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Tue, 2009-10-20, 20:22

Eine Sauerei

by Timm

Man stelle sich das mal vor: Da hat sich doch die Regierug für sich und ihre Beamten nen anderen “Schweinegrippe”-Impfstoff bestellt als für den Rest der Bevölkerung. Schlimm, das.

Wie kann sowas nur passieren? Zwei-Klassen-Medizin! Die gesamte deutsche Bevölkerung als Versuchskaninchen! Packt schnell die Tinfoil-hats aus! Die Regierung ist hinter uns her! Und die Pharmafirmen sowieso!

Okay, ich kann verstehen, dass so eine Story der feuchte Traum eines jeden “investigativen” Journalisten ist. Es kommt (endlich mal wieder) die Schweinegrippe drin vor, man kann mal wieder schön gegen die da oben wettern und die meisten Leute kennen sich mit diesem Impfgedöns sowieso nicht aus, also brauchen wir auch nicht zu dolle recherchieren.

Aber von vorne an:

1. Die Schweinegrippe wird von der WHO als pandemische Krankheit eingestuft.
2. In allen halbwegs entwickelten Ländern (u.a. auch Deutschland) laufen die Krisenpläne für einen solchen Fall an. U.a. wird zunächst für “kritisches Personal” – in dem Fall Regierungsmitglieder, hohe Bundesbeamte, Militär, Polizei, medizinisches Personal usw. Impfstoff beschafft
3. “Die Regierung” bzw. irgendein Bundesamt bestellt bei Firma X eine entsprechende Menge Impfstoff (das ist dann der “gute”)
4. Ob es eine Impfung für die ganze Bevölkerung gibt und in welchem Umfang ist erstmal noch offen – genauso wie die Finanzierung
5. Dank der vorbildlichen und ruhigen Berichterstattung der Medien (“Oh gott, wir werden alle sterben!”) wird beschlossen, doch genug Impfstoff für das gros der Bevölkerung zu ordern
6. Der Impfstoff bei Firma X ist ausverkauft
7. Es wird anderer Impfstoff bei Firma Y gekauft (das wäre dann der “schlechte” mit diesen schlimmen Wirkbeschleunigern drin)

Bis dahin eigentlich ganz normale Beschaffungspraxis. Beide Impfstoffe werden getestet und zugelassen. Eigentlich kein Problem, sollte man meinen.
Okay, mittlerweile sind wir ein bisschen schlauer. Die Schweinegrippe hat sich nicht als neue Pest herausgestellt, entsprechend hätten wir die große Menge Impfstoff auch nicht unbedingt kaufen brauchen. Aber egal, freut sich halt der Hersteller.
Außerdem sind wohl beide Impfstoffe nicht ausreichend an schwangeren und kleinen Kindern getestet bzw. bei diesen Gruppen besteht ein Restrisiko.

Wie wäre jetzt das angemessene Verhalten in so einem Fall (die Impfung ist an sich sicher aber nicht unbedingt notwendig – in einigen Fällen gibt es ein kleines Restrisiko)?
Also ich kenn das aus meiner Jugend (TM) so, dass man dann sagt: Informier dich bei deinem Hausarzt und entscheide dann für dich, mit welchem Risiko (Nebenwirkung oder Grippeinfektion) du besser leben kannst. Kam mir immer ganz vernünftig vor. Hätte ja auch so in der Zeitung stehen können.

Aber nein – unsere hohen Herren haben für sich ja die Premium-Spritzen gehortet. Und da kann man ja mal schnell bisschen draufhauen. Das man damit die Menschen verunsichert, verwirrt und die Impfpraxis als solche nachhaltig in der öffentlichen Meinung schädigt (ich warte auf die ersten Bild-Interviews: “Also ich lass meinen Sohn nicht gegen Masern impfen. Hab gelesen, da wäre auch das Gift von der Regierung drin”).
Das hat nichts mit Journalismus und Verantwortungsgefühl zu tun.

Ich finde das ne Sauerei.

BTW: Ich bin zwar an sich ein Fan des Impfens an sich, werde mich aber nicht gegen die Grippe impfen lassen, genau so wenig wie in den letzten Jahren.

Sat, 2009-10-17, 19:42

Bürger und Rechte

by Timm

“Sieg bei Bürgerrechten” sagt der Spiegel. “Kinderpornoseiten löschen statt sperren” schreibt die Tagesschau.

Ja, tatsächlich, die FDP hat in den Koalitionsverhandlungen erreicht, dass das von der Leyensche Zensur-Gesetz vorerst nicht in kraft tritt. Der Bundestrojaner soll dem BKA allein vorbehalten bleiben, und auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung darf nur bei “wirklich schlimmen Sachen” zugegriffen werden. Klingt erstmal gut, oder?

Die Reaktionen sind – zurecht – eher vorsichtig bis hoffnungsvoll.

Einerseits muss ich mich der positiven Grundstimmung anschließen – die FDP hat schon mal mehr erreicht, als ich erwartet hätte. Allerdings ist es IMHO noch zu früh, von einem Paradigmenwechsel zu sprechen.
Immerhin sind die Netzsperren – trotz ihres Symbolcharakters – immer noch ein Nebenkriegsschauplatz. Die Idee mit den Stoppschildern ist zunächst mal nur als Walkampfgag enttarnt worden. Die echten Hauptgewinne unserer Überwachungsfanatiker (Vorratsdatenspeicherung und Onlinedurchsuchung) sind aber mitnichten Tot, sondern werden nur erstmal nicht ausgeweitet. In sich auch schon mal ein Achtungserfolg (im Vergleich zu dem, was wir aus den letzten Jahren kennen). Dennoch werden weiter verdachtsunabhängig Verbindungsdaten gespeichert und es dürfen weiterhin Computer ohne Wissen der Besitzer durchschnüffelt werden. Von einem echten Erfolg kann also keinesfalls gesprochen werden. Ich werde erst von einem Sieg für die Bürgerrechte sprechen, wenn beide Maßnahmen (und noch so ein paar andere) auf dem historischen Müllhaufen der Bundespolitik gelandet sind.

Nein, für mich sind die erreichten Einigungen erstmal nur ein minimaler Anfang. Die eigentliche Marschrichtung der nächsten Regierung wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Wenn es der FDP nämlich wirklich um einen Paradigmenwechsel in der Innenpolitik geht und nicht nur um kosmetische Korrekturen, werden die liberalen keinen CDU-Innenminister und schon gar nicht Wolfgang Schäuble akzeptieren dürfen.

Fri, 2009-10-16, 22:03

ksmserverrc

by Timm

Manchmal mache selbst ich noch überraschende Entdeckungen mit diesen Computer-Dingern. So brachte mich ein seit ein paar Tagen bestehendes Problem in meinem KDE dazu, mal ein bisschen in den (seit einigen Kubuntu- und KDE-Versionen mitgeschleiften) KDE-konfigfiles zu wühlen – und bei der Gelegenheit eine nicht zu verachtende Performancesteigerung…

Aber von Anfang an: seit ein paar Tagen ließen sich teilweise einfach keine Programme mehr starten. Welches Programm war eigentlich egal – sobald ein paar Fenster offen waren, gingen halt einfach keine neuen mehr auf.

In so einem Fall sind logs und Google ja Gold wert – also mal kurz nachgeschaut und rausgefunden, dass der X-Server eine Obergrenze für Clients (= laufende grafische Programme) hat, und diese einfach erreicht war. Irgendwie komisch, bei maximal 2-3 offenen Fenstern…
Ein bisschen googlen brachte mich dann drauf, mal einen Blick in oben genannte Datei (~/.kde/share/config/ksmserverrc) zu werfen. Da merkt sich KDE unter anderem, welche Fenster beim letzten mal beenden offen waren, um diese nach dem nächsten Start automatisch zu starten. Und anscheinend arbeitet dieses Feature nach dem Staubsauger-Prinzip. Die ~500 Leichen hier haben dann auch das Problem locker erklären können. Offensichtlich ist bei irgendeiner meiner KDE-Basteleien da mal kräftig was schief gegangen.

Also beherzt die Datei gelöscht, KDE neu gestartet und siehe da: Ich kann nicht mehr nur wieder nach Herzenslust Programme starten, die gesamte Performance ist auch um gefühlte 1000% besser geworden.

Fazit: Um gewisse regelmäßige Aufräumarbeiten kommt man auch unter Linux nicht herum.

Mon, 2009-10-12, 21:23

Ärzte…

by Timm

Was macht man, wenn sich zwei Ärzte nicht einig im Bezug auf eine Krankheit sind? Richtig, der Informatiker verfährt nach dem bewährten Fly-By-Wire-Konzept und fragt einen dritten.

Und jetzt sitzt er hier und ist trotzdem nicht schlauer geworden. Wer hätte auch erwarten können, dass der sich nicht einer der anderen Meinungen anschließt, sondern sich eine dritte ausdenkt?

Wed, 2009-10-07, 20:00

RAIDereien

by Timm

Ich habe ein Problem. Meine aktuelle Festplattenkonfiguration sieht so aus, dass ich 4 250GB-Platten habe, die in einem RAID 5 zusammengefasst sind. Macht Netto 750GB (plus ne externe Platte über 500Gig, aber die ist eh ein bisschen außen vor).

Momentan plane ich meine nächste Turnusmäßige Aufrüstaktion Anfang nächsten Jahres – einerseits schiele ich stark in Richtung dieser schicken SSDs als Bootmedium – natürlich nicht für die Daten. Hier treibt mich momentan um, dass es auf den 750GB so langsam aber sicher ein bisschen eng wird. Musik, Videos, Spiele, 3 Betriebssysteme, ein paar VMs etc. – es braucht mehr platz. Jetzt könnte ich natürlich einfach noch eine 250er-Platte in das RAID hängen – das scheitert leider erstmal physikalisch am Platz im Gehäuse und schränkt auch die Auswahl an Mainboards ein – dann brauche ich mehr als 4 SATA-Ports. An einem Controller – oder eine extra SATA-RAID-Karte.

Nun hätte ich bei den aktuellen Preisen für den Kram auch keine Schmerzen, einfach neue Platten zu kaufen. Allerdings möchte ich keinesfalls auf die Redundanz verzichten – ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber für echte Backups sind mir dass gros der Daten einfach nicht wichtig genug. Fürs einfach mit der Platte über den Jordan gehen wärs allerdings schon ein bisschen schade.

Im Endeffekt bin ich unschlüssig, welchen Weg ich gehen soll. Einfach zwei Dicke Platten nehmen und spiegeln lassen, oder eine “smarte” Lösung mit mehreren nicht ganz so großen Scheiben. Das RAID 5 hat halt den Charme, dass ich bei Bedarf einfach ne Platte nachlegen kann. Ich als Faulpelz möchte natürlich nicht bei nächster Gelegenheit wieder alle Daten rumkopieren, was ja auch fehleranfällig ist. Andererseits siehts mit der Performance beim schreiben eher mau aus (obwohl es mir bisher kaum negativ aufgefallen ist) und man braucht von Anfang an drei Platten.

Vielleicht habt ihr ja einen Tipp für mich oder eine tolle neue Technologie, die ich in dem Zusammenhang komplett verschlafen habe.

Wed, 2009-10-07, 19:38

Feuer!

by Timm

Heute hatten wir in der Firma ein halbtägiges Seminar “richtiger Umgang mit Feuerlöschern”
Die Unterweisung war sehr gut gemacht und sogar für “eingeweihte” wie mich noch ein bisschen lehrreich. Sollte sich euch mal die Gelegenheit bieten bei so was mitzumachen, nehmt euch unbedingt die Zeit – kann im Zweifel wirklich einiges an Ärger ersparen, wenn man die kleinen roten Dinger auch richtig bedienen kann.
In UK sind solche Unterweisungen am Arbeitsplatz übrigens Pflicht – es ist also nicht alles auf der Insel nur schlecht ;-)

Außerdem war ich letzte Woche auch noch 2 Tage an der Landesfeuerwehrschule in der Brandsimulationsanlage. Hier täuscht übrigens der Name – da drin werden Brände keineswegs nur simuliert. Ich bin übrigens vollständig gesund und ohne Verbrennungen am Freitag wieder nach Hause gekommen, obwohl ich anschließend schon ein bisschen Muskelkater hatte.
Was mir allerdings immer noch schleierhaft ist: Man trifft grundsätzlich bei jedem Lehrgang Leute aus dem Nachbarort. Von denen jeder mit dem Auto dahin gefahren ist. Allein. Nach Kassel. In unserem Fall über 200km. Da muss es doch ne technische Lösung geben…