Oracle wird Sun übernehmen – so viel steht mittlerweile fest.

Das ganze wird die Branche ein bisschen durcheinander schütteln, aber in den letzten Wochen war die Diskussion trotzdem von nur einem Thema beherrscht: MySQL

Desaster!

Es ist schon schwer genug, dem FUD der anderen kommerziellen Hersteller etwas entgegenzusetzen (insbesondere in Unternehmen mit … konservativen Einstellungen gegenüber “kostenloser” Software). Da braucht man nicht unbedingt eine Menge Lichtgestalten aus dem FLOSS-Umfeld, die feste mitmachen.

Vielleicht ist es ja gar nicht Oracles Ziel, MySQL bei nächster Gelegenheit los zu werden. Mal ganz abgesehen davon, dass das eh so einfach nicht geht. GPL und so.
Vielleicht hat Oracle ja wirklich Unternehmerische, Strategische Ziele für das Produkt “MySQL”. So was solls geben.

Klar, die Idee dass Oracle hier bequem die kostenlose Konkurrenz loswerden will liegt nahe – aber es gibt auch gute Argumente, die dagegen sprechen. Was wirklich passiert, wird nur die Zeit zeigen können.

Was aber in jedem Fall kontraproduktiv ist: Das schlimmst mögliche Szenario als das wahrscheinliche darzustellen und kräftig die Angst davor zu schüren. Das tut die Konkurrenz (IBM, Microsoft) schon zur Genüge. Wenn auch noch die eigenen Leute mitmachen muss der Verantwortungsvolle CIO ja nach Alternativen suchen und möglichst schnell das -vermeintlich- sinkende Schiff verlassen.

Wenn man MySQL unterstützen will, wäre positive Kommunikation eindeutig angebrachter. Manchmal soll das herausstellen der Qualitäten eines Produkts sowie die eigene Unterstützung (“MySQL ist super und ich werde es in jedem Fall weiter nutzen und unterstützen!”) bessere Effekte zeigen, als stellt-euch-mal-vor-wenns-das-nicht-mehr-gäbe-Schwarzmalerei. Je größer und selbstsicherer die MySQL-Userbasis ist, desto lohnender ist es für Oracle, hier zu investieren. Verängstigte, unsichere Kunden sind leichte Beute für die Konkurrenz. Auch wenn sie aus demselben Unternehmen kommt.
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