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Mon, 2008-01-28, 21:00

Die Wahlmaschinen und der CCC

by Timm

Wie nicht anders zu Erwarten ist der CCC bei seiner Beobachtung der Wahlcomputer während der gestrigen Wahl in Hessen sowohl auf Feindseligkeit als auch schockierende Unregelmäßigkeiten gestoßen.

Die Berichte lesen sich reichlich dramatisch, zeigen aber zwei Dinge:

1) Das Selbstbild des CCC deckt sich nicht mit dem Bild, welches die Gesellschaft und vor allem staatliche Autoritäten von ihm haben. Es ist für die meisten jungen Menschen – zumal IT-technisch vorbelastet – zwar schwierig nachzuvollziehen, aber die meisten Menschen und insbesondere Beamte in Positionen wie Wahlleiter erwarten von einer Vereinigung wie dem CCC nunmal nichts als Ärger. Vom CCC bzw. von ihm gefördert werden praktisch permanent Gesetze gebrochen und z.B. die Webseiten von unbescholtenen Bürgern und Firmen gehackt. In den Augen solcher zumeist konservativen Leute geht halt nunmal nicht zusammen, dass eine Gruppe Leute sich praktisch nach belieben über Gesetze hinweg setzt bzw. solches Verhalten rechtfertigt (Computersabotage, Urheberrechtsverletzungen usw.) und trotzdem ein begründetes Interesse an der Aufrechterhaltung unserer staatlichen Ordnung haben könnte.
Verfassungstreue und sklavische Gesetzestreue gehören halt für viele Menschen zusammen. Und hier hat der CCC halt naturgemäß ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Ganz abgesehen von der Tatsache, dass die jungen Freaks, die da mit Bergeweise Technik vor dem Wahllokal stehen deutlich mehr von der Technologie und den Schwächen der Wahlcomputer wissen als der komplette Wahlvorstand und alle Wahlhelfer zusammen.

2) Selbst, wenn die Wahlcomputer 100% sicher wären, dürften sie nicht eingesetzt werden. Denn weder sind die Wahlvorstände in der Lage, sie richtig anzuwenden (sprich: sich an alle Regularien zu halten, um Manipulation auszuschließen) noch kann von allen Wählern erwartet werden, mit den Kisten richtig umzugehen.
Solange diese beiden Fakten gegeben sind, ist ein Einsatz von Technik nicht zu rechtfertigen.
Eine Begebenheit bringt es auf den Punkt:

In mindestens einer Gemeinde wurden die Computer über Nacht in den Privatwohnungen von Parteimitgliedern gelagert. Dies sei “gängige Praxis”, bestätigten Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Wahlbeobachtern. Alle neun Wahlcomputer der Gemeinde Niedernhausen seien privat gelagert worden.

CCC-Pressemitteilung

Natürlich ist es gängige Praxis die Wahlutensilien privat zu lagern. Warum auch nicht? Bei Urnen, Stiften, Wahlzetteln und Abhaklisten ist es ja auch kein Problem, am Wahlmorgen Manipulationen auszuschließen. Bei Wahlcomputern leider nicht. Hier muss ich als Wähler darauf vertrauen, dass keine der Privatpersonen, bei denen die Kisten gelagert wurden, irgendwelche Manipulationen vorgenommen hat.
Hier werden die beiden grundsätzlichen Denkfehler der Verantwortlichen deutlich:

  • Ein Wahlcomputer kann genau so behandelt werden wie eine Urne
  • Allen Mitgliedern des Wahlausschusses kann bedingungslos vertraut werden

Beide Fehler sind verheerend:
Bei einer Urne kann ich am Morgen einfach reinschauen und gucken, ob sie leer ist. Bei einem Wahlcomputer muss ich das ROM an den Hersteller schicken.
Und demokratische Wahlen sind deshalb öffentlich und transparent, damit ich als Wähler dem Wahlausschuss nicht vertrauen muss. Völlig egal, wie integer die konkrete Person auch sein mag: Vertrauen ist nichts, worauf ich mein wichtigstes Mittel der politischen Gestaltung aufbaue. An manchen Stellen ist die Möglichkeit zur Kontrolle einfach wichtiger.

Also selbst wenn die NEDAP-Geräte die bekannten Schwächen nicht hätten, wäre ihr Einsatz dennoch fragwürdig. Leider sind die Leute, die über den Einsatz solcher Geräte entscheiden, nicht in der Lage, diese Feststellung zu treffen. Stichwort “gängige Praxis”.

Im Prinzip bräuchten Gruppen wie die Wahlvorstände eigentlich dringend Gruppen wie den CCC, wenn es um Themen wie NEDAP geht. Schade, dass beide in absehbarer Zeit wohl nicht sinnvoll zusammen arbeiten können.

Wed, 2008-01-23, 13:55

Zu Verschenken

by Timm

1x Half Life 2
1x Half Life 2 Episode 1

… über geblieben von der Orange Box. Bei Interesse bitte melden.

Tue, 2008-01-22, 22:17

Nein, Frau Bundeskanzlerin

by Timm

Wie Udo Vetter vollkommen richtig feststellt, muss der Staat eben nicht jede ihm zur Verfügung stehende Möglichkeit nutzen.

Unabhängig vom konkreten Anwendungsgebiet (ob Überwachung, Freiheitsentzug, Fahndungsmethoden) wird die Nutzung der Möglichkeiten in einem Rechtsstaat durch gesetze eingeschränkt oder verboten. Sollten Sie ja eigentlich wissen, so als Bundeskanzlerin.

Aber es ist ja Wahlkampf. Haben Sie bestimmt nicht so gemeint, genau so wie die nachweislich falschen Behauptungen über die ach-so-tolle Videoüberwachung, die es ohne die CDU ja nicht gäbe.

Hoffe ich zumindest. Für Sie. Denn auch im Wahlkampf sollte eine Frau in Ihrer Position nicht so offensichtlich Lügen und die Basis unseres Staates verleugnen.

Mal abgesehen davon, dass Sie als Wissenschaftlerin eigentlich wissen sollten, dass man zunächst alle Optionen objektiv prüft und anschließend entscheidet, wie und in welchem Umfang man sie wofür einsetzt. Eine so endgültige Aussage wie “der Staat muss alle technischen Möglichkeiten nutzen” sollte auch einer Berufspolitikerin eigentlich nicht entfleuchen.

Gruß,
Timm

Mon, 2008-01-21, 21:00

Lernkurve

by Timm

Heute habe ich zwei wichtige Dinge gelernt:

1) Nur weil etwas “Standardfunktionalität” ist, heißt es noch lange nicht, dass es funktioniert.
2) Ein Datenbank-Backup zurückspielen heißt nicht, dass die aktuellen Daten weg sind und dafür der Zustand von vorm Backup wieder da ist. Zumindest bei einigen DB-Admins nicht.

ARGH!

Sun, 2008-01-20, 20:16

Ungeheuerlich!

by Timm

Manchmal öffnen sich einem die Augen in den unerwartetsten Situationen.

Während meines noch nicht lange zurückliegenden Aufenthalts im Allgäu wurde ich zum ersten mal auf eine Umweltzerstörung ungekannten Ausmaßes aufmerksam, welche komplett hinter dem Rücken der Bevölkerung abläuft.

Die wunderschönen Berge werden in einem kaum zu beschreibenden Raubbau zerstört. In zahllosen Ortschaften in und um die Alpen wird aus dem in Millionen von Jahren gewachsenen Gestein in sogannten “Käsereien” schnöder Brotbelag – “Bergkäse” genannt – hergestellt.
Und damit nicht genug! Auch von “Bergschinken” habe ich bereits gesehen. Mit welchen perfiden Mitteln aus Bergen Schinken gemacht wird, will ich mir als Naturliebhaber gar nicht vorstellen.

Wann beenden wir endlich diese Zerstörung einer wunderschönen Landschaft? Leute, wacht auf! So kann es nicht weitergehen!

Fri, 2008-01-18, 19:17

30 Minuten

by Timm

Freitag, 18:15

98013 von 100001 Datensätzen bearbeitet. Ich muss mit dem Admin mal ein ernstes Wörtchen über den automatischen Ablauf der Citrix-Sessions reden.

Tue, 2008-01-15, 20:36

Die Schulzeit

by Timm

Dieser SpOn-Artikel über die Belastungen, denen sich deutsche Schüler (auch und ganz vorneweg in Hessen) ausgesetzt sehen, hat mich ein bisschen über meine Schulzeit nachdenken lassen. Immerhin ist es so lange noch nicht her, und meine kleine Schwester befindet sich gerade jetzt in der heißen – sprich mörderischen – Abiturvorbereitungsphase.

Nun gehöre ich zu den glücklichen, die ihr Abitur noch “bei McDonalds in der Juniortüte” bekommen haben: “Nur” vier Prüfungsfächer, Mathe und Deutsch nicht Pflicht, kein Zentralabitur, das ganze nach 13 Jahren und nicht nach 12. Pisa war gerade aktuell, als ich in die Oberstufe kam. Ich kann mich übrigens noch gut an das wundervolle Gefühl erinnern, von allen Seiten als Vollidiot beschimpft zu werden – viel anders war es nämlich für die “betroffenen” nicht. Aber dafür hatten wir sowohl in als auch um die Schule eine schöne Zeit. Sogar die Abivorbereitung hat in einem gewissen Rahmen Spaß gemacht.

Da sieht der Vergleich zu heute schon ein bisschen dunkler aus. Allein was ich bei meiner Schwester sehe, erinnert mich mehr an Hochdruck-Pauken als an sinnvolles Lernen. Und die armen Kinder, die das volle Programm in 12 Jahren durchziehen “dürfen” können einem wirklich nur noch leid tun. Irgendwas ist da gehörig schief gelaufen.

Ich persönlich denke ja, das grundlegende Problem sind weniger die verkrusteten Strukturen und die inkompetente Politik, sondern die “typisch deutsche” Ich-will-alles-aber-umsonst-Haltung, welche anscheinend nicht in der Lage ist, sinnvoll auf Veränderungen zu reagieren.
Wenn man sich anschaut, wie sich der Arbeitsmarkt mit der Zeit entwickelt hat, wird einem das Problem recht schnell klar:
Früher brauchte man eine große Zahl Arbeitskräfte, die nur grundlegende (Volks-/Hauptschule) oder mittlere (Realschule) Kenntnisse in der Schule vermittelt bekamen. Die eigentliche Qualifikation fand in der Berufsausbildung statt. Das Resultat waren in der Regel gut Augebildete (Fach)arbeiter, die nicht allzu lange in der Schule rumsaßen und trotzdem zumindest die wichtigsten Sachen auch außerhalb ihres eigentlichen Arbeitsbereiches draufhatten. Dazu wurde noch eine geringe Anzahl extrem hoch qualifizierter Spezialisten benötigt – mit viel längerer Schul- und Studiendauer. Entsprechend waren Gymnasium und Studium wirklich nur von extrem hellen Köpfen zu schaffen.

Doch wie das halt so ist, hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften gewandelt: Heute ist “einfache” Arbeit immer seltener Gefragt, dafür werden gut ausgebildete Multitalente. Die gibt es praktisch nur mit Hochschulabschluss oder zumindest Abitur (von Ausnahmen mal abgesehen). Nun stehen wir vor dem Problem, dass unser Bildungssystem zwar Ingenieure von Weltniveau ausspuckt, aber leider viel zu wenige davon.

Die Antwort darauf ist relativ simpel, wurde in fast allen anderen europäischen Ländern vollzogen und zum Teil unter dem Stichwort “Bologna-Prozess” Europaweit festgeschrieben: Die Vorraussetzungen für ein Studium absenken, die Studiengänge flexibler und vielseitiger gestalten und einen “kleinen” Abschluss einführen, der relativ schnell erreicht werden kann (Bachelor). Im Prinzip wird also das Niveau der Absolventen im vergleich zu vorher abgesenkt, der durchschnittliche Bildungsstand der Menschen beim Berufseintritt insgesamt aber angehoben. Für die wirklichen Braniacs steht der Weg nach oben natürlich weiter offen.

In Theorie gar nicht so verkehrt, nur muss das Schulsystem natürlich auch angepasst werden. In Deutschland bedeutete das Jahrelang fast schon instinktiv die sukzessive Herabsetzung der Anforderungen für das Abitur, weil das ja weiterhin die einzigmögliche Eintrittskarte für die Hochschule bleiben musste. Das führte leider auch dazu, dass die anderen beiden Schulzweige extrem absacken (sowohl an Schülern als auch an Niveau) und dass deutsche Schüler im Vergleich halt länger brauchen, um in die Uni vorzustoßen – das Gymnasium ist ja weiter als “Vorfilter” für die “alte” Hochschule konzipiert.
Doch statt in den sauren Apfel zu beißen, das System der geänderten Anforderungen anzupassen, erhöht man einfach den Druck auf die Schüler. Womit man in der heutigen Situation angekommen ist, die so traurig wie ironisch ist: Das Niveau für den Antritt eines Studiums soll eigentlich sinken, doch der gesetzlich verordnete Weg dahin wird immer schwerer zu bewältigen. Von so tollen Ideen wie Studiengebühren gar nicht zu reden.

Also in die Schule wöllte ich heute wirklich nicht gehen…

Mon, 2008-01-14, 21:31

Gesundheitsfragen

by Timm

Neues Programm meines Arbeitgebers:
Unter den Mitarbeitern mit dem geringsten Krankenstand werden ab diesem Jahr Gutscheine für Wellness-Urlaube verlost.

An sich eine feine Sache, aber irgendwie finde ich, dass die weniger gesunden unter der Belegschaft den Wellness-Urlaub wahrscheinlich besser brauchen können.

Sun, 2008-01-13, 18:31

Back Again

by Timm

Gestern: Das hier
Heute: Auspacken
Morgen: Büro, VDS, Wahlkampf

Scheiße.

Sun, 2008-01-13, 17:39

Und nun?

by Timm

Wahlzettel

Briefwahl, da ich am 27. nicht zu Hause bin.
Was das ganze auch nicht wirklich einfacher macht.

Tue, 2008-01-01, 17:09

Ganz kurz und Schmerzlos

by Timm

Ein frohes neues Jahr euch allen.

Ich melde mich spätestens am 10.01. wieder – wenn ich aus dem Urlaub (Hurra!) zurückkomme. Versucht bitte, bis dahin die Welt in einem Stück zu lassen. Ansonsten lassts euch gut gehen und denkt an die guten Vorsätze.

Bis denne!