Etwas zwiespältig
… ist mein Verhältnis zu den semi-intelligenten Navigations-Ansage-Warteschleifen-Agenten, mit denen man beim Hotline-Anrufen teilweise konfrontiert wird.
Mittlerweile hat man sich ja die Unart abgewöhnt, die Leute mit den Kisten sprechen zu lassen. So musste ich in den letzten Tagen mehrmals die Arcor-Kundenhotline anrufen. Mein Telefon- und Internetanschluss ist zwar mittlerweile geschaltet, allerdings sind die Zugangsdaten vermutlich bei der Post hinter einen Aktenschrank gefallen. Oder so.
Na jedenfalls wird man bei der Kundenhotline von einem Automaten begrüßt, der einen erstmal auffordert, die eigene Kundennummer bzw. Telefonnummer einzugeben. Okay, könnte man auch automatisch machen, aber da ich von einem anderen Anschluss aus angerufen hatte grundsätzlich schon mal nicht schlecht.
Anschließend muss man sich noch mit Geburtsdatum “authentifizieren”.
Bis zu diesem Punkt OK, erscheint durchaus auch sinnvoll - so kann die Maschine einen zuständigen Kundenbetreuer raussuchen und direkt zu dem Verbinden. Der hat dann auch gleich Name und Vertragsdetails parat.
Statt allerdings das zu tun (geschätzte 99,9% aller Anrufer wollen genau das) darf man sich im Anschluss noch mal durch ein 2-stufiges Menü drücken. “Wenn Sie Fragen zu XY haben, drücken Sie die 3″. Grundsätzlich ja auch nicht schlimm, wenn nicht die Auswahlmöglichkeiten - naja - dämlich wären.
So muss ich zuerst auswählen, ob ich Neukunde oder Bestandskunde bin.
Moment.
Gerade hab ich der Maschine meine Kundennummer gegeben.
“Er” müsste das eigentlich wissen.
Aber egal. Brav die Nummer für “Neukunde” gedrückt und gewartet. Nächste Ebene:
“Fragen zum bestehenden Vertrag” - Ja Bitte.
“Beratung zu anderen Angeboten” - Hallo? Neukunde?!? Ich habe mir “mein” Angebot gerade erst ausgesucht!
“Unser Internet-TV-Angebot” - Nein, wirklich nicht.
Aber der Knüller ist die dritte Ebene. Vier oder fünf Auswahlmöglichkeiten von “Fragen zur Hardware-Installation” bis “Reklamation”, die - vermute ich einfach mal - zunächst alle bei derselben Person landen. Außerdem: Ich hab meine Zugangsdaten nicht bekommen. Ist das jetzt “Installation”, “Fragen zum Anschluss” oder doch eher “Reklamation”.
Und wieso muss ich hier schon was drücken, wenn ich dem Mensch, zu dem ich Verbunden werden, den ganzen Kram sowieso nochmal erzähle?
Oh Mann. Und wenn man das dann drei mal gemacht hat, tröstet auch nicht die Tatsache, dass das “Gespräch” bis zu dem Zeitpunkt kostenlos ist.

