Die Sinnlosigkeit des Seins
Es gibt tatsächlich Menschen, die Arbeitsabläufe so definieren, dass sie möglichst eintönig, langwierig, aufwändig und fehleranfällig sind, gleichzeitig aber ein ungehäures Maß an Aufmerksamkeit benötigen.
Wenn man solche Abläufe dann auch noch beliebig vielen Menschen zur Bearbeitung überträgt, das ganze mit dem Prädikat “koste es was es wolle – nur nicht alles andere” versieht und mit einer fehlerhaften, langsamen Software-Implementierung würzt, hat man – so sollte man meinen – das ultimative Rezept zur totalen Selbstauslöschung gefunden.
Und der zuschauende ITler (der – hätte man auf ihn gehört – das Desaster hätte verhindern können) ist hin und her gerissen: Einerseits wäre es gar nicht schlecht, wenn das ganze tüchtig auf die Bretter ginge. Andererseits würden ja nicht nur die Verantwortlichen darunter leiden, sondern vor allem die Ameisen, die den Sch*** jetzt ausbaden dürfen und es durch ihren Einsatz vielleicht doch noch schaffen könnten.
Was tun? Helfen und – sollte es tatsächlich klappen dazu beitragen, dass es beim nächsten mal genau so wieder läuft?
Oder zurücklehnen, den Kahn sinken lassen und für den Lerneffekt bei einigen wenigen die große Masse leiden lassen?
Ethik. Hilft auch nich wirklich weiter, wenn mans mal brauchen könnte.


Ich würde Option c) vorschlagen:
Mithelfen, aber jeden Handschlag dokumentieren und mit einem Preisschild versehen. Dann präsentieren: “Diese schlechte Lösung hat uns X€ gekostet”.
Ich habe es da natürlich einfacher; meine Stunden tauchen immer auf einer Rechnugn auf und sind einfach mit Geld zu bewerten.
Comment by alphager — Wed, 2008-12-03 @ 20:20
Das mache ich sowieso
Wir verrechnen unsere Stunden auch weiter – zwar nur intern, aber unsere Leistung taucht am Ende des Tages auch mit xx Stunden à YZ Euro auf.
Die fleißigen Ameisen schreiben Ihre Leistung halt nicht in der Form auf.
Aber das würde wahrscheinlich eh nicht viel bringen. Das ganze hat den Rahmen rationalen Handelns schon längst verlassen. Das wird nicht mehr gemacht, weil es sinnvoll ist, sondern weil halt. Geld spielt keine Rolle, genauso wenig wie Überstunden, stressbedingte Krankheitsausfälle und zerstörte Moral. Sowas taucht halt nicht auf der Rechnung auf.
Comment by Timm — Thu, 2008-12-04 @ 10:17
Klingt, als wäre es Zeit, dass du Manager wirst^^
Comment by Alphager — Thu, 2008-12-04 @ 13:19