Im Gegensatz zu anderen Leuten bin ich Kubuntu treu geblieben und habe über die letzten Tage brav den Koala auf meine Rechner gepackt. Und weil ich kein Weichei und überdies ziemlich faul bin, hab ich natürlich nicht frisch installiert, sondern mich direkt am Update versucht.

Und was soll ich sagen – ich war echt positiv überrascht. Mal abgesehen von ein paar kleineren (durchaus Herzstillstand-verursachenden, nachher mehr dazu) Problemen hat das alles wirklich gut geklappt. Ich hab einige Updateversuche und anschließenden Reparaturorgien der letzten Jahre noch in schmerzlicher Erinnerung. Aber beim aktuellen gibts da eigentlich recht wenig zu mäkeln. Wollen wir mal hoffen, dass es so bleibt 😉

Auf dem Laptop
Die Installation auf meinem Schleppi ist an sich recht übersichtlich gehalten und hat schon unter Jaunty ohne nennenswerte Eingriffe meinerseits recht problemlos funktioniert. Hinzu kommt, dass die Kiste noch recht neu ist und noch recht wenig Ballast mit sich rumschleppt. Entsprechend problemlos war das Update: 2x OK klicken, 40 Minuten warten, fertig.
Das wars.
Wirklich.
Selbst die Sache mit den Lokalisierungen haben die Jungs anscheinend hinbekommen – nach dem Update meldet sich ein kleines Tool und fragt, ob man die nötigen deutschen Language Files nachinstallieren will. Jaja, ich weiß, hätten sie beim Distri-Backen gleich von Anfang an die vollständigen, richtigen Übersetzungen genommen usw. usf. wäre das nicht nötig gewesen, aber davon mal abgesehen eine echt gute Sache.

Ich musste tatsächlich nichts weiter machen, als den WPA-Key fürs heimische WLAN noch mal raussuchen und neu eingeben. Wooo!

Auf dem Desktop
Nachdem mich das Update auf dem Schleppi ja total enttäuscht, um nicht zu sagen gelangweilt hat, hatte ich zumindest beim Desktop-PC auf ein paar Informatikergeeignete Stolperfallen gehofft. Und was soll ich sagen – ich bin zunindest nicht ganz enttäuscht worden.
Immerhin ist die Kiste mit Software-RAID, manueller Netzwerk-Konfig, einigen Servern und Diensten sowie Highend-AMD-Grafikkarte ein bisschen komplizierter konfiguriert. Und außerdem “lebt” die Kubuntu-Installation hier seit 7.10 und hat schon 2 Hardware-Upgrades überstanden, ohne je komplett sauber neu aufgesetzt zu werden. Versucht so was mal mit dem Microsoft-OS!
Aber ich hatte auch aufgrund einiger installierter Pakete (z.B. Amarok 1.4) ein bisschen Bammel.
Dennoch lief hier auch erstmal alles glatt. Installation lief locker durch, aber nach dem Reboot der erste Schock: Das Software-RAID war weg. Weg.

Ich benutze für das Sofware-RAID mdadm bzw. den MD-Treiber des Linux Kernels. War bisher immer völlig Problemlos – nur jetzt ließ sich das RAID beim booten nicht starten und auch händisch nicht mehr zum Leben erwecken.
Seltsam war, dass die logischen Partitionen mit dem RAID-Containern in /dev gar nicht erst auftauchen wollten. Noch seltsamer war, dass es mit einem der älteren Kernel (Statt 2.6.31) problemlos funktionierte.
Naja, das Problem also erstmal hinten angestellt, den 2.6.27er Kernel benutzt und mal weiter geschaut.

Da mir sowas natürlich keine Ruhe lässt, hab ich dann noch mal geschaut und festgestellt, dass komischerweise der “DM-Raid”-Kerneltreiber für Pseudo-RAIDs (wie z.B. in Mainboard-Chipsätzen) aktiv ist und auch ein Array gemappt bzw. dieses versucht hatte. Da man ja glücklicherweise selten mit seinen Problemen alleine ist, konnte ich das Problem doch noch lösen. Und das am selben Abend 😉

Ansonsten kam hier auch die Lokalisierungsmeldung und das Tool hat es tatsächlich geschafft, meine hier seit Hardy verwurschtelte KDE-Lokalisierung wieder in die Reihe zu bekommen.
Desweiteren habe ich gelernt, dass man bei Konfig-Dateien, die man selbst _nicht_ angepasst hat, die Nachfrage beim Update immer mit “durch neue Version ersetzen” beantworten sollte.
So ganz ohne MySQL machts dann doch keinen Spaß.

Alles in allem haben mich die Updates jeweils nicht mal einen Abend gekostet, das finde ich schon mal extrem positiv. Die neue Version an sich finde ich auch gut. Upstart macht einen guten Eindruck, und mit kann man 4.3 der neuen KDE so langsam mal das Prädikat “fertig” geben. Hier hat es einige sinnvolle Erweiterungen und Verbessurungen gegeben. Das leicht überarbeitete Notification-System (nicht das von Ubuntu, sondern das KDE-eigene) gefällt mir jetzt viel besser, der Network Manager übrigens auch. Akonadi scheint jetzt etwas besser integriert zu sein, wobei ich da noch ein bisschen meine Nase reinstecken muss, ich hab da so ein, zwei coole Anwendungsideen im Hinterkopf.

Als nächstes steht Windows 7 an. In der VM läufts schon mal – ich bin aber mal gespannt, wie lange ich da brauche, bis ich eine funktionierende, brauchbar eingestellte Installation habe. Update von XP scheidet ja (leider?) aus, von daher wird es keinen direkten Vergleich geben 😉