Somerzeit
So nützlich wie’n Loch im Kopp.
In einem gut sortierten (Teil-)Informatikerhaushalt darf natürlich auch eine grandiose Multimedia-Installation zum unbeschwerten Heimkino und -Sound-Genuss nicht fehlen.
Okay, “grandios” ist jetzt vielleicht das falsche Wort für unsere, aber es ist schon toll, wass sich mit nem alten Laptop, SCART-Adapter, VLC und rsync binnen kürzester Zeit zusammenstricken lässt. Jetzt muss ich nur noch meinen kleinen Verstärker einbauen, dann haben wir sogar in der Küche und im Bad zentral eingspeiste Beschallung.
Nächstes Projekt: Fernbedienung
Gestern habe ich die PIN meiner EC-Karte vergessen. Echt ein Scheißgefhühl, wenn man am Bankomaten steht, die Karte reinschiebt und auf einmal die x-tausendmal benutzte Nummer nicht mehr da ist.
Ich musste nach Hause fahren und auf die Mitteilung von der Bank schauen – die Zahlenfolge war weg. Einfach so.
Aber ich nehme an, dass ich die Zahlen schon länger vergessen hatte und nur meine Finger sie noch kannten.
Wusste doch schon immer, dass stumpfes Auswendig lernen nicht die perfekte Lösung des Passwort-Dilemmas ist.
Gerade 1 1/2 Stunden im Keller verbracht und halbwegs sinnvolle Dinge aus übrig gebliebenen Küchenschränken gebaut.
Erstaunlich, wie viel man in kurzer Zeit schaffen kann, wenns nicht ordentlich sein muss…
Während für die Medien und den Großteil der Bevölkerung die “Affäre Tauss” grundsätzlich schon erledigt sein dürfte, für Ihn selbst und die Staatsanwaltschaft das ganze erst anfängt und sich auch die kritischen Stimmen mehren, muss man sich schon ein bisschen über das ganze wundern.
Zu den Vorwürfen selbst kann ich hier eigentlich noch keinerlei Stellung nehmen – der Fairness halber sollte man Hr. Tauss das Recht belassen, dies als erster zu tun. Aber wenn man sich die Vorgänge außenherum betrachtet, muss man dem Spiegelfechter schon zustimmen: Die ganze Affäre stinkt. Zum Himmel.
Grundsätzlich gibt es ja drei mögliche Szenarien in dem Fall.
Was davon jetzt stimmt, wird wahrscheinlich nie vollständig herauskommen – für die Wahrheit ist es meiner Meinung nach schon zu spät.
Nehmen wir die bekannten Fakten zusammen – in jedem Fall kommen die Ermittlungen gewissen Leuten gelegen. Und sie bieten den politischen bzw. privaten Gegnern wunderbar Gelegenheit, ihm eins auszuwischen. Dafür spricht schon die exzessive Berichterstattung – irgendjemand hat ein großes Interesse daran, möglichst viele (belastende) Details an die Medien zu verbreiten, die sich natürlich fröhlich an der Hexenjagd beteiligen.
Der bestmögliche Ausgang wäre immer noch, dass Herr Tauss den Besitz des “belastenden Materials” wirklich gut begründen kann. Dafür sehe ich immer noch gute Chancen – die Tatsache, dass der Kram in den Privaträumen gefunden wurde, spricht da nicht unbedingt dagegen (Mal Hand aufs Herz: Wer von euch hat nicht schon mal Arbeit “mit nach Hause genommen”, obwohl ihr es nicht gedurft hättet?) und das ganze wird als Anlass genommen, mal über besagte Hexenjagd-Stimmung nachzudenken. Denn das wäre wirklich mal nötig.
Immerhin besteht auf dem Gebiet in allen Bereichen ein echtes Denkverbot – Echte Informationen gibt es nicht: allein der Versuch, sich zu Informieren macht schon Verdächtig. Sich aus “erster Hand” ein Bild von dem machen, was da so vehement bekämpft wird: Strafbar, Lebensvernichtend.
Kritisch nachfragen: Nur nach vorangestelltem “Disclaimer” möglich. Der Versuch, Transparenz in die Sache zu bringen: Als Unterstützung verfolgt. Der Staat hat hier die absolute Informations-, Deutungs- und Meinungshoheit.
Hinzu kommt, dass dank der neuen Gesetzgebung, SPAM und Viren eigentlich bei jedem ein Verdacht konstruiert werden kann, der dann ja nach guter Tradition die Verurteilung schon vorweg nimmt. Wer die Geschichte ein bisschen kennt oder 1984 gelesen hat, weiß, dass auf solchen Nährböden Totalitarismus hervorragend gedeiht.
Es bleibt zu hoffen, dass – wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist – den Blickwinkel ein bisschen mehr darauf zu lenken.
Allerdings habe ich da wenig Hoffnung. Allein, dass die Variante “Ausschalten politisch unliebsamer Person/Positionen” schon als gleichwertige Option auftaucht sagt schon viel über unsere “Demokratie” aus.
Mein erster Gedanke, als ich die Meldung über die Durchsuchung gelesen habe, war übrigens genau das. Unter normalen Umständen würde ich das als paranoid einstufen. Aber egal, wie lange ich darüber nachdenke: Das Gefühl geht nicht weg.
Irgendwas stinkt hier. Und zwar gewaltig. Und es wird nicht so schnell besser werden.