The Power of Nightmares
Aus aktuellem Anlass verweise ich an dieser Stelle endlich mal auf die extrem gute BBC-Dokumentation “The Power of Nightmares”, die es schon seit geraumer Zeit vollkommen legal zum Download gibt.
In jedem Fall Sehenswert und auch nach 3 Jahren keinesfalls veraltet. Leider vielmehr aktueller denn je.
Den wie dieser Artikel bei Spiegel Online gut darstellt, ist auch in Deutschland genau das eingetreten, was wir in den USA und Großbritannien schon seit 2001 beobachten können: Um immer neue Überwachungsbefugnisse durchzuzwingen, denken sich unsere Politiker immer neue Horrorszenarien aus, vor denen sie uns schützen müssen.
Es hat ein Umdenken stattgefunden: Die “Führer” von heute haben es verlernt, den Menschen Hoffnung zu machen, Träume zu geben. Stattdessen ist derjenige der beste, welcher sich die schlimmsten Horrorszenarien ausdenken kann, um die armen Bürger noch besser zu beschützen, zu behüten, zu überwachen, zu beeinflussen.
Heraus kommt ein alles wissender, alles dürfender, uneingeschränkter Präventions- und Vorsorgestaat, in dem für jede Eventualität vorgesorgt ist, jeder Lebensweg vorgezeichnet wird und jede Abweichung von der Norm sofort erkannt und unterbunden wird.
Persönliche Freiheit, Privatsphäre, Individualismus… All das hat in einer Gesellschaft, in der für jeden alles im Leben vorbestimmt, vorausberechenbar, überwacht und genau reglementiert ist keinen Platz mehr. Ein solche Gesellschaft wird von unserer heutigen Führungselite ganz eindeutig herbeigesehnt – wenn auch wahrscheinlich unbewusst – und mit Horrorvorstellungen und Panikmache dem Volk schmackhaft gemacht. Und das nicht nur auf dem Gebiet der Sicherheit.
Diese Denke greift in allen Bereichen um sich.
Repressive Harz4-Gesetze statt eigenverantwortlichem Umgang mit “Geld vom Staat”.
Staatlich speziell geförderte Technologien und Forschungsgebiete statt freier Wissenschaft.
Ausufernde Beamtenmonstrositäten, die Transparenz, Engagement und Eigeninitiative im Keim ersticken.
Einschränkung, Ignoranz und Zensur statt Offenheit neuem gegenüber.
Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr formt sich in meinem Kopf ein Wort für diese – anscheinend erstrebenswerte – Gesellschaftsform.
Faschismus.

