Selbstzensur
Malte von Spreeblick bringt es auf den Punkt. Doch nicht nur das Internet ist auf dem besten Weg zur viel beschworenen “Schere im Kopf”.
Generell werden in einer Welt, in der jeder zwangsläufig ein “Global Player” (zumindest in gewissem Maße) ist, anscheinend nur Verbote und Empfindlichkeiten globalisiert. Freiheit und Meinungen aber offensichtlich nicht. Statt für die eigene Freiheit auch anderswo einzutreten, geht man halt den Weg des geringsten Widerstands und zensiert sich vorsichtshalber erstmal selbst weg. Welche Befindlichkeiten es zu beachten gibt und welche nicht so wichtig sind, entscheidet dann alleine die Größe der möglicherweise angepissten Gruppe.
In Deutschland muss man mit Vergleichen zu Hitler, Nazis, Stasi, DDR und Weimar vorsichtig sein. Also lassen wir so was halt weg.
In Amerika ist Nacktheit uns Sex Tabu. Okay - gestrichen.
Die Moslems regen sich sowieso über jeden Müll direkt auf, ergo sagen wir vorsichtshalber gar nichts mehr, was irgendwie mit ihnen zu tun haben könnte.
In Europa wird das Persönlichkeitsrecht sehr hoch gehalten. Also bohren wir erstmal nicht mehr in der schmutzigen Wäsche der Politiker.
Die Chinesen sehen es nicht gerne, wenn man kritisch über sie berichtet. Also berichten wir nicht kritisch über sie und - wie von Google & Co. vorgemacht - sorgen mit dafür, dass es auch sonst keiner tut.
Egal, was man schreibt, sagt oder Filmt. Irgendjemand wird irgendwo schon was dagegen haben. Also schreiben wir lieber gar nicht erst, sondern füllen unsere Nachrichten mit sinnlosem Kram, über den sich garantiert keiner Aufregen kann. Oder zumindest nur kleine Gruppen oder Einzelpersonen ohne Einfluss.
Freie Meinungsäußerung? Ja klar, gerne. Aber passt gut auf. Irgendjemand könnte sich verletzt fühlen.

