Ein langer, harter Kampf
So, nachdem ich wohl meinem Bruderherz vor ein paar Wochen bei Ikea das letzte Lack Bücherregal weggeschnappt habe ( ja, ich lese wirklich viel und zwar nicht die BILD Zeitung) habe ich in der Zwischenzeit alles dafür getan, dieses auch mit schwerer Kost zu füllen.
Ich darf hier voller Stolz verkünden, dass ich gestern nach 6 Wochen des Kampfes, des Leids und der Qualen endlich “Die Buddenbrooks” von Thomas Mann ausgelesen habe. Ein Roman voller abgehobener Aristokratie-Spinner, die sich in den 70 Jahren ihres Lebens (damals sind die Leute ziemlich früh an echt ekligen Sachen gestorben) nicht ein winziges Stück weiterentwickeln.
Der Untertitel “Verfall einer Familie” trifft es nicht ganz, “Verfall meines Nervenkostüms” wäre besser gewesen. Ja, es gibt langweilige Bücher und es gibt Bücher, die vernichten jegliche Art von Spannung. Thomas Mann schafft es mit Leichtigkeit, einen Satz über 10 Zeilen zu ziehen und ihn so mit belanglosen Dingen vollzupacken, dass man am Ende unter Garantie den Satzanfang vergessen hat, was bei mir doch hin und wieder zu ernsthaften Suizidgedanken geführt hat.
Jedenfalls bekommet “Die Buddenbrooks” einen Ehrenplatz in menem Regal, für die längsten 760 Seiten meines Lebens mit denen ich aus schulischen Gründen (LK Deutsch) fertigwerden musste.

