Ich bin kein Freund von Blacklists oder sonstigen Filtern, egal zu welchem Zweck man sie benutzt. Blacklists, zumal irgendwo, irgendwie automatisch generierte oder “beim Anbieter eingekaufte” gaukeln den Benutzern eine Sicherheit vor, die nicht vorhanden ist.

Die Argumente gegen Blacklists sind ja eigentlich bekannt: Filterlisten sind wie die Nachrichten von gestern. Das Ganze aktuell zu halten ist ein schönes Beispiel für Sisyphusarbeit. Somit sind sie nicht nur leicht zu umgehen, sondern laufen immer Gefahr etwas zu sperren, das gestern vielleicht böse war, heute aber schon wieder gut ist.

Je nachdem, wie hart die Regeln eingestellt sind, stellt sich teilweise eher der Gegenteilige Effekt ein: Die Spamflut schwappt weiter ungehindert in mein Postfach, aber die Mails von meinen Bekannten frisst der Filter. Oder auch sehr schön: Porno, Kino.to, Youtube und das Fratzenbuch sind aus dem Firmennetz ohne Probleme erreichbar, aber der Wikipedia-Artikel zu TCP/IP ist gesperrt.
Das erzeugt nicht unbedingt Zufriedenheit bei den Anwendern.

Noch schlimmer wird es dann, wenn dem User gar keine Wahl gelassen und direkt geblockt wird. Das verwirrt nicht nur, sondern ist in den meisten Fällen auch noch schwer korrigiert zu bekommen. Sehr schön bei Freemailern zu beobachten, wenn Web.de, GMX oder Yahoo mal wieder auf irgendeiner Filterliste gelandet sind (gerade heute in meinem Support-Umfeld wieder passiert).
That’s what I call collateral damage!

Stellt sich nur die Frage: Warum wird der Kram immer noch mit größter Leidenschaft eingesetzt, wo es doch so viel bessere Alternativen gibt?