Wie der Titel schon sagt, sind wir gesund wieder zu Hause – wie immer zu früh, aber dafür zutiefst erholt.

Eins vorneweg: Teneriffa ist wirklich eine sehenswerte Insel, und das mit dem ewigen Frühling stimmt tatsächlich. Obwohl da aktuell mit der heißeste Monat ist (Die Sonne steht mittags wirklich fast senkrecht – und das, obwohl die Sommersonnenwende schon wieder zwei Monate her war), hatten wir nie über 30° (zumindest an der Küste nicht), dafür war es auch morgens und (spät) abends noch frühsommerlich angenehm. Dazu weht permanent ein angenehmer, kühler Wind von der See. Naja, die Römer nannten die Kanaren ja nicht umsonst die “glücklichen Inseln”.
Interessant ist übrigens der Krasse Gegensatz zwischen Nord- und Südküste – während im Norden Bananen, Kartoffeln, Wein und weiß der Teufel was noch wuchert, ist der Süden (keine 20km entfernt) größtenteils wüstenhaft Karg. Ein echter Schnellkurs in Meteorologie für den geneigten Besucher 😉

Leider ist das Eiland auch recht überlaufen. Obwohl die “schlimmsten Zeiten” anscheinend vorbei sind und wir auch eher in die Nebensaison da waren, sind wir praktisch überall riesigen Touri-Ansammlungen begegnet, die mit dem Bus noch in die entlegensten Ecken gekarrt werden, dazu aber weiter unten mehr. Und wenn ich was im Urlaub eigentlich gar nicht haben kann, sind es andere Touristen. Aber da wir einen Mietwagen hatten, konnten wir unsere Touren so legen, dass wir entweder vor oder nach dem “Hauptfeld” bei den Sehenswürdigkeiten waren. Und ein paar “Geheimtipps” haben wir wohl auch gefunden.

Aber hier jetzt der (hoffentlich nicht allzu ausufernde) Bericht.

Anreise
14:00 ist eine sehr gute Zeit, zu fliegen. Man kann in Ruhe ausschlafen und muss nicht hetzen. Das übliche Flughafengeplänkel hat auch locker geklappt (es verliert ein bisschen an Spannung, wenn man täglich damit zu tun hat). Als Bonus wurde mein Laptop auf Sprengstoff getestet – wie aufregend! 😉

Leider fliegt man schon knapp 5 Stunden – für den Touristen-Bomber ist das schon recht lang und wir waren auch froh, endlich da zu sein. Als wir dann unseren Mietwagen abgeholt hatten und endlich in Richtung Puerto de la Cruz fahren wollten (die Flug ging zum Südflughafen – von da sind es ca. 40 Autobahn-Kilometer zu unserem Ziel), landeten wir erst mal direkt im Stau. Entsprechend hat sich unsere Ankunft im Hotel etwas verzögert, auch dadurch, dass die Straßen in Spanien ein bisschen… komisch sind und einen den direkten Weg sehr effektiv nicht fahren lassen. Entsprechend war es schon recht spät, bis wir da waren und nach dem dann doch recht langen Tag konnten wir auch nur noch eine Kleinigkeit vom Buffet naschen und dann ins Bett fallen.

Puerto de la Cruz
Unser erstes Ziel (außer dem Pool) war natürlich, die Umgebung zu erkunden. Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe zum botanischen Garten, aber etwas außerhalb der Innenstadt. Puerto de la Cruz hat ca. 30.000 Einwohner und liegt an der Nordküste der Insel am Ende eines fruchtbaren Tales. Entsprechend ist alles recht grün, leider wird die Innenstadt von unschönen Bettenburgen aus den 60ern und 70ern verschandelt. Allerdings muss man nur ein paar Schritte hinter der Strandpromenade verschwinden und bekommt eine hübsche und größtenteils frisch Renovierte Altstadt komplett mit kleinen Geschäften, Cafés usw. geboten.

Hafen, Uferpromenade und die verschiedenen (künstlichen) Bademöglichkeiten sind ebenfalls ganz sehenswert. Da es an dem Fleckchen Insel keinen Naturstrand gibt, wurden über die Zeit ganz nette Lavasand-Strände und ein großes Meerwasse-Schwimmbad (direkt am Meer) angelegt. Allerdings ist der Wellengang selbst an ruhigen Tagen recht stark, von daher haben wir nicht wirklich viel im Meer baden können.

Botanischer Garten
Nach ein paar Tagen faulenzen haben wir uns den nahe gelegenen botanischen Garten angesehen, wie sich herausstellt das ideale Ausflugsziel für einen heißen Sommernachmittag. Es handelt sich tatsächlich um den zweitältesten botanischen Garten Spaniens – irgendwann nach 1700 hatte man die Idee, tropische Pflanzen in Spanien anzusiedeln, und da das Klima in Spanien ja nicht ganz so tropisch ist, hoffte man, die Pflanzen während eines längeren Aufenthalts auf Teneriffa daran “gewöhnen” zu können. Es kam wies kommen musste, das Grünzeug gedieh auf Teneriffa prächtig, in Spanien allerdings… nich so.
Na jedenfalls bekommt man da auch heute noch einen Haufen exotischer und auch einheimischer Pflanzenwelt zu sehen. “Hauptattraktion” ist eine gigantische Würgefeige. Das ganze ist echt hübsch angelegt und dank der großen, Schatten spendenden Bäume sehr angenehm und ruhig. Also nicht nur was für Botaniker (zumal es auch einen Teich mit Schildkröten und Goldfischen gibt ;-))

Loro Parque
Tierisch gings auch weiter, am nächsten Tag waren wir nämlich im Loro Parque. Ursprünglich mal als reiner Papageienpark gedacht ist daraus ein durchaus respektabler Zoo geworden. Nach einer erfreulich kurzen Anfahrt, unerfreulich langem Schlange stehen sowie einem noch unerfreulicheren Eintrittspreis (35€ pro Person finde ich schon sehr happig) hatte ich ja befürchtet, man würde den anderen Besuchern sehr auf den Füßen stehen. Aber glücklicher Weise verläuft sich die Masse dann doch sehr gut.
Wir haben uns dann noch eine geführte Tour gegönnt (Discovery-Tour, 10€ p.P.), die sehr gut gemacht war und uns auch einen Blick “Hinter die Kulissen” ermöglicht hat – wir konnten uns ein paar der Hauptattraktionen mal aus ungewohnter Perspektive und auch die Technik ein bisschen anschauen – insgesamt knappe zwei Stunden waren wir so “geführt” unterwegs. Zusammen mit dem Eintritt hat das Preis-Leistungs-Verhältnis dann wieder gepasst. Im Anschluss haben wir uns dann den Park noch mal als “normale” Besucher angeguckt. Neben “normalen” Zootieren wie Affen, Tigern, Erdmännchen, Seelöwen und natürlich Papageien und anderen bunten Vögeln (davon einige in einer coolen Riesen-Freiflug-Voliere) hat der Park auch ein großes Haifisch-Aquarium mit Tunnel (sehr cool), ein Super-Duper-HighTech-Pinguinhaus sowie Delfine und Orcas (die meiner Meinung nach dort sehr viel Platz haben).

Nach einem kleinen Mittagessen haben wir uns dann noch einige Shows angesehen sind dann erschöpft, geschröpft und reizüberflutet wieder ins Hotel.

Fast vergessen: Koi-Karpfen! Ein sehr lustiges Schauspiel gab es schon direkt hinter dem Eingang zu beobachten. Da hat es einen Teich mit Koi-Karpfen drinne. Nun füllen die Fische den Teich in “angemessener Dichte” aus, wenn sie sich gleichmäßig verteilen. Allerdings scheinen die Brötchen sehr gerne zu mögen, weshalb sich wann immer jemand einen Krümel in den Teich wirft wenige Sekunden später ein riesiger Koi-Klumpen aus hunderten Fischen an dieser Stelle bildet. Und ja, die Viecher können verdammt schnell sein, wenn sie wollen. Erklärt vielleicht, warum ich die Reiher (die auch in dem Teich leben sollen) nicht gesehen habe…

So, dass soll es für heute erst mal gewesen sein. Teil 2 folgt diese Woche noch mit Landschaft. Viel Landschaft.