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Sun, 2010-07-25, 20:47

Storage

by Timm

September 1956:
IBM stellt das erste magnetische Festplattenlaufwerk mit der Bezeichnung „IBM 350“ vor (5 MB, 24 Zoll, 600 ms Zugriffszeit, 1.200 min−1, 500 kg, 10 kW). Die Schreib-/Leseköpfe wurden elektronisch-pneumatisch gesteuert, weshalb die schrankgroße Einheit auch einen Druckluft-Kompressor enthielt. Das Laufwerk wurde nicht verkauft, sondern für ca. 10.000 DM pro Monat an Unternehmen vermietet.

Juli 2010:
Die großen Hersteller bereiten den Start der ersten 3-TB-Festplatten vor.

Tja. Alles wird größer, besser und toller. Insbesondere der Festplattenplatz. Was ja die nicht unbedeutende Frage aufwirft, wie man das Ganze eigentlich organisieren will, zumal auch das Wachstum der Sachen, die auf den Datenträgern landen sollen, ja weiterhin ungebrochen ist. Besonders dumm, wenn man auf die idealerweise zentral abgelegten Daten von allen Geräten im Haushalt (ja, es läppert sich mit der Zeit…) zugreifen will.

Die Folgerichtige Lösung ist ein NAS – Ein ReadyNAS NV+ von Netgear um genau zu sein. Praktisch daran: gibts ohne Platten zu kaufen und bietet Platz für bis zu vier SATA-Laufwerke. Ich kann also meine 4 Platten weiterverwenden.

Insgesamt bin ich mit dem Gerät auch sehr zufrieden. Installation ist Problemlos, an Möglichkeiten der Anbindung wird einem so ziemlich alles mögliche geboten (FTP, NFS, SMB/CIFS, UPnP für den Mediaplayer) und dank Linux-Unterbau sind so nette Sachen wie automatisch “wachsende” RAID-Installationen möglich, d.h. ich könnte später peu a peu meine 250er Platten durch größere “on the fly” ersetzen. Einzig der etwas laute Lüfter stört (noch) – den werde ich wahrscheinlich durch ein leiseres Modell ersetzen.

Das eigentliche Problem ist nur, den ganzen Datenwust auch wieder von A nach B zu bekommen. Das ganze Zeug will ja auch irgendwo “zwischengelagert” werden. Wobei mir schmerzlich bewusst geworden ist, dass zwar die Kapazitäten ungebremst wachsen, die Übertragungsraten aber irgendwie nicht mithalten können. Insbesondere, wenn Netzwerkverbindungen beteiligt sind…

Aber immerhin stimmt das Ergebnis. Meine Partitionen sind aufgeräumt, bei der Gelegenheit hab ich gleich noch Windows 7 installiert und ich muss nicht immer meinen großen PC (wer ihn kennt: der ist wirklich “groß”) hochfahren, wenn ich im Wohnzimmer oder Bad Musik hören will.

Mon, 2010-04-26, 15:37

WiFiView

by Timm

Peter Schaar hat recht. Googles flächendeckende WLAN-Erfassung “weil wir je eh rumfahren” mag vielleicht nicht ausdrücklich illegal sein. Dennoch zeigt das Verhalten von Google – und darüber hinaus auch derjenigen, die das Ganze verteidigen schon eine bedenkliche Geisteshaltung.

Google: Wenn ihr schon in der Gegend rumfahrt und dabei den Standort aller WLAN-Netze aufzeichnet, meint ihr nicht, dass man das vielleicht vorher hätte ankündigen können? Vielleicht mit einer kurzen Erklärung, wieso und weshalb? In solchen Fällen ist Geheimhaltung der grundsätzlich falsche Ansatz. Was habt ihr euch gedacht? Dass es keiner merkt und falls doch, dass es keinen interessiert?
Und jetzt wo es doch rauskommt, einfach zu sagen, dass das “die anderen” das auch schon machen und überhaupt das ja gar nicht verboten ist, schafft auch nicht unbedingt Vertrauen.

Grundsätzlich habe ich ja nichts dagegen, die Signale “meiner” Funknetze anderen zur “Selbst-Ortung” zur Verfügung zu stellen. Solange ich weiß, dass ich es tue und ich mir vor allem sicher sein kann, dass die Informationen wirklich nur dazu genutzt werden.

Momentan weiß ich diese Informationen bei Google nicht in guten Händen. Warum nur?

Tue, 2010-03-23, 11:28

Apple Shop

by Timm

Ich bin zwar schon öfters mal an Apple-Läden (bzw. Resellern) vorbei gekommen, aber am Wochenende hatte ich das erste mal ein bisschen Zeit, um mir das Geschäft mal näher anzuschauen – normalerweise begegne ich Apple bzw. Apple-Produkten ja mit einer gesunden Ignoranz, aber die Läden sind – faszinierend.

Für Leute, dies nicht kennen: Man muss sich das ungefähr so vorstellen, dass da zwei große Ikea-Tische (so sehen sie zumindest aus – Ich tippe auf “Lack – weiß”) in einem großen Raum stehen, auf denen gefühlte 5 Apple-Produkte als Anschauungsobjekte verteilt sind. Also ein iMac, ein MacBook, ein iPhone usw. jeweils in Minimalausstattung. Und das wars an Ladenausstattung eigentlich schon. Weder konnte ich eine Kasse entdecken, noch original verpackte Produkte, von Zubehör ganz zu sprechen. Dafür gibt es aber zu praktisch zu jedem “Exponat” einen Mitarbeiter in Jeans und Poloshirt sowie jede Menge Kunden (Typ Media Markt), die Haufenweise anstehen, um mal auf einem iPhone rumdrücken zu können oder um sich von einem solchen Poloträger MacOS erklären zu lassen.

Nach dem Erlebnis stellte sich mir eine große Frage: Kann man in diesen Läden etwas kaufen? Der Eindruck drängte sich mir nicht unbedingt auf und ich habe in der ganzen Zeit auch nicht einen Kunden den Laden mit irgendeinem Apple-Produkt verlassen sehen.
Aber wahrscheinlich habe ich auch einfach eine falsche Vorstellung – und es handelt sich gar nicht um ein Geschäft, sondern um eine Galerie. Oder einen Tempel?

Sat, 2010-02-27, 16:35

Ladegeräte

by Timm

Der Bundestag will jetzt die EU bitten, Notebooknetzteile bzw. deren Anschlüsse zu vereinheitlichen.

Hmmm, hätte man das nicht auch in einem Zuge mit der Handy-Richtlinie machen können? Wäre ja irgendwie nahe liegend gewesen. Grundsätzlich aber schon mal eine gute Idee, wobei ich in letzter Zeit die Beobachtung gemacht habe, dass die allermeisten Notebooks das heute schon – auch Hersteller übergreifend – können.
Zumindest ließ sich alles, was in letzter Zeit an tragbarem Computer auf meinem Schreibtisch stand mit dem gleichen 12V-Netzteil laden und betreiben. Und was ich sonst so gesehen habe hatte zumindest äußerlich den gleichen Anschluss. Okay, von einer Ausnahme (Apple) mal abgesehen…

Mon, 2010-02-15, 20:55

Usability

by Timm

Wer hat eigentlich jemals behauptet, Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz eines Systems hätten etwas mit Echtzeit-Schatten und flüssigen Animationen zu tun? Wenn ich die Diskussionen der letzten Wochen mal Revue passieren lasse, scheinen schicke Farbverläufe und vielfarbige Buttons tatsächlich so Sachen wie durchgängiges Design, klare Benutzerführung und Standardkonformität als Designziel verdrängt zu haben.

Cool, das machts einfacher für den Entwickler. Für Eye-Candy gibts fertige Bibliotheken. Bei dem anderen Kram musste man sich immer so viel Gedanken machen…

Mon, 2010-01-25, 23:28

Freie Software und Kommunikation – Heute: MySQL

by Timm

Oracle wird Sun übernehmen – so viel steht mittlerweile fest.

Das ganze wird die Branche ein bisschen durcheinander schütteln, aber in den letzten Wochen war die Diskussion trotzdem von nur einem Thema beherrscht: MySQL

Desaster!

Es ist schon schwer genug, dem FUD der anderen kommerziellen Hersteller etwas entgegenzusetzen (insbesondere in Unternehmen mit … konservativen Einstellungen gegenüber “kostenloser” Software). Da braucht man nicht unbedingt eine Menge Lichtgestalten aus dem FLOSS-Umfeld, die feste mitmachen.

Vielleicht ist es ja gar nicht Oracles Ziel, MySQL bei nächster Gelegenheit los zu werden. Mal ganz abgesehen davon, dass das eh so einfach nicht geht. GPL und so.
Vielleicht hat Oracle ja wirklich Unternehmerische, Strategische Ziele für das Produkt “MySQL”. So was solls geben.

Klar, die Idee dass Oracle hier bequem die kostenlose Konkurrenz loswerden will liegt nahe – aber es gibt auch gute Argumente, die dagegen sprechen. Was wirklich passiert, wird nur die Zeit zeigen können.

Was aber in jedem Fall kontraproduktiv ist: Das schlimmst mögliche Szenario als das wahrscheinliche darzustellen und kräftig die Angst davor zu schüren. Das tut die Konkurrenz (IBM, Microsoft) schon zur Genüge. Wenn auch noch die eigenen Leute mitmachen muss der Verantwortungsvolle CIO ja nach Alternativen suchen und möglichst schnell das -vermeintlich- sinkende Schiff verlassen.

Wenn man MySQL unterstützen will, wäre positive Kommunikation eindeutig angebrachter. Manchmal soll das herausstellen der Qualitäten eines Produkts sowie die eigene Unterstützung (“MySQL ist super und ich werde es in jedem Fall weiter nutzen und unterstützen!”) bessere Effekte zeigen, als stellt-euch-mal-vor-wenns-das-nicht-mehr-gäbe-Schwarzmalerei. Je größer und selbstsicherer die MySQL-Userbasis ist, desto lohnender ist es für Oracle, hier zu investieren. Verängstigte, unsichere Kunden sind leichte Beute für die Konkurrenz. Auch wenn sie aus demselben Unternehmen kommt.
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Sat, 2009-11-28, 00:38

Wolkige Verheißungen

by Timm

Das hier ist die längere Version eines Kommentars, den ich eigentlich zu Martins Artikel zum Thema schreiben wollte.

Seit Google mit ChromeOS ernst macht (oder es zumindest den Anschein hat) trifft man im Netz immer mal wieder auch auf negative Reaktionen. Aus den unterschiedlichsten Gründen scheint die ganze Idee nicht überall so gut anzukommen.
Dabei macht das alles auf den ersten Blick doch einen guten Eindruck. Für Netbooks ist das Thin-Client Konzept ja eigentlich wie gemacht. Und wenn man jetzt noch alles aus einer Hand bekommt, sauber aufeinander abgestimmt und dann auch noch Open Source? Was soll daran denn so schlimm sein?
Okay, Datenschutz. Keine Diskussion. Natürlich ist es fragwürdig, alle eigenen Daten einer anonymen Firma zur Verfügung zu stellen, die auch noch offen zugibt, alles automatisiert auszuwerten. Aber wenn mans mal aus Risikosicht betrachtet: Google befindet sich hier in einem echten Abhängigkeitsverhältnis. Die verdienen nur Geld, wenn “wir” (bzw. deren User) ihnen weiterhin ihre Daten zur Verfügung stellen – haben ergo ein ureigenes Interesse, dass mit den Daten kein Unsinn getrieben wird. Vor dem Hintergrund kann man natürlich trefflich eine ethische Diskussion führen – aber wenn ich einer Firma meine Daten anvertrauen würde, dann noch am ehesten der “Datenkrake”.
Das Monopolargument dagegen ist ein bisschen obstlastig. Gerne wird ja hier auf Microsoft verwiesen. Allerdings wird da gerne vergessen, dass beide Firmen völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle haben. Äpfel und Birnen also.

Ich sehe ChromeOS aus etwas anderen Gründen skeptisch: Die User werden in eine Abhängigkeit manövriert, die potentiell sehr gefährlich sein kann – für beide Seiten. Klar kann ich das GoogleOS nur zum surfen verwenden – Google zielt aber eindeutig auf etwas anderes. Wenn man schon das OS benutzt und nen Google-Account zum einloggen verwenden kann, liegt es ja nahe – zu nahe – auch die ganzen Google Tools zu benutzen, die mir ja dann auch einiges an Komfort bieten.
Und hier liegt der Hund begraben.
Bisher haben einige Leute nen gmail-Account, fast alle nutzen die Suche und Maps (aber da eher ohne Account) und die groups oder so was haben sicher auch nen gewissen Nutzerstamm. Wenn man jetzt anfängt, auf dem Umweg Browser/OS Leute zu den eigenen Diensten zu zerren verändert man das Verhältnis zu den Nutzern gravierend – von freiwilligen zu gezwungenen Anwendern. Und das kann böse nach hinten losgehen. Für den User ist erstmal alles praktisch und gut – das böse Erwachen kommt erst dann, wenn er seinen ganzen Kram vielleicht in einer anderen Applikation nutzen will und das nicht hinbekommt, weil die auf seinem OS nicht läuft oder er schlicht seine Daten aus Google nicht mehr raus bekommt.
Und für Google besteht immer die Gefahr, dass tatsächlich mal was schief geht. Bisher hatten die Jungs ja Glück – aber wenn wirklich mal ein größerer IT-Gau in den G-Servern stattfindet, reagieren “gezwungene” User völlig anders als freiwillige.

Bisher haben Google-Anwendungen immer durch Qualität gepunktet und User gefunden – oder eben nicht (siehe Docs). Und im besten Fall bleibt das auch so. Bei Computerprogrammen und vor allem im Internet ist Freiheit etwas sehr wichtiges. Das ganze funktioniert nur deshalb so gut, weil man frei Dienste und Applikationen kombinieren kann. das fördert Wettbewerb und Innovation. Offenes System halt. Und bei ChromeOS sehe ich die große Gefahr, dass das am Ende zwar oberflächlich noch “offen” und “frei” aussieht, de facto aber eine proprietäre Plattform ist.

Immer, wenn ein Hersteller damit anfängt, den Usern seinen Kram Huckepack mit den eigenen Killer-Apps aufs Auge zu drücken, spielt er ein gefährliches Spiel, an dessen Ende es immer nur einen echten Gewinner gibt.
Ich glaube Google ja, dass sie nicht böse sein wollen. Aber die Gefahr, dass sie es trotzdem sind, ist einfach zu groß.

Wed, 2009-11-18, 11:39

Fertig-PCs

by Timm

Eine der unausweichlichen Pflichten eines abgeschlossenen Informatikstudiums ist zweifelsohne, den kostenlosen PC-Support für die komplette Verwandtschaft sowie alle näher bekannten zu übernehmen, die das nicht selbst können.

Nun mach ich das nicht seit gestern, habe also schon einiges gesehen, aber in letzter Zeit hatte ich mit ein paar neueren PCs (teilweise sogar aus dem Fachhandel, sprich nicht von Aldi) zu tun und konnte echt nur mit dem Kopf schütteln. Okay, dass die meisten User zu einem gewissen Messietum, was installierte Programme angeht, leiden, ist ja nichts neues.
Dass Microsoft-Betriebssysteme Messietum unterstützen bzw. von sich aus schon dazu neigen, ist ja auch bekannt.
Dass ein Großteil der Programme einen völlig nutzlosen Daemon mitbringen, der sich ungefragt im System-Tray einnistet und fröhlich die RAM-MBs gleich im dutzend wegknuspert – geschenkt.
Mit der entsprechend Erfahrung weiß man ja dann schon, auf was man zu achten hat und wo man am besten nachschaut, wenns irgendwo hakt.

Was ich aber absolut nicht nachvollziehen kann, ist, dass dieses Rumgemülle auf Festplatte und Speicher heutzutage ja schon im Werk beginnt. Und das nimmt bisweilen abstruse Ausmaße an.
Wenn man schon ein vorinstalliertes Windows auf die Kisten klatschen muss, dann wäre ich als Hersteller doch zumindest bestrebt, diese Installation halbwegs ordentlich konfiguriert und _aufgeräumt_ an meine Kunden auszuliefern. Die haben immerhin ein paar hundert Euro dafür ausgegeben – da kann man ihnen zumindest ein System verkaufen, dass nicht von Anfang an schon total ausgebremst ist.

Ich kann ja noch verstehen, dass die Hersteller einen Antivirus oder ein Security-Paket vorinstallieren. Dass es dann meistens der Symantec-Müll ist, den man nicht wieder los wird ist noch mal ne andere Sache.
Aber wenns dann an die Berge an Anwendungssoftware geht – da fehlt mir echt jedes Verständnis. Teilweise findet man dann ja sogar Sachen doppelt – ein DVD-Abspielprogramm und eine DVD-Authoring-Software mit Abspielfunktion. MS-Works und StarOffice. Nero und WinOnCD. Systemtools mit Funktionen, die 100% redundant zu den Windows-Bordmitteln sind. Von 2-3 Browser-Toolbars ganz zu schweigen.
Alles natürlich im Agent-Modus und beim ersten Start direkt im Tray, so dass das erste mal booten schon 5 Minuten dauert. Und einem die 1000 Programme direkt annerven: “Ich bin hier! Stell mich ein! Warum bin ich nicht Standard-Programm für XY?”

Die meisten Anwender haben sich mittlerweile durchaus Ihre Lieblingsprogramme zusammengesucht und können die selbst installieren. Aber so sitzt man erst mal 6 Stunden vor der Kiste – Mediaplayer runter (2x), VLC drauf. Norton runter, Kaspersky drauf. Works und StarOffice runter und MS-Office drauf. Und und und. Und wenn man damit fertig ist, kann man direkt nen Registry Cleaner runterladen und erst mal aufräumen.

Der absolute Oberknüller ist aber: Wenn man sich doch entscheidet, einen Teil der beiliegenden Software zu benutzen, ist die oft genug sogar nur eine Testversion. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich kauf mir einen PC für 600€ und nach ein paar Tagen fängt die Software da drauf an, noch zusätzlich Kohle zu verlangen. Ich muss dann also im dümmsten Fall erstmal die evtl. nur eingeschränkt nutzbare Testversion einer Anwendung deinstallieren, um dann meine evtl. vorhandene Vollversion DERSELBEN Anwendung installieren zu können.
Spätestens hier würde ich mir als Kunde ziemlich Verarscht vorkommen.

Liebe PC-Anbieter, ich habe nur ein paar kleine Bitten an euch.

  • Wenn Ihr schon Windows auf den Büchsen vorinstallieren müsst, lasst es doch bitte bei einer Basisinstallation
  • Packt die Zuatzsoftware einfach auf CD dazu oder von mir aus auch als Installer auf die Festplatte. Wer sie dann nutzen will, kann Sie ja dann einfach installieren
  • Liefert eure PCs nicht mit Testversionen irgendwelcher Tools aus. Die Dinger sind für das was drin steckt schon gut bezahlt, da müsst ihr euch nicht noch von irgendwelchen Software-Firmen auf dem Rücken eurer Kunden subventionieren lassen
  • Wenn ihr schon einen Virenscanner vorinstalliert, sorgt zumindest dafür, dass die Signaturen halbwegs aktuell sind. Ein Virenscanner mit Signaturen von vor 12 Monaten nutzt mir nix
  • Und wenn ihr schon dabei seid: Liefert doch auch das Windows auf nem halbwegs aktuellen Patchlevel aus

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, fast immer das Vorinstallierte Windows komplett platt zu machen und eines frisches aufzusetzen. Das empfehle ich auch bei Nachfragen inzwischen grundsätzlich (bzw. als zweite Option nach “Linux benutzen” ;)).
Nix da von wegen “Auspacken, einschalten, loslegen”. Das kriegt – so schwer es mir fällt das zu sagen – wirklich nur Apple halbwegs hin.

Sat, 2009-11-07, 21:30

Update Kubuntu 9.10: Ein kurzer Erfahrungsbericht

by Timm

Im Gegensatz zu anderen Leuten bin ich Kubuntu treu geblieben und habe über die letzten Tage brav den Koala auf meine Rechner gepackt. Und weil ich kein Weichei und überdies ziemlich faul bin, hab ich natürlich nicht frisch installiert, sondern mich direkt am Update versucht.

Und was soll ich sagen – ich war echt positiv überrascht. Mal abgesehen von ein paar kleineren (durchaus Herzstillstand-verursachenden, nachher mehr dazu) Problemen hat das alles wirklich gut geklappt. Ich hab einige Updateversuche und anschließenden Reparaturorgien der letzten Jahre noch in schmerzlicher Erinnerung. Aber beim aktuellen gibts da eigentlich recht wenig zu mäkeln. Wollen wir mal hoffen, dass es so bleibt ;-)

Auf dem Laptop
Die Installation auf meinem Schleppi ist an sich recht übersichtlich gehalten und hat schon unter Jaunty ohne nennenswerte Eingriffe meinerseits recht problemlos funktioniert. Hinzu kommt, dass die Kiste noch recht neu ist und noch recht wenig Ballast mit sich rumschleppt. Entsprechend problemlos war das Update: 2x OK klicken, 40 Minuten warten, fertig.
Das wars.
Wirklich.
Selbst die Sache mit den Lokalisierungen haben die Jungs anscheinend hinbekommen – nach dem Update meldet sich ein kleines Tool und fragt, ob man die nötigen deutschen Language Files nachinstallieren will. Jaja, ich weiß, hätten sie beim Distri-Backen gleich von Anfang an die vollständigen, richtigen Übersetzungen genommen usw. usf. wäre das nicht nötig gewesen, aber davon mal abgesehen eine echt gute Sache.

Ich musste tatsächlich nichts weiter machen, als den WPA-Key fürs heimische WLAN noch mal raussuchen und neu eingeben. Wooo!

Auf dem Desktop
Nachdem mich das Update auf dem Schleppi ja total enttäuscht, um nicht zu sagen gelangweilt hat, hatte ich zumindest beim Desktop-PC auf ein paar Informatikergeeignete Stolperfallen gehofft. Und was soll ich sagen – ich bin zunindest nicht ganz enttäuscht worden.
Immerhin ist die Kiste mit Software-RAID, manueller Netzwerk-Konfig, einigen Servern und Diensten sowie Highend-AMD-Grafikkarte ein bisschen komplizierter konfiguriert. Und außerdem “lebt” die Kubuntu-Installation hier seit 7.10 und hat schon 2 Hardware-Upgrades überstanden, ohne je komplett sauber neu aufgesetzt zu werden. Versucht so was mal mit dem Microsoft-OS!
Aber ich hatte auch aufgrund einiger installierter Pakete (z.B. Amarok 1.4) ein bisschen Bammel.
Dennoch lief hier auch erstmal alles glatt. Installation lief locker durch, aber nach dem Reboot der erste Schock: Das Software-RAID war weg. Weg.

Ich benutze für das Sofware-RAID mdadm bzw. den MD-Treiber des Linux Kernels. War bisher immer völlig Problemlos – nur jetzt ließ sich das RAID beim booten nicht starten und auch händisch nicht mehr zum Leben erwecken.
Seltsam war, dass die logischen Partitionen mit dem RAID-Containern in /dev gar nicht erst auftauchen wollten. Noch seltsamer war, dass es mit einem der älteren Kernel (Statt 2.6.31) problemlos funktionierte.
Naja, das Problem also erstmal hinten angestellt, den 2.6.27er Kernel benutzt und mal weiter geschaut.

Da mir sowas natürlich keine Ruhe lässt, hab ich dann noch mal geschaut und festgestellt, dass komischerweise der “DM-Raid”-Kerneltreiber für Pseudo-RAIDs (wie z.B. in Mainboard-Chipsätzen) aktiv ist und auch ein Array gemappt bzw. dieses versucht hatte. Da man ja glücklicherweise selten mit seinen Problemen alleine ist, konnte ich das Problem doch noch lösen. Und das am selben Abend ;-)

Ansonsten kam hier auch die Lokalisierungsmeldung und das Tool hat es tatsächlich geschafft, meine hier seit Hardy verwurschtelte KDE-Lokalisierung wieder in die Reihe zu bekommen.
Desweiteren habe ich gelernt, dass man bei Konfig-Dateien, die man selbst _nicht_ angepasst hat, die Nachfrage beim Update immer mit “durch neue Version ersetzen” beantworten sollte.
So ganz ohne MySQL machts dann doch keinen Spaß.

Alles in allem haben mich die Updates jeweils nicht mal einen Abend gekostet, das finde ich schon mal extrem positiv. Die neue Version an sich finde ich auch gut. Upstart macht einen guten Eindruck, und mit kann man 4.3 der neuen KDE so langsam mal das Prädikat “fertig” geben. Hier hat es einige sinnvolle Erweiterungen und Verbessurungen gegeben. Das leicht überarbeitete Notification-System (nicht das von Ubuntu, sondern das KDE-eigene) gefällt mir jetzt viel besser, der Network Manager übrigens auch. Akonadi scheint jetzt etwas besser integriert zu sein, wobei ich da noch ein bisschen meine Nase reinstecken muss, ich hab da so ein, zwei coole Anwendungsideen im Hinterkopf.

Als nächstes steht Windows 7 an. In der VM läufts schon mal – ich bin aber mal gespannt, wie lange ich da brauche, bis ich eine funktionierende, brauchbar eingestellte Installation habe. Update von XP scheidet ja (leider?) aus, von daher wird es keinen direkten Vergleich geben ;-)

Fri, 2009-10-16, 22:03

ksmserverrc

by Timm

Manchmal mache selbst ich noch überraschende Entdeckungen mit diesen Computer-Dingern. So brachte mich ein seit ein paar Tagen bestehendes Problem in meinem KDE dazu, mal ein bisschen in den (seit einigen Kubuntu- und KDE-Versionen mitgeschleiften) KDE-konfigfiles zu wühlen – und bei der Gelegenheit eine nicht zu verachtende Performancesteigerung…

Aber von Anfang an: seit ein paar Tagen ließen sich teilweise einfach keine Programme mehr starten. Welches Programm war eigentlich egal – sobald ein paar Fenster offen waren, gingen halt einfach keine neuen mehr auf.

In so einem Fall sind logs und Google ja Gold wert – also mal kurz nachgeschaut und rausgefunden, dass der X-Server eine Obergrenze für Clients (= laufende grafische Programme) hat, und diese einfach erreicht war. Irgendwie komisch, bei maximal 2-3 offenen Fenstern…
Ein bisschen googlen brachte mich dann drauf, mal einen Blick in oben genannte Datei (~/.kde/share/config/ksmserverrc) zu werfen. Da merkt sich KDE unter anderem, welche Fenster beim letzten mal beenden offen waren, um diese nach dem nächsten Start automatisch zu starten. Und anscheinend arbeitet dieses Feature nach dem Staubsauger-Prinzip. Die ~500 Leichen hier haben dann auch das Problem locker erklären können. Offensichtlich ist bei irgendeiner meiner KDE-Basteleien da mal kräftig was schief gegangen.

Also beherzt die Datei gelöscht, KDE neu gestartet und siehe da: Ich kann nicht mehr nur wieder nach Herzenslust Programme starten, die gesamte Performance ist auch um gefühlte 1000% besser geworden.

Fazit: Um gewisse regelmäßige Aufräumarbeiten kommt man auch unter Linux nicht herum.

Wed, 2009-10-07, 20:00

RAIDereien

by Timm

Ich habe ein Problem. Meine aktuelle Festplattenkonfiguration sieht so aus, dass ich 4 250GB-Platten habe, die in einem RAID 5 zusammengefasst sind. Macht Netto 750GB (plus ne externe Platte über 500Gig, aber die ist eh ein bisschen außen vor).

Momentan plane ich meine nächste Turnusmäßige Aufrüstaktion Anfang nächsten Jahres – einerseits schiele ich stark in Richtung dieser schicken SSDs als Bootmedium – natürlich nicht für die Daten. Hier treibt mich momentan um, dass es auf den 750GB so langsam aber sicher ein bisschen eng wird. Musik, Videos, Spiele, 3 Betriebssysteme, ein paar VMs etc. – es braucht mehr platz. Jetzt könnte ich natürlich einfach noch eine 250er-Platte in das RAID hängen – das scheitert leider erstmal physikalisch am Platz im Gehäuse und schränkt auch die Auswahl an Mainboards ein – dann brauche ich mehr als 4 SATA-Ports. An einem Controller – oder eine extra SATA-RAID-Karte.

Nun hätte ich bei den aktuellen Preisen für den Kram auch keine Schmerzen, einfach neue Platten zu kaufen. Allerdings möchte ich keinesfalls auf die Redundanz verzichten – ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber für echte Backups sind mir dass gros der Daten einfach nicht wichtig genug. Fürs einfach mit der Platte über den Jordan gehen wärs allerdings schon ein bisschen schade.

Im Endeffekt bin ich unschlüssig, welchen Weg ich gehen soll. Einfach zwei Dicke Platten nehmen und spiegeln lassen, oder eine “smarte” Lösung mit mehreren nicht ganz so großen Scheiben. Das RAID 5 hat halt den Charme, dass ich bei Bedarf einfach ne Platte nachlegen kann. Ich als Faulpelz möchte natürlich nicht bei nächster Gelegenheit wieder alle Daten rumkopieren, was ja auch fehleranfällig ist. Andererseits siehts mit der Performance beim schreiben eher mau aus (obwohl es mir bisher kaum negativ aufgefallen ist) und man braucht von Anfang an drei Platten.

Vielleicht habt ihr ja einen Tipp für mich oder eine tolle neue Technologie, die ich in dem Zusammenhang komplett verschlafen habe.

Tue, 2009-09-15, 19:14

Kalendermanagement mit WebCalendar

by Timm

Ich suche ja jetzt schon seit längerer Zeit eine Möglichkeit, möglichst überall Einblick in meine Termine zu haben und die notfalls auch ändern zu können.

Das Problem? PDAs und Konsorten find ich bescheuert, mein Handy ist Termintechnisch nicht so der Brüller (und versteht sowieso nur Outlook) und google – ich wills halt schon gerne selber haben. Kann doch nicht so schwer sein. Ist es auch nicht.

Nachdem ich einige Zeit mit ics und WebDav rumgebastelt hab, bin ich jetzt doch auf das WebTool WebCalendar umgestiegen. Nach ein paar Tagen hat mein Leidensdruck wirklich erheblich abgenommen. Vorteil: Mit dem tool kann man sowohl die Termine über das Webinterface (das gar nicht mal schlecht ist) eingeben als auch das ganze als ics mit $Organizer-Applikation abbonieren, was erstaunlicherweise echt gut funktioniert.
Sogar das Firmen-Outlook abboniert anstandslos den Kalender – wenn auch nur als read-only.

Leider ist die Version in den Ubuntu-repos (9.04) schon ein bisschen angestaubt – so funktioniert da z.B. das Bearbeiten des Kalenders aus anderen Apps heraus gar nicht.
Aber die Installation der aktuellen Version von der Website läuft – da php – auch gewohnt Problemlos.

Einziger Wehmutstropfen (bis jetzt) – ein Datenbank-Backend ist zwingend Voraussetzung. Wer also auf der Suche nach ner guten Internet-Kalenderapplikation ist und sich nicht von google abhängig machen oder eine komplette Groupware-Monstrosität ans Bein binden will, sollte mal einen Blick drauf werden.

Tue, 2009-08-25, 20:43

Kleine Welt

by Timm

So kanns gehen – kaum macht man eine Schulung bei SAP, schon fällt man unverhofft einem mit-BAler über die Füße. Naja, so wirklich überraschen kanns einen ja nicht, dass aus meinem Kurs Leute da gelandet sind.

Tue, 2009-08-18, 13:05

Gedanken zum Urheberrecht

by Timm

Eins gleich vorneweg: Entschuldigung für diesen unsortierten Strom von Gedanken… beim nochmal drüberlesen ist mir aufgefallen, dass vielleicht ein paar Absätze gut getan hätten. Aber ich lasse es jetzt erstmal so und hoffe auf euer Verständnis.

Im Vergleich zur Zensursula-Debatte ist das Thema zwar etwas in den Hintergrund gerückt, aber trotzdem komme ich nicht umhin, mir in letzter Zeit zu dem ganzen “Urheberrechts-Komplex” ein paar Gedanken zu machen. Seit ich die ganze Diskussion über “geistiges Eigentum” (Patente, Urheberrecht, Markenrecht usw.) verfolge, fällt mir auf, wie oberflächlich diese meistens geführt wird. Interessanterweise wird sie aber auch von den Befürwortern eines “neuen” Urheberrechts eher selten in der Detaillierung betrachtet, die bei einem so komplexen Thema notwendig wäre. Meistens geht es wirklich nur um alles oder nichts. Warum das so ist, kann ich nicht sagen – vielleicht weil es bei dem Thema sehr leicht fällt zu formulieren, was man selbst will und im Gegenzug sehr schwer ist, das was die anderen wollen im Blick zu behalten. Das Problem ist relativ einfach beschrieben: Alles was mit “geistigem Eigentum” (ich verwende den Begriff nur sehr ungern und ausschließlich mangels sinnvollen anderen Begriffen) zu tun hat, ist schlicht nicht mehr Zeitgemäß. In unserer globalen Welt ist das Patent- und Markenrecht ein einziges Minenfeld, durch dass man nur mit viel Glück oder noch mehr Geld unbeschadet kommt. Und das Urheberrecht… naja, spätestens mit Zuses Erfindung hatte sich das jetzige Copyright-System sowieso überlebt. Überall wo man hinschaut: nix als Ärger mit dem Kram. Die Anhänger der “alten Ordnung” in Musik- und Filmindustrie führen einen verzweifelten Kampf gegen Windmühäähhh “Raubkopierer”. Für Software war das ganze eh nie wirklich geeignet, was zu der unsäglichen Software-Patente-Diskussion und dem bekannten Wildwuchs an Lizenzen geführt hat. Medikamentenhersteller kämpfen gegen ganze Länder, und Verleger gegen Google. Als Endanwender kann man ja eigentlich nur hoffen, nicht erwischt zu werden, sobald man mehr macht als CDs zu kaufen und sie alleine zu Hause zu hören. Und als Anbieter kann man entweder in dem Wahnsinnsspiel mitmachen oder man lässt es einfach ganz bleiben. Also für mich sieht es so aus, als wäre die gegenwärtige Rechtslage nicht unbedingt förderlich für Innovation und Wissensaustausch. Genau genommen ist es ein Wunder, dass überhaupt noch Sachen erfunden und kreative Werke geschaffen werden. Wissensgesellschaft? Informationszeitalter? Pah, wir sind reich und mächtig geworden, weil wir unseren Kram für uns behalten haben! Nun sind die Probleme ja nicht wirklich neu, aber trotzdem hat eine grundlegende Betrachtung in den letzten Jahren nicht stattgefunden. Aus irgendeinem Grund wird die Diskussion hauptsächlich von denen bestimmt, die sagen, Patente, Urheberrecht usw. sollen den “Schaffenden” dienen und damit meinen, dass damit die Profite weniger großer Firmen geschützt werden sollen. Was grundlegend an der ganzen Diskussion falsch läuft ist, dass die vielschichtigen Regeln von diesen Leuten fröhlich in einen Topf geschmissen werden: Patentrecht, Urheberrecht, Markenrecht: Egal, ist ja alles irgendwie geistiges Eigentum und jedes Antasten der Rechte von “Schaffenden” (sprich: großen Firmen, die “Schaffende” ausnutzen) ist Diebstahl. Das dumme ist nur, dass diese Argumentationslinie von vielen unter “uns”, die hier eine Änderung wollen, ebenfalls aufgegriffen wird. Wenn einer mit dem klassischen Mediamarkt-CD-Diebstahl-Vergleich kommt und der Gegenüber darauf auch noch eingeht, ist eigentlich alles verloren. Denn Diebstahl ist falsch. Es handelt sich um mehrere extrem komplexe Fragestellungen, für die es nicht eine simple Antwort geben kann. Die Regierungen handeln seit einigen Jahren gemäß einer solch einfachen Antwort (Diebstahl ist schlecht! Wir müssen die Erfinder/Künstler besser schützen!) und es funktioniert offensichtlich nicht besonders gut. Interessanterweise ist das auch ein Bruch mit der eigenen Tradition: Patentrecht, Urheberrecht usw. sind ja nur deshalb so kompliziert geworden, weil hier schon immer eine Abwägung zwischen den Interessen der “Schaffenden” und der restlichen Gesellschaft stattgefunden hat. Und auf dieser Basis muss auch wieder gehandelt werden, wenn wir nicht in Zukunft nur Patentanwälte und Musikmanager, sondern auch Erfinder, Ingenieure und Musiker haben wollen.

Würde man die Diskussion etwas sachlicher führen, könnte man auch feststellen, dass der ganze “Eigentum”-Vergleich sowieso totaler unfug ist. “Eigentum” bezieht sich immer auf eine Sache, die irgendjemand mal hergestellt hat. Das kann man erwerben, verkaufen, kaputt machen, verschenken oder sonstwas damit tun. Das alles geht mit “geistigen” Werken nicht uneingeschränkt. Immer, wenn es um “Wissen” im weitesten Sinne geht, funktioniert die Analogie gar nicht mehr – schon allein deshalb, weil jemand, der sein geistiges Werk weitergibt, es dadurch nicht verloren hat. Und seit es Computer gibt und damit die Kosten für die Verfielfältigung geistiger Werke praktisch gegen 0 gehen, ist das gesamte gedankliche Konstrukt komplett hinfällig.

Wie also wollen wir in Zukunft einerseits sicherstellen, dass sowohl die Gesellschaft als auch die Kreativen davon profitieren, dass neues geschaffen wird? Das ist die zentrale Fragestellung und sie geht weit darüber hinaus, wie lange das Copyright oder Patente gelten sollen.

Vor allem muss die Trennung zwischen den einzelnen Bereichen “geistigen Eigentums” erhalten bleiben – ein Patent ist etwas grundsätzlich anderes als das Urheberrecht und muss es auch bleiben. Ein zweiter wichtiger Punkt ist hier internationale Zusammenarbeit. Da muss sich auch einiges ändern, und zwar so, dass nicht nur die großen Konzerne von den Abkommen zum Thema profitieren.

Und als dritten wichtigen Punkt sehe ich Software – hier müsste man sich was komplett neues einfallen lassen. Der Vorschlag von RMS, dass auch kommerzielle Hersteller ihren Sourcecode hinterlegen müssen (ähnlich wie bei Patenten die Baupläne) geht hier schon mal in die richtige Richtung.

Ich denke, wenn wir es schaffen, hier mit der Diskussion anzusetzen, ist schon mal viel gewonnen. Und die Diskussion muss irgendwann ohne Scheuklappen geführt werden, wenn wir das mit der Wissensgesellschaft wirklich ernst nehmen wollen.

Fri, 2009-08-07, 12:31

Eine Zukunft ohne den IE6?

by Timm

Leider kann ich den Enthusiasmus über die gehäuften Ankündigungen, den IE6 nicht mehr zu unterstützen, nicht 100% beipflichten.

Natürlich ist es für Internet-Unternehmen wie Youtube, Facebook und die anderen nur konsequent, irgendwann den alten Ballast über Bord zu werfen. Irgendwann will man ja auch mal die ganzen tollen neuen Webtechnologien benutzen, die der IE6 nicht unterstützt.
Das ist auch nicht das Problem und war irgendwann abzusehen. Wenn jemand die Seiten nutzen will, muss er halt nen anderen Browser benutzen, es gibt ja genug Alternativen.

Das Dicke “aber” darf man hier aber auch nicht vergessen. Der IE6 war jetzt fast 10 Jahre lang der de-facto-Standard (schlimm genug, aber ist halt so). Und er ist der Standardbrowser, der bei Windows XP dabei ist, welches ebenfalls noch den Großteil der installierten Betriebssystembasis bildet. Vor allem im Unternehmensumfeld gibt es außerdem unzählige IE6-only Applikationen und Seiten, die definitiv nicht so schnell verschwinden/portiert werden können. Wir werden also auch in Zukunft die “Freude” haben, nicht ganz auf den IE6 verzichten zu müssen.

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