Nun, ich kann euch versichern: Ich bin zwar gegen Netzsperren, aber das Schicksal vergewaltigter Menschen (Kinder explizit eingeschlossen) ist mir alles andere egal.
Aber das Gesetz hat mit Verbrechen an Kindern nichts zu tun. Der Idee der Internetsperren liegen nach dieser Argumentation offensichtlich zusammenfantasierte Kausalzusammenhänge zugrunde, die so weit hergeholt sind, dass wir in einigen Jahren hoffentlich nur noch laut drüber lachen können.

Wir sperren also die Seiten mit Kinderpornographischem Inhalt, um den Kindern zu helfen. Aha. Das nicht einsetzen der Sperren muss im Umkehrschluss also direkt oder indirekt den Kindern schaden zufügen.
Wenn ich die Argumentation weiter verfolge, dann ist die spätere Veröffentlichung ein Hauptgrund für das eigentliche Verbrechen – oder wieder im Umkehrschluss: Ohne spätere Veröffentlichung findet kein oder weniger Missbrauch statt.

Keine Frage, auch der Konsum von Kinderpornographie ist (zu recht) strafbar. Aber er schadet den missbrauchten Kindern nicht direkt. Die haben den Schaden nämlich schon vorher.
Also bleibt nur die Annahme, dass die Nachfrage nach Kinderpornographischem Material den Missbrauch erst auslöst. Das ist das bekannte “anfix”-Szenario, mit dem unsere Familienministerin schon länger unterwegs ist.
Aber, sehr geehrter Hr. Dr. Raabe (und der ganze Rest): Nach allem, was man an spärlichen Informationen über die “Szene” bekommen kann, ist dieses Szenario höchst unglaubwürdig. Da Sie ja schon “von Anfang an” im Netz unterwegs sind, müssten sich Ihre Erfahrungen den meinen in Bezug auf das Thema ähneln: Ich war schon in einigen düsteren Ecken des Netzes, und auf echte Kinderpornographie bin ich noch nie gestoßen. “Zufällig” oder mit geringer krimineller Energie findet man höchstens Bilder von 16-jährigen. Die sind zwar in Deutschland mittlerweile auch verboten, erfüllen aber meiner Meinung nach nicht das Prädikat “grausame Verbrechen an Kindern”.

Um es noch mal glasklar zu sagen:
Es gibt keine professionelle Produktion und Vertrieb von Kinderpornos über das WWW (das als einziges vom Zensurgesetz erfasst wird). Es gibt keine Multi-Millionen-Kinderpornoindustrie. Wer das trotzdem behauptet, soll bitte erstmal Beweise dafür liefern.
Und solange der Gesetzgeber (ja, genau. Das sind Sie!) in meine Grundrechte eingreift, muss er mich von der Notwendigkeit überzeugen. Und nein, unbelegte Behauptungen, die den wenigen überprüfbaren Fakten widersprechen, zählen hier nicht.

Wir können es doch als Gesellschaft nicht hinnehmen, das – so wie es die Piratenpartei fordert- Jugendliche und Erwachsene ungehindert Zugang zu Kinderpornos im Internet haben können, nur weil diese vom Ausland aus angeboten werden.

Wer fordert denn ungehinderten Zugang? Von welchem Ausland aus können Kinderpornos denn ungestraft (und ungelöscht) angeboten werden? Deutschland?
Wir machen das ganze also, weil es einen “ungehinderten Zugang” zu Kinderpornos im Internet gibt, und weiter: dass dieser so überhand genommen hat, dass unsere bestehende Gesetze nicht mehr ausreichen, dem Einhalt zu gebieten.
Das Gesetz ist nicht schlecht, es ist unnötig. Es greift ohne belegbare Notwendigkeit in meine Grundrechte ein. Deshalb bin ich dagegen.

Meinungs- und Informationsfreiheit bedeutet nicht, dass es ein Grundrecht auf ungehinderten Zugang zu Kinderpornographie im Internet gibt. Das Grundgesetz schützt vor allem die Rechte der Schwächsten und das sind hier die missbrauchten Kinder und nicht die sogenannte Internet-Community

Unsere Gesetze, internationale Übereinkommen und die Gesetze praktisch jeden anderen Landes der Welt geben unserer Exekutive auch ohne Sperren die Möglichkeit, gegen die echten Täter vorzugehen und so tatsächlich den Schwächsten zu helfen. Wozu da noch die Sperren? Weil die Exekutive unfähig ist, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen?

Überhaupt finde ich es anmaßend, wenn die Piratenpartei sich als Vertreter der gesamten Internet-Community aufspielt

Die SPD bezeichnet sich z.B. gerne als Vertreterin des “ganzen Volkes” (“Volkspartei”). Da finde ich im Vergleich den Anspruch der Piraten noch eher bescheiden. Aber das nur so am Rande. Zur “Internet-Community” wurde auch an anderer Stelle schon was gesagt.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

*Gähn*. Das Internet ist nicht rechtsfrei. Es ist auch kein Raum. Es ist ein Kommunikationsmedium und alles darin veröffentlichte unterliegt den normalen Gesetzen.

Genauso wenig wie an einem Kiosk Kinderpornomagazine angeboten werden dürfen, darf dies im Internet geschehen

Nicht alles, was hinkt, muss auch ein Vergleich sein. Aber bleiben wir mal bei den Äpfeln, die sind eh viel leckerer: Die Magazine werden nicht angeboten. Es gibt im Kiosk aber ein paar rausgerissene Bilder aus der Bravo 8/1972, die hinter das Regal gerutscht sind, wo man sie unter Tonnenweise anderem Papier, Rattengift, leeren Kippenschachteln und Kaugummiresten suchen muss.

es geht darum „Hemmschwellen hochzusetzen und ein Zeichen zu setzen[...]“

Wie oben beschrieben: Die Hemmschwelle ist bereits hoch. Sehr hoch. Aus Versehen stolpert man da nun wirklich nicht drüber. Um noch mal einen hinkenden Vergleich zu Bemühen: Ein Zaun an der Grenze setzt auch die Hemmschwelle für Menschenhändler nicht höher.

Von einer Zensur kann jedenfalls keine Rede sein. Auch davon nicht, dass dieses Gesetz einer generellen Kontrolle des Staates im Internet Tür und Tor öffnet. Ich kann jeden verstehen, der davor Sorge hat. Ich werde mich auch künftig dafür einsetzen, dass dies nicht möglich wird. Allerdings wird uns auch die geltende Gesetzgebung davor bewahren.

Gut, dass wir dem ausführenden Organ hier uneingeschränktes Vertrauen entgegen bringen dürfen. Aber es ist doch offensichtlich, dass das Mittel der Zugangsbeschränkung nicht allein auf Kinderpornographie beschränkt bleiben wird. Selbst wenn wir mal annehmen, dass das BKA die Liste sehr sorgfältig und zurückhaltend benutzt, konsequent zunächst löschen lässt (oder es versucht) und die “unabhängige Kontrolle” wirklich unabhängig und Handlungsfähig ist – man merke auf, das sind schon mal drei Annahmen, die zumindest mal fragwürdig sein dürften – die nächsten Ziele sind schon ausgemacht, die entsprechenden Interessenvertreter in den Startlöchern und ich soll wirklich glauben, dass beim nächsten mal die SPD und auch Herr Dr. Raabe ausnahmsweise mal standhaft bleibt und nicht aus Angst vor einer Bild-Schlagzeile einknickt?
Sorry, das Vertrauen haben sie verspielt. Allesamt.

Ich erwarte aber auch, dass die Piratenpartei das jetzt ausschließlich gegen Kinderpornographie gerichtete Gesetz nicht wahrheitswidrig als Einführung der Zensur in Deutschland“ bezeichnet

Hmm…

Zensur (censura) ist ein politisches Verfahren, um durch Massenmedien oder im persönlichen Informationsverkehr (etwa per Briefpost) vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte beziehungsweise Gesetzen zuwiderlaufende Inhalte zu unterdrücken und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Inhalte veröffentlicht oder ausgetauscht werden.

Sagt Wikipedia. Ich finde, das beschreibt den Vorgang ziemlich gut.
Mal ganz unabhängig davon, ob das ganze jetzt gut oder gerechtfertigt ist – man wird das Kind ja wohl noch beim Namen nennen dürfen.
In einem muss ich allerdings Recht geben: Es handelt sich mitnichten um die Einführung der Zensur per se (die findet z.B. im Rahmen des Jugendschutzes schon lange statt). Es ist lediglich eine neue Qualität der Informationsunterdrückung, die hier erstmals gesetzlich gefordert wird.

Wenn man alles objektiv betrachtet, ist das Sperrgesetz ein PR-Gag. Wem nutzt es denn wirklich? Den missbrauchten Kindern bestimmt nicht, eher im Gegenteil. Die Nutzniesser sind einzig die CDU (Wahlkampf – die tun was!), das BKA (unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführte, halbherzig kontrollierte Möglichkeit, beliebig und unbürokratisch Seiten im Internet zu sperren. Weniger Arbeit damit, sich um die Löschung zu kümmern. Mehr Personal) und all die andern Verdächtigen, die jetzt Morgenluft riechen und sich ihre eigenen Feindbilder auch werden sperren lassen.
Wer verliert? Die Bürger. Die echte Strafverfolgung. Die Grundrechte. Die Demokratie. Und insbesondere auch die SPD. Vielleicht erinnern sich die Sozialdemokraten bei der nächsten Gelegenheit ja mal daran.

Mon, 2009-06-29, 07:36

Moderne technologie

by Timm

Am Freitag waren zwei Kollegen von den Entwicklern bei uns und haben nen neu entwickeltes Framework für mobile Anwendungen vorgestellt. Komplett mit eigener Rumtime für selbtgebastelte Apps, Online/Offline/Async-Betrieb und Unterstützung für WLAN, GSM und was man sich sonst noch so vorstellen kann.

Ziemlich cool – bin gespannt auf die versprochene Live-Demo :-)

Manchmal macht IT halt richig Spaß.

Tue, 2009-06-23, 18:17

Generationen und Konflikte

by Timm

Mit der Verabschiedung des Zensurgesetzes letzen Donnerstag und dem darauf folgenden Meinungs-und Medienecho hat die Diskussion um den aktuellen “Generationenkonflikt” ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nicht nur seit der Bundestagsabstimmung über das “Zugangserschwerungsgesetz” wogt der Kampf unerbittlich hin und her. Auf der einen Seite die Internetausdrucker in Politik und den klassischen Medien – auf der anderen Seite die Blogger, Raubkopierer, Kinderporno-Schützer und Umsonst-Mentalitäts-Kulturvernichter.

Internet vs. Alte Säcke könnte man also meinen – so schön einfach macht es uns das Leben zum Glück nicht. Jedes mal, wenn sich eine neue Kulturtechnik durchsetzt, führt das zu Veränderungen. Liegt in der Natur der Sache. Und nun gibt es halt Leute, die diese Veränderungen gut finden und solche, die ihre Interessen durch sie bedroht sehen. Soweit auch nichts neues. Allerdings sollte man auch hier vor allzu viel Schwarz/Weiß-Spielchen Abstand nehmen. Denn im “aufziehenden” “Kulturkampf” haben beide Seiten berechtigte Interessen – es kann also nicht schaden, sich den grundlegenden Konflikt mal genauer anzuschauen.

Was tut das Internet? Um das zu verstehen, sollten wir uns mal in die Welt ohne Netz zurückdenken: Ohne digitale Kommunikation bzw. deren vollständigste Implementierung im Internet steigen die Transaktionskosten der Kommunikation direkt proportional zur Menge der Menschen, die man erreichen will und die Entfernung zu diesen. Entsprechend können privatpersonen nur recht eingeschränkt kommunizieren. Entweder eins-zu-eins (per Post oder Telefon) oder z.B. bei Konferenzen oder anderen Treffen mit einer begrenzten Zahl gleichgesinnter. Alles andere erfordert eine teure Infrastruktur, teure Verfielfältigungstechnik und stetiges Balgen um die ebenfalls begrenzten Funkfrequenzen, Satelliten- oder Kabelkapazität. In diesem System fällt die Kommunikation mit vielen Empfängern einigen wenigen zu: Zeitungsverlagen, Fernsehsendern, Musiklabels, Hollywood-Studios usw.
Das ganze Konstrukt hat ein paar praktische Eigenschaften:

  • Eine Filterung kann an wenigen, zentralen Stellen stattfinden. Unerwünschte Inhalte können schon vor der Verteilung ausgefiltert bzw. auch nachträglich leicht eingedämmt werden
  • Die Informationsversorgung läuft in geregelten, vorausberechenbaren Bahnen. Zeitung morgens, Tagesschau Abends um 8.
  • Das Entlohnungsmodell ist einfach und transparent. Es bezahlt der, der gehört/gesehen/gelesen werden will (Wahlwerbung, Werbeflyer, Flugblätter) oder der, der hören/lesen/sehen will. Oder beide.
  • Das ganze ist eine echte Goldgrube für diejenigen, welche die Infrastruktur für die Verfielfältigung haben.

Wenn mans mal ganz objektiv betrachtet, haben alle Punkte sowohl Vor- als auch Nachteile, sind also nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Also nix schwarz/weiß an dieser Stelle.

So, und jetzt kommen die Informatiker um die Ecke und entwickeln eine Technik, die all das komplett umschmeißt. Das Internet bzw. die auf IP basierenden Dienste reduzieren die Transaktionskosten für Vervielfältigung und Veröffentlich auf praktisch nichts. Mit den aktuell verfügbaren Bandbreiten und techniken wie DynDNS oder p2p kann praktisch jeder praktisch jeden praktisch in Echtzeit für praktisch kein Geld erreichen. Die Auswirkungen sind klar – die oben aufgeführten Wahrheiten gelten auf einmal nicht mehr. Und dessen könn wir uns sicher sein – solange die grundlegende Technik sich nicht ändert (und das wird sie nicht – mittlerweile wird mit und über das Internet SEHR viel Geld verdient) ist das die Grundlegende Wahrheit des 21. Jahrhunderts. Punkt.
Was allerdings noch völlig offen ist, ist die Ausgestaltung dieser Wahrheit. Was wird z.B. aus den Mittlern, die wir früher brauchten? Fernseh & Radiosender, Verlage usw. sind die natürlichen Verlierer. Druckerpressen und Funkfrequenzen haben im Internetzeitalter einfach nicht mehr den ROI wie früher, weshalb diese in ihrer heutigen Form auch vor die Hunde gehen werden. Es sei denn, sie finden andere Betätigungsfelder, für die Leute bereit sind, zu bezahlen. Das ist natürlich viel schwieriger, als einfach das zehnte einzufahren und sich keine Gedanken zu machen – deshalb beschweren die sich im Moment auch (noch) am lautesten. Aber daran hat man sich ja zwischenzeitlich gewöhnt.
Die Jungs sind einfach die Scherenschleifer der heutigen Zeit – ihre Kernkompetenz ist eine Leistung, die keiner mehr braucht.

Gesamtgesellschaftlich gesehen sind die anderen Punkte allerdings viel interessanter, insofern dass es hier Stoff für langwierige Diskussionen gibt. Man kann ja grundsätzlich für jeden Aspekt vier Interressengruppen identifizieren:

  1. Diejenigen, die es noch nicht verstanden oder akzeptiert haben
  2. Diejenigen, die es verstanden haben, der Entwicklung aber entgegensteuern wollen
  3. Diejenigen, die das ganze schon immer scheiße fanden und lieber heute als morgen die totale Freiheit hätten
  4. Diejenigen, die irgendwo dazwischen sind

Fakt ist: Es wird Veränderungen geben.
Die Frage ist: wie soll unsere Gesellschaft mit den neuen Möglichkeiten aussehen? Wie kann ein Urheberrecht in dieser Welt funktionieren? Wie Regeln wir die Vergütung für die “Schaffenden”? Gibt es “unerwünschte” Informationen und wie gehen wir damit um? Wie setzen wir unsere Gesetze in der vernetzten Welt am besten durch? Wie schützen wir unsere Privatsphäre?

Antworten hierauf zu finden wird nicht einfach sein, und ein Patentrezept kann wahrscheinlich wirklich keiner vorlegen. Im moment ist es so wie immer – die Vertreter von Extrempositionen rufen im Moment einfach am lautesten. Insbesondere diejenigen, welche sich nicht anpassen können oder wollen, sind natürlich am lamentieren. Am Ende wird man sich aber wie überall irgendwo in der Mitte treffen müssen. Wir brauchen einen Rechtsrahmen, der den neuen Möglichkeiten des Internet Rechnung trägt, und gleichzeitig die Gefahren eindämmt – auf Basis unserer demokratischen Verfassung.
Allein – diese Diskussion findet auf gesellschaftlicher Ebene noch gar nicht statt.
Stattdessen verstehen es bestimmte Einzelinteressen hervorragend, die Skeptiker in den Verantwortlichen Positionen aufgrund deren uninformiertheit für die eigenen, egoistischen Ziele einzuspannen. Der momentane Konflikt findet also eher zwischen einigen wenigen (bzw. deren egoistischen Zielen) und dem Rest der Gesellschaft statt.
Der wirkliche “Kulturkampf” hat noch gar nicht begonnen. Wobei für das, was uns bevorsteht und teilweise ja schon seit einigen Jahren passiert, durch die Wörter “Generationenkonflikt” und “Kulturkampf” weniger gut beschrieben wird. Es findet eher eine Transformation statt – die Gesellschaft entdeckt langsam die neuen Möglichkeiten und richtet danach Ihre moralisch/ethischen Einstellungen neu aus. Die Gesetzliche Abbildung derselben folgt dann später – das war bisher immer so und wird auch dieses mal so sein.

Alles in allem ist das ein eher friedlicher Prozess – Unter der Bedingung, dass die Mächtigen wirklich an einem Konsens interessiert sind, der von der breiten Mehrheit der Gesellschaft getragen wird. Einen echten “Konflikt” gibt es eigentlich nur dann, wenn die Mehrheit übergangen wird…

Nein, einen Generationenkonflikt gibt es nicht – nur einen Konflikt zwischen den Interessen der Gesellschaft als ganzes und denen weniger einzelner.

Tue, 2009-05-19, 16:35

Test: Amazon MP3

by Timm

Seit kurzem bietet Amazon seinen Musik-Download-Laden auch in Deutschland an – und da ich ja immer auf der verzweifelten Suche nach guten, legalen Downloadmöglichkeiten für Musik bin, hab ichs natürlich gleich mal ausprobiert.

Eins vorweg: Ich sehe solche Angebote nicht nur in Konkurrenz mit anderen Portalen (Musicload, iTunes usw.), sondern vor allem auch als Alternative zu “CD im Laden kaufen/bestellen”. P2P ziehe ich nicht als “echte” Konkurrenz heran, allerdings muss sich ein Downloadshop in einigen Bereichen auch den Vergleich mit Bittorrent & co. gefallen lassen – wenn man Geld für die Downloads haben will, sollte man es für die Kunden schon so gestalten, dass es zumindest nicht sehr viel aufwendiger als die “andere” Online-Bezugsquelle ist.

Shop/Suche
Die MP3-Downloads sind bei Amazon nahtlos in den “normalen” Musik-Bereich integriert, finden sich also zwischen CDs, DVDs und Videospielen als eigene Kategorie. Von der Aufmachung her orientiert sich das alles stark am CD-Bereich – auch die Such- und Gruppierungsfunktionen. Hier fällt einem auch direkt das erste Manko auf – die Kategorisierung sowie die Suche funktionieren zwar für ganze Alben sehr gut (zumal man vom Artikel für die CD direkt zum MP3-Bereich springen kann – einer der Vorteile, wenn derselbe Laden beides verkauft), für die Suche nach einzelnen Songs ist das ganze aber eher ungeeignet. Man kann zwar durch geschicktes Kombinieren von Such- und Sortierfunktionen eigentlich alle möglichen Anfragen umsetzen, aber insbesondere wenn man einen bestimmten Song eines bestimmten Künstlers sucht, ist das ganze schon arg umständlich. Hier könnte noch was passieren.
Auf der anderen Seite kann Amazon durch die Integration ins normale Sortiment natürlich seine klassischen Stärken ausspielen. Die Vorschläge, die basierend auf dem aktuellen und vorhergehenden Einkäufen erzeugt werden, die Download-Charts, Kombi-Angebote – das sind schon nette Features, die man in der Form woanders nicht unbedingt findet.

Auswahl
Aktuell bietet Amazon knapp 6 Millionen Songs – das klingt schon mal ganz gut und es finden sich auch weniger bekannte Gruppen relativ vollständig wieder. Ich habe in den letzten Tagen immer mal (nicht repräsentativ) gesucht und die angebotenen Ergebnisse haben mich, mit wenigen Ausnahmen, überzeugt. Außerdem stehen auch Stücke und Alben zum Download bereit, deren CD-Gegenstück nicht mehr lieferbar ist.

Preise
Was die Preise angeht, kann sich das Angebot durchaus sehen lassen. Einzelne Stücke kosten zwischen 0,91€ und 0,99€ – das ist zwar immer noch recht happig, aber in den meisten Fällen doch ein paar Cent günstiger als die Konkurrenz. Wirklich gut sind die Preise für ganze Alben – auch aktuelle Platten gibts größtenteils schon für unter 5€. Allerdings musste ich für das neue Green Day-Album 7,99 bezahlen – das sind zwar 6€ weniger als für die Scheibe, aber für mich schon ziemlich nahe an der Schmerzgrenze.

Bestellung&Bezahlung
Die Bestellabwicklung funktioniert über das bekannte Amazon-Bestellsystem, entsprechend einfach und problemlos läuft alles ab – wenn man bereits Amazon-Kunde ist, braucht man sich nicht noch mal registrieren. Man kann aber soweit ich das sehe nicht per Bankeinzug oder Rechnung bezahlen. Ein bisschen nervig sind die Bestätigungs-eMails, die man auch bekommt, wenn man nur einen Titel gekauft hat.

Download
Der Download startet automatisch, sobald der Bestellvorgang abgeschlossen ist. Solange man nur einen Titel gekauft hat, funktioniert das auch hervorragend. Sobald man aber mehrere MP3s im Einkaufskörbchen hat, muss/soll man den Amazon-eigenen Downloadmanager benutzen, den es für Windows, Mac und verbreitet Linux-Distros gibt. Ein kurzer Blick in die Windows-Version zeigt, dass das Tool wirklich nichts anderes macht, als alle Dateien runterzuladen, man kann damit auch Downloads wiederaufnehmen, pausieren etc. Außerdem können die runtergeladenen MP3s direkt im Windows Media Player oder iTunes in die Sammlung aufgenommen werden. So weit, so unspektakulär.
Natürlich funktioniert die angebotene Version für Ubuntu 8.10 auf 9.04/64Bit nicht oder nur mit Hängen und Würgen – zu den anderen Linux-Versionen kann ich mich mangels Testumgebung nicht äußern.
Glücklicherweise verwendet Amazon ein ziemlich simples System: Beim Kauf mehrerer Dateien wird eine kleine (“.amz”)-Datei erzeugt, welche die Download-Locations enthält. Hierfür gibts mittlerweile ein kleines Kommandozeilen-Tool, welches den Download ebenso Problemlos abwickelt wie die Original-Software.

Der Kauf ist mit dem Download übrigens abgeschlossen und funktioniert zu 100% analog zu den “echten” Gütern. Also nix mit nochmal-runterladen-wenn-verloren – man kauft also tatsächlich die MP3 und nicht wie sonst oftmals üblich das Nutzungsrecht.

Qualität
Die Qualität der angebotenen Dateien kann in eigentlich allen Aspekten überzeugen – die MP3s sind mit variabler Bitrate (~256Bit) kodiert – die Dateien sind auch relativ groß. Hört sich auch – ganz subjektiv – “gut an”.
Amazon verzichtet auch auf jede Art von Kopierschutz oder DRM, allein ein Hinweis in den Tags besagt, dass die Datei von Amazon stammt. Ein echtes, in die Musikdaten eingebettetes, individualisiertes Wasserzeichen kann ich natürlich nicht komplett ausschließen, im Moment spricht aber vieles dagegen.
Die Metadaten sind übrigens durchweg sauber eingepflegt, und in den Dateinamen werden keine Sonderzeichen verwendet, aber das hatte ich auch erwartet.

Fazit
Alles in allem hinterlässt das Download-Angebot bei Amazon ein positives Gefühl. Funktioniert relativ Problemlos, ist einfach zu benutzen, transparent und man kann hinterher mit den Dateien wirklich machen, was man will. Die Preise sind meiner Meinung nach OK (obwohl da noch Raum nach unten ist ;)), und wenn am Aufbau des Shops noch ein bisschen gefeilt wird, könnte das wirklich was werden.
Ich für meinen Teil werde wohl noch öfter da Kunde sein :)

Mon, 2009-05-11, 19:35

Wer nicht für uns ist…

by Timm

Obwohl meiner Meinung nach die Befürchtungen und Ängste der Unterzeichner völlig unbegründet sind, begrüße ich doch das Engangement und versichere den Kritikern, dass wir Ihre Argumente ernst nehmen und in den folgenden Anhörungen vor dem Petitionsausschuss – hoffe ich – konstruktiv über das Vorhaben diskutieren werden

Nun ja, sowas in der Art hätte unser Wirtschaftsminister in der Tagesschau sagen sollen. Was Herr von und Zu “Ahnungslos” stattdessen von sich gab, lässt sich mittlerweile an genug Stellen nachlesen bzw. -hören.

Und was das Familienministerium zum Erfolg der Petition sagt, wissen wir ja auch.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ich nehme mir sogar einen Teil meiner kostbaren Freizeit, um “denen” mitzuteilen, dass ich zusammen mit vielen Anderen Sorgen im Bezug auf dieses Gesetz habe. Nach allem, was ich über unser Land weiß, gilt das eigtnlich als löblich und “gutes Bürgerverhalten” – man hört ja genug über Politikverdrossenheit und so.

Und was ist die Reaktion? Ich werde von meinen “obersten Dienern” abwechselnd beschimpft, beleidigt, verleumdet, belogen, nicht ernst genommen und für dumm verkauft.

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es zahlreiche Minister gibt, die sich so offensichtlich der Arroganz, Inkompetenz und Gleichgültigkeit hingeben und sich so gegen Demokratie sträuben. Das ist nun wirklich eine der wichtigsten Errungenschaften in jeder hinsicht.

Ja, im Moment bin ich sehr Politikverdrossen.

UPDATE: Einen echt treffenden Text dazu gibts im Provinzblog (via Netzpolitik)

Mon, 2009-04-13, 22:23

Deadlock

by Timm

Heute wollte ich mal wieder PC-Support verteilen und hab mal wieder gemerkt: Manchmal hilft wirklich nur verzweifeln.

Aufgabenstellung: Beim TomTom-Navi eine (ehrlich gekaufte!) aktuelle Karte aufspielen.
Vorbedingung: Das aufspielen einer aktualisierten Karte auf das Navi geht nur über die “TomTom HOME” getaufte Software (warum man die Datei nicht einfach Serverseitig erstellen, runterladen und ins Dateisystem des Geräts fallen lassen kann, muss man wahrscheinlich nicht verstehen)
Problem: Die beiliegende Software stammt grob geschätzt aus der späten Kreidezeit. Es handelt sich um eine XUL-basierte Monstrosität, die im Grunde genommen das angeschlossene Gerät mit dem TomTom-Webservice verbindet.

Schade, dass die Jungs irgendwann in den letzten 65 Millionen Jahren die Webressourcen umsortiert haben und entweder keine Redirects auf den alten URLs gesetzt haben oder die Software damit nicht umgehen kann. Hierfür gibts schon mal den Continuity-Lifetime-Award.
Die Moral der Geschichte: Updates gibts nur mit der aktuellen Software. Ärgernis No. 1

Also lädt man auf der Seite die neue Software runter – 18MB, geht ja noch. Nur leider leider lässt sich die Installation nicht starten. Also, interpretiere ich mal so. Es passiert nämlich nichts. Gar nichts.
Ein Blick in die Windows-Ereignisanzeige (!) enthüllt dem fachkundigen Beobachter, dass zum starten des Setups irgendwelche Assemblies fehlen. Aha. .net. Hätte man ja auch dazu schreiben können, dass man das braucht – und ne sinnvolle Meldung wär auch was gewesen. Ärgernis No. 2

Also .net auf der betreffenden Mühle installiert (Nein, das kann man nicht als gegeben vorraussetzen, wenn mit dem PC nur Office und eMail gemacht wird!), und zwei reboots später läuft die aktuelle Software tatsächlich. Allein – sie erkennt das Navi nicht. Da auf der TomTom-Supportseite sowas erwähnt ist und es anscheinend auch nen Fix gibt, freut sich der mittlerweile genervte ITler, es endlich hinbekommen zu haben. Als allerdings das auch nix bringt und sich keine offiziellen Infos mehr finden lassen, muss doch wieder der inoffizelle Support ran. In irgendwelchen Message Boards werde ich schließlich fündig: Die Firmware ist zu alt und die neue “TomTom HOME”-Version anscheinend nicht abwärtskompatibel. Einzige Lösung: Alte Software installieren und damit das Update für die Gerätesoftware ziehen.
Aber Moment – mit der alten Software kommen wir ja nicht mehr an die Online-Ressourcen (wie aktuelle Firmware). Klassischer Deadlock also. Zum besseren Verständnis hab ichs noch mal aufgemalt:

verzweiflung-png

Wie ihr seht, bleibt an dieser Stelle nur die Verzweiflung – bzw. der Gang zum vielgelobten Support – angeblich verschicken die die aktuellen Karten und Firmware auch fertig konfektioniert auf SD-Karte. Wollen wirs mal hoffen…

Sun, 2009-03-29, 21:11

Multimedia-Spielereien

by Timm

In einem gut sortierten (Teil-)Informatikerhaushalt darf natürlich auch eine grandiose Multimedia-Installation zum unbeschwerten Heimkino und -Sound-Genuss nicht fehlen.
Okay, “grandios” ist jetzt vielleicht das falsche Wort für unsere, aber es ist schon toll, wass sich mit nem alten Laptop, SCART-Adapter, VLC und rsync binnen kürzester Zeit zusammenstricken lässt. Jetzt muss ich nur noch meinen kleinen Verstärker einbauen, dann haben wir sogar in der Küche und im Bad zentral eingspeiste Beschallung.

Nächstes Projekt: Fernbedienung ;)

Sun, 2009-03-08, 20:45

Die Affäre Tauss

by Timm

Während für die Medien und den Großteil der Bevölkerung die “Affäre Tauss” grundsätzlich schon erledigt sein dürfte, für Ihn selbst und die Staatsanwaltschaft das ganze erst anfängt und sich auch die kritischen Stimmen mehren, muss man sich schon ein bisschen über das ganze wundern.

Zu den Vorwürfen selbst kann ich hier eigentlich noch keinerlei Stellung nehmen – der Fairness halber sollte man Hr. Tauss das Recht belassen, dies als erster zu tun. Aber wenn man sich die Vorgänge außenherum betrachtet, muss man dem Spiegelfechter schon zustimmen: Die ganze Affäre stinkt. Zum Himmel.
Grundsätzlich gibt es ja drei mögliche Szenarien in dem Fall.

  • Tauss ist schuldig. Er hat sich besagten “Content” tatsächlich zum eigenen “Konsum” besorgt. Kann ja durchaus sein – man kann in die Leute nicht reingucken.
  • Er hat das Material wirklich aus beruflichen Gründen und auch der dubiose Kontakt lässt sich damit erklären
  • Er ist unschuldig, und das ganze wurde ihm geschickt von politischen/persönlichen Gegnern untergeschoben

Was davon jetzt stimmt, wird wahrscheinlich nie vollständig herauskommen – für die Wahrheit ist es meiner Meinung nach schon zu spät.
Nehmen wir die bekannten Fakten zusammen – in jedem Fall kommen die Ermittlungen gewissen Leuten gelegen. Und sie bieten den politischen bzw. privaten Gegnern wunderbar Gelegenheit, ihm eins auszuwischen. Dafür spricht schon die exzessive Berichterstattung – irgendjemand hat ein großes Interesse daran, möglichst viele (belastende) Details an die Medien zu verbreiten, die sich natürlich fröhlich an der Hexenjagd beteiligen.

Der bestmögliche Ausgang wäre immer noch, dass Herr Tauss den Besitz des “belastenden Materials” wirklich gut begründen kann. Dafür sehe ich immer noch gute Chancen – die Tatsache, dass der Kram in den Privaträumen gefunden wurde, spricht da nicht unbedingt dagegen (Mal Hand aufs Herz: Wer von euch hat nicht schon mal Arbeit “mit nach Hause genommen”, obwohl ihr es nicht gedurft hättet?) und das ganze wird als Anlass genommen, mal über besagte Hexenjagd-Stimmung nachzudenken. Denn das wäre wirklich mal nötig.

Immerhin besteht auf dem Gebiet in allen Bereichen ein echtes Denkverbot – Echte Informationen gibt es nicht: allein der Versuch, sich zu Informieren macht schon Verdächtig. Sich aus “erster Hand” ein Bild von dem machen, was da so vehement bekämpft wird: Strafbar, Lebensvernichtend.
Kritisch nachfragen: Nur nach vorangestelltem “Disclaimer” möglich. Der Versuch, Transparenz in die Sache zu bringen: Als Unterstützung verfolgt. Der Staat hat hier die absolute Informations-, Deutungs- und Meinungshoheit.
Hinzu kommt, dass dank der neuen Gesetzgebung, SPAM und Viren eigentlich bei jedem ein Verdacht konstruiert werden kann, der dann ja nach guter Tradition die Verurteilung schon vorweg nimmt. Wer die Geschichte ein bisschen kennt oder 1984 gelesen hat, weiß, dass auf solchen Nährböden Totalitarismus hervorragend gedeiht.

Es bleibt zu hoffen, dass – wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist – den Blickwinkel ein bisschen mehr darauf zu lenken.
Allerdings habe ich da wenig Hoffnung. Allein, dass die Variante “Ausschalten politisch unliebsamer Person/Positionen” schon als gleichwertige Option auftaucht sagt schon viel über unsere “Demokratie” aus.
Mein erster Gedanke, als ich die Meldung über die Durchsuchung gelesen habe, war übrigens genau das. Unter normalen Umständen würde ich das als paranoid einstufen. Aber egal, wie lange ich darüber nachdenke: Das Gefühl geht nicht weg.

Irgendwas stinkt hier. Und zwar gewaltig. Und es wird nicht so schnell besser werden.

Sat, 2009-02-28, 19:25

Praktische Sache: phpicalendar

by Timm

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich ein bisschen Probleme habe, meine privaten und geschäftlichen Termine unter einen Hut zu bekommen.
Echte Integration ist unmöglich (Outlook/Exchange vs. WebDAV/ical/KOrganizer funktioniert halt GAR nicht) und auch das weiterleiten von Terminen ist auf Dauer keine Lösung – vor allem wenn man so vergesslich ist wie ich.

Aber jetzt bin ich über eine super praktische, kleine Lösung gestolpert, die das Problem zwar nicht grundsätzlich löst, aber zumindest eine große Hilfe ist: phpicalendar – ein extrem schickes tool, mit dem man den Inhalt seiner ical-files (beliebig vieler noch dazu) mit allen gängigen Optionen im web verfügbar machen kann.
Installation/Konfiguration ist ein klacks:

  • Installationsverzeichnis in nem per http verfügbaren Ordner fallen lassen und für den httpd lesbar machen
  • Speicherort der .ics-dateien angeben
  • Zeitzone und Datumsdarstellung einstellen
  • Zugriffsrechte einstellen

Fertig. Alles in allem keine 30 Minuten und das Ergebnis lässt sich schon sehen lassen.
Da ich das ganze der Einfachheit halber in ein schon existierendes, Passwort-geschütztes WebDAV-Verzeichnis (das mit dem Kalenderdateien drinne… ;)) gelegt habe, muss ich mir auch um die Sicherheit keine großen Gedanken machen.
Termine eintragen ist zwar (noch?) nicht, aber ich kann zumindest meine privaten Termine von praktisch überall einsehen, und das ist ja schon mal was.

phpicalendar

phpicalendar

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