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Thu, 2009-05-28, 18:36

Schandflecke

by Timm

Und jetzt mal etwas komplett anderes: Lokalpolitik.

Was in letzter Zeit immer häufiger mal hochkommt ist die Diskussion um sog. “Schandflecke”. Letztes Jahr hatte die Gemeindeverwaltung schon mal einen Batzen Geld in die Hand genommen, um so was zu beseitigen.
Die Situation: Ein Grundstücksbesitzer lässt ein/mehrere Gebäude (z.B. eine Brandruine) ungenutzt vor sich hin vergammeln – sowas sieht nicht schön aus, schadet also dem Gesamteindruck. Nun kann man als Gemeinde es einfach so lassen. Oder: für nicht unerheblich viel Geld das Anwesen kaufen und für nicht minder viel Geld Renovierung/Abriss/Umgestaltung selbst übernehmen.
Es freut sich der ehemalige Inhaber – er ist seinen Schrott los und hat zusätzlich nicht zu knapp Asche rausschlagen können.

Und – na klar – sobald eine Gegend von einem solchen Schandfleck befreit ist, wollen die anderen natürlich auch behoben sein. Wäre ja sonst auch ungerecht, insbesondere wenn man in ner Flächengemeinde lebt, in der jeder Ortsteil auf seine Pfründe besteht.

Okay, eigentlich jeder freut sich, wenn unschöne Flecken mal aufgehübscht werden, und wenns überhand nimmt, muss eine Stadt/Gemeinde wohl wirklich gegensteuern, bevor sich eine Art Abwärtsspirale in Gang setzt – Stichwort Broken Windows Theorie.
Nur: Hier ist der Knackpunkt. Ich wohne nun schon lange in Freigericht, kenne aber auch andere Ortschaften ganz gut – und von einem Überhandnehmen heruntergekommener Immobilien kann nun wirklich nicht die Rede sein. Wie überall gibt es hier sehr schöne und weniger schöne Flecken – aber alles in allem ist das Freigericht eigentlich ziemlich idyllisch und ich denke, allzu viel Handlungsbedarf besteht hier eigentlich nicht.
Hinzu kommt: Im konkreten Fall, um den es gerade geht, würde ich das Objekt noch nicht mal als “Schandfleck” bezeichnen. Ein unbewohntes Haus, 50er-Jahre-Stil. Nicht besonders Hübsch, ein bisschen Farbe könnte nicht schaden und an der einen Wand hat sich jemand mit Grafitti verewigt.
Also wirklich schlimm ist es nicht – ich kenne bewohnte Häuser, die deutlich schlimmer aussehen.

Und jetzt soll wohl eine hübsche Rasenfläche draus gemacht werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, das Geld könnte besser investiert werden.
Naja. Was solls. Vielleicht liegt mein Missfallen auch einfach daran, dass ich es hier so mag, wie es ist – auch “Schandflecke” machen einen Ort so ein bisschen aus. Wenns überall nur schöne Rasenflächen und fesche, renovierte Häuser gäbe, wär das schon irgendwie langweilig.
Oder?

Tue, 2009-05-19, 16:35

Test: Amazon MP3

by Timm

Seit kurzem bietet Amazon seinen Musik-Download-Laden auch in Deutschland an – und da ich ja immer auf der verzweifelten Suche nach guten, legalen Downloadmöglichkeiten für Musik bin, hab ichs natürlich gleich mal ausprobiert.

Eins vorweg: Ich sehe solche Angebote nicht nur in Konkurrenz mit anderen Portalen (Musicload, iTunes usw.), sondern vor allem auch als Alternative zu “CD im Laden kaufen/bestellen”. P2P ziehe ich nicht als “echte” Konkurrenz heran, allerdings muss sich ein Downloadshop in einigen Bereichen auch den Vergleich mit Bittorrent & co. gefallen lassen – wenn man Geld für die Downloads haben will, sollte man es für die Kunden schon so gestalten, dass es zumindest nicht sehr viel aufwendiger als die “andere” Online-Bezugsquelle ist.

Shop/Suche
Die MP3-Downloads sind bei Amazon nahtlos in den “normalen” Musik-Bereich integriert, finden sich also zwischen CDs, DVDs und Videospielen als eigene Kategorie. Von der Aufmachung her orientiert sich das alles stark am CD-Bereich – auch die Such- und Gruppierungsfunktionen. Hier fällt einem auch direkt das erste Manko auf – die Kategorisierung sowie die Suche funktionieren zwar für ganze Alben sehr gut (zumal man vom Artikel für die CD direkt zum MP3-Bereich springen kann – einer der Vorteile, wenn derselbe Laden beides verkauft), für die Suche nach einzelnen Songs ist das ganze aber eher ungeeignet. Man kann zwar durch geschicktes Kombinieren von Such- und Sortierfunktionen eigentlich alle möglichen Anfragen umsetzen, aber insbesondere wenn man einen bestimmten Song eines bestimmten Künstlers sucht, ist das ganze schon arg umständlich. Hier könnte noch was passieren.
Auf der anderen Seite kann Amazon durch die Integration ins normale Sortiment natürlich seine klassischen Stärken ausspielen. Die Vorschläge, die basierend auf dem aktuellen und vorhergehenden Einkäufen erzeugt werden, die Download-Charts, Kombi-Angebote – das sind schon nette Features, die man in der Form woanders nicht unbedingt findet.

Auswahl
Aktuell bietet Amazon knapp 6 Millionen Songs – das klingt schon mal ganz gut und es finden sich auch weniger bekannte Gruppen relativ vollständig wieder. Ich habe in den letzten Tagen immer mal (nicht repräsentativ) gesucht und die angebotenen Ergebnisse haben mich, mit wenigen Ausnahmen, überzeugt. Außerdem stehen auch Stücke und Alben zum Download bereit, deren CD-Gegenstück nicht mehr lieferbar ist.

Preise
Was die Preise angeht, kann sich das Angebot durchaus sehen lassen. Einzelne Stücke kosten zwischen 0,91€ und 0,99€ – das ist zwar immer noch recht happig, aber in den meisten Fällen doch ein paar Cent günstiger als die Konkurrenz. Wirklich gut sind die Preise für ganze Alben – auch aktuelle Platten gibts größtenteils schon für unter 5€. Allerdings musste ich für das neue Green Day-Album 7,99 bezahlen – das sind zwar 6€ weniger als für die Scheibe, aber für mich schon ziemlich nahe an der Schmerzgrenze.

Bestellung&Bezahlung
Die Bestellabwicklung funktioniert über das bekannte Amazon-Bestellsystem, entsprechend einfach und problemlos läuft alles ab – wenn man bereits Amazon-Kunde ist, braucht man sich nicht noch mal registrieren. Man kann aber soweit ich das sehe nicht per Bankeinzug oder Rechnung bezahlen. Ein bisschen nervig sind die Bestätigungs-eMails, die man auch bekommt, wenn man nur einen Titel gekauft hat.

Download
Der Download startet automatisch, sobald der Bestellvorgang abgeschlossen ist. Solange man nur einen Titel gekauft hat, funktioniert das auch hervorragend. Sobald man aber mehrere MP3s im Einkaufskörbchen hat, muss/soll man den Amazon-eigenen Downloadmanager benutzen, den es für Windows, Mac und verbreitet Linux-Distros gibt. Ein kurzer Blick in die Windows-Version zeigt, dass das Tool wirklich nichts anderes macht, als alle Dateien runterzuladen, man kann damit auch Downloads wiederaufnehmen, pausieren etc. Außerdem können die runtergeladenen MP3s direkt im Windows Media Player oder iTunes in die Sammlung aufgenommen werden. So weit, so unspektakulär.
Natürlich funktioniert die angebotene Version für Ubuntu 8.10 auf 9.04/64Bit nicht oder nur mit Hängen und Würgen – zu den anderen Linux-Versionen kann ich mich mangels Testumgebung nicht äußern.
Glücklicherweise verwendet Amazon ein ziemlich simples System: Beim Kauf mehrerer Dateien wird eine kleine (“.amz”)-Datei erzeugt, welche die Download-Locations enthält. Hierfür gibts mittlerweile ein kleines Kommandozeilen-Tool, welches den Download ebenso Problemlos abwickelt wie die Original-Software.

Der Kauf ist mit dem Download übrigens abgeschlossen und funktioniert zu 100% analog zu den “echten” Gütern. Also nix mit nochmal-runterladen-wenn-verloren – man kauft also tatsächlich die MP3 und nicht wie sonst oftmals üblich das Nutzungsrecht.

Qualität
Die Qualität der angebotenen Dateien kann in eigentlich allen Aspekten überzeugen – die MP3s sind mit variabler Bitrate (~256Bit) kodiert – die Dateien sind auch relativ groß. Hört sich auch – ganz subjektiv – “gut an”.
Amazon verzichtet auch auf jede Art von Kopierschutz oder DRM, allein ein Hinweis in den Tags besagt, dass die Datei von Amazon stammt. Ein echtes, in die Musikdaten eingebettetes, individualisiertes Wasserzeichen kann ich natürlich nicht komplett ausschließen, im Moment spricht aber vieles dagegen.
Die Metadaten sind übrigens durchweg sauber eingepflegt, und in den Dateinamen werden keine Sonderzeichen verwendet, aber das hatte ich auch erwartet.

Fazit
Alles in allem hinterlässt das Download-Angebot bei Amazon ein positives Gefühl. Funktioniert relativ Problemlos, ist einfach zu benutzen, transparent und man kann hinterher mit den Dateien wirklich machen, was man will. Die Preise sind meiner Meinung nach OK (obwohl da noch Raum nach unten ist ;)), und wenn am Aufbau des Shops noch ein bisschen gefeilt wird, könnte das wirklich was werden.
Ich für meinen Teil werde wohl noch öfter da Kunde sein :)

Thu, 2009-05-14, 14:49

Vitamine

by Timm

Ich behaupte: die Erdbeeren müssen Ergebnis eines krassen Gentechnik-Experiments aus dem 25. Jahrhundert sein. Anders lässt sich einfach nicht… ach, seht selbst.

Angriff der Killer-Erdbeeren

Angriff der Killer-Erdbeeren

Anscheinend ihr Anführer...

Anscheinend ihr Anführer...

PS: Lecker sind sie trotzdem.

Mon, 2009-05-11, 19:35

Wer nicht für uns ist…

by Timm

Obwohl meiner Meinung nach die Befürchtungen und Ängste der Unterzeichner völlig unbegründet sind, begrüße ich doch das Engangement und versichere den Kritikern, dass wir Ihre Argumente ernst nehmen und in den folgenden Anhörungen vor dem Petitionsausschuss – hoffe ich – konstruktiv über das Vorhaben diskutieren werden

Nun ja, sowas in der Art hätte unser Wirtschaftsminister in der Tagesschau sagen sollen. Was Herr von und Zu “Ahnungslos” stattdessen von sich gab, lässt sich mittlerweile an genug Stellen nachlesen bzw. -hören.

Und was das Familienministerium zum Erfolg der Petition sagt, wissen wir ja auch.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ich nehme mir sogar einen Teil meiner kostbaren Freizeit, um “denen” mitzuteilen, dass ich zusammen mit vielen Anderen Sorgen im Bezug auf dieses Gesetz habe. Nach allem, was ich über unser Land weiß, gilt das eigtnlich als löblich und “gutes Bürgerverhalten” – man hört ja genug über Politikverdrossenheit und so.

Und was ist die Reaktion? Ich werde von meinen “obersten Dienern” abwechselnd beschimpft, beleidigt, verleumdet, belogen, nicht ernst genommen und für dumm verkauft.

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es zahlreiche Minister gibt, die sich so offensichtlich der Arroganz, Inkompetenz und Gleichgültigkeit hingeben und sich so gegen Demokratie sträuben. Das ist nun wirklich eine der wichtigsten Errungenschaften in jeder hinsicht.

Ja, im Moment bin ich sehr Politikverdrossen.

UPDATE: Einen echt treffenden Text dazu gibts im Provinzblog (via Netzpolitik)

Wed, 2009-05-06, 16:28

Petition gegen Internetzensur

by Timm

35391 Unterzeichner hat die Online-Petition gegen Internetzensur bereits – das zeigt nicht nur, dass etablierte Medien auf das Thema angesprungen sind, sondern auch, dass es durchaus möglich ist, über das Internet eine große Anzahl Menschen zu mobilisieren.

Und wie Martin schon schreibt: Mitzeichnen tut überhaupt nicht weh und man kann so den Verantwortlichen zeigen, dass viele ihrer Wähler sich mit dem Thema beschäftigen und mit dem, was die Politik tut, nicht bedingungslos einverstanden sind.

Natürlich bleibt fraglich, ob die Petition wirklich was an den Gesetzesplänen ändern kann. Aber vielleicht führt eine noch regere Beteiligung ja dazu, dass die Damen und Herren in Berlin die Gegner der Sperren etwas ernster nehmen – damit wäre ja schon viel erreicht.

Wed, 2009-05-06, 16:09

Tücken des Alltags

by Timm

Wer von euch eine Waschmaschine hat: Macht euch mal den Spaß und rechnet kurz durch, wie viele unterschiedliche Einstellungen mit dem Gerät möglich sind. Bei unserer sind es sage und Schreibe 3072.

3072. Einstellungen. Für die Waschmaschin.!

Und von diesen 3072 Einstellmöglichkeiten brauche ich genau – 2. Wenns mal nicht so viel Wäsche ist auch mal eine dritte. Und da sag nochmal einer, Computer wären schwierig zu bedienen.
Aber vielleicht finde ich ja noch mal den dreh raus und die optimale Einstellung für jedes meiner Kleidungsstücke, dann wird zumindest mal ein spürbarer Anteil der möglichen Optionen genutzt ;)

Aber eigentlich wollte ich mich hier ja über etwas ganz anderes Aufregen. Lampen. Und Ihre Befestigung.
Damit wir uns einig sind: Leuchtmittel sind eigentlich die ultimativen Plug-and-Play-Geräte. Die brauchen echt nur Strom. Und es sind ihnen in den meisten Fällen sogar so Sachen wie Frequenz und exakte Spannung wurscht (solange es sich um normale Glühbirnen handelt).
Es könnte wirklich einfach sein. Richtig einfach. Ich bin ja erklärter Schraubsockel-Fan. Eine unglaublich geniale Erfindung – Simpel. Effektiv. DAU-geeignet. Da könnten sich einige ne Scheibe von abschneiden.
Allein: Der Unterbau für die Birnen macht das alles wieder kaputt. Warum? Eine (Decken-)Lampe muss doch nun wirklich nicht viele Anforderungen an die Konstruktion erfüllen:

  • Ausreichend langes Kabel zum Anklemmen
  • Ausreichend Platz, das Kabel im Gehäuse zu verstecken
  • Sinnvolle Möglichkeit, das ganze an der Decke zu befestigen
  • Einfacher Zugang zu den Glühbirnen da Verschleißmaterial

Kann doch nicht so schwierig sein, oder? Warum haben Lampen dann ein viel zu kurzes Anschlusskabel, ein zu enges Gehäuse, eine verkrotzte Montagehalterungen (Schrauben schön und gut – es sollte zwischen Gehäuse und Decke aber schon noch Platz für den Schraubendreher sein) und keine sinnvolle Möglichkeit, die Birnen zu wechseln (ohne die komplette Lampe auseinander zu nehmen)?
Manchmal trauere ich wirklich den Baufassungen nach.

Und von den Lampen beim Auto fange ich besser gar nicht erst an. Ist ja im Grunde auch genau so. Nur, dass es noch Enger ist, man nichts sieht und den Batteriekasten ausbauen muss, um die Birne zu wechseln. Und dabei liest es sich im Handbuch immer so einfach.

Aber immerhin: nachher muss ich noch ein optisches Laufwerk austauschen. Das wird mir den Glauben an die Menschheit wiedergeben :-)