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Tue, 2009-06-30, 19:38

Todeskrampf

by Timm

Bei prominenten Menschen ist der Tod eine besonders ambivalente Sache. Einerseits ist es natürlich schon schade, wenn Leute sterben – andererseits haben wir dann auch was zum drüber Reden. Und die Medien natürlich auch.

Mal ganz ohne Witz: Die ganzen Zeitungen, Fernsehsender und Radiostationen haben doch zu jedem mehr oder weniger bekannten Mensch eine komplette Sammlung an Artikeln, Bildern, Videos, Redebeiträgen, Nachrufen usw. schon komplett fertig kompiliert im Archiv liegen, die beim Tod der Person einfach rausgeholt werden.

Anders ist das Medienecho zu Michael Jacksons Tod einfach nicht zu erklären. Allein SpOn hatte ja binnen 30 Minuten gefühlte hundert Artikel und 20 Bilderserien zum Thema auf der Seite. Nicht, dass uns das irgendwas gebracht hätte. “Micheal Jackson ist an Herzstillstand gestorben – genauere Umstände sind noch nicht geklärt” war das einzig neue, das der geneigte Empfänger wirklich erfahren hat. Hintergrund schön und gut – aber man kanns auch übertreiben.

Aber immerhin scheinen unsere etablierten Medien zumindest für den Standardfall “XY Tod” ganz gut vorbereitet und organisiert zu sein.

Mon, 2009-06-29, 21:09

Massenvernichtungswaffen

by Timm

So sehr ich es auch bereue – heute musste ich zum ersten mal zur chemischen Massenvernichtung greifen.
Auf unseren schönen Nutzpflanzen auf dem Balkon (Kräuter, Erdbeeren, Tomate, Paprika) hat sich eine schier unaufhaltsame Invasion kleiner sechsbeiniger Plagegeister eingenistet – und zwar so viele, dass selbst eine kleine Kolonie Marienkäfer da nichts hätten ausrichten können. Jetzt hoffen wir mal, dass dieses biologische, Nahrungsmittel-geeignete Wunderzeug auch was hilft. Stinken tuts jedenfall schon mal erbärmlich ;-)

Mon, 2009-06-29, 07:36

Moderne technologie

by Timm

Am Freitag waren zwei Kollegen von den Entwicklern bei uns und haben nen neu entwickeltes Framework für mobile Anwendungen vorgestellt. Komplett mit eigener Rumtime für selbtgebastelte Apps, Online/Offline/Async-Betrieb und Unterstützung für WLAN, GSM und was man sich sonst noch so vorstellen kann.

Ziemlich cool – bin gespannt auf die versprochene Live-Demo :-)

Manchmal macht IT halt richig Spaß.

Tue, 2009-06-23, 18:17

Generationen und Konflikte

by Timm

Mit der Verabschiedung des Zensurgesetzes letzen Donnerstag und dem darauf folgenden Meinungs-und Medienecho hat die Diskussion um den aktuellen “Generationenkonflikt” ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nicht nur seit der Bundestagsabstimmung über das “Zugangserschwerungsgesetz” wogt der Kampf unerbittlich hin und her. Auf der einen Seite die Internetausdrucker in Politik und den klassischen Medien – auf der anderen Seite die Blogger, Raubkopierer, Kinderporno-Schützer und Umsonst-Mentalitäts-Kulturvernichter.

Internet vs. Alte Säcke könnte man also meinen – so schön einfach macht es uns das Leben zum Glück nicht. Jedes mal, wenn sich eine neue Kulturtechnik durchsetzt, führt das zu Veränderungen. Liegt in der Natur der Sache. Und nun gibt es halt Leute, die diese Veränderungen gut finden und solche, die ihre Interessen durch sie bedroht sehen. Soweit auch nichts neues. Allerdings sollte man auch hier vor allzu viel Schwarz/Weiß-Spielchen Abstand nehmen. Denn im “aufziehenden” “Kulturkampf” haben beide Seiten berechtigte Interessen – es kann also nicht schaden, sich den grundlegenden Konflikt mal genauer anzuschauen.

Was tut das Internet? Um das zu verstehen, sollten wir uns mal in die Welt ohne Netz zurückdenken: Ohne digitale Kommunikation bzw. deren vollständigste Implementierung im Internet steigen die Transaktionskosten der Kommunikation direkt proportional zur Menge der Menschen, die man erreichen will und die Entfernung zu diesen. Entsprechend können privatpersonen nur recht eingeschränkt kommunizieren. Entweder eins-zu-eins (per Post oder Telefon) oder z.B. bei Konferenzen oder anderen Treffen mit einer begrenzten Zahl gleichgesinnter. Alles andere erfordert eine teure Infrastruktur, teure Verfielfältigungstechnik und stetiges Balgen um die ebenfalls begrenzten Funkfrequenzen, Satelliten- oder Kabelkapazität. In diesem System fällt die Kommunikation mit vielen Empfängern einigen wenigen zu: Zeitungsverlagen, Fernsehsendern, Musiklabels, Hollywood-Studios usw.
Das ganze Konstrukt hat ein paar praktische Eigenschaften:

  • Eine Filterung kann an wenigen, zentralen Stellen stattfinden. Unerwünschte Inhalte können schon vor der Verteilung ausgefiltert bzw. auch nachträglich leicht eingedämmt werden
  • Die Informationsversorgung läuft in geregelten, vorausberechenbaren Bahnen. Zeitung morgens, Tagesschau Abends um 8.
  • Das Entlohnungsmodell ist einfach und transparent. Es bezahlt der, der gehört/gesehen/gelesen werden will (Wahlwerbung, Werbeflyer, Flugblätter) oder der, der hören/lesen/sehen will. Oder beide.
  • Das ganze ist eine echte Goldgrube für diejenigen, welche die Infrastruktur für die Verfielfältigung haben.

Wenn mans mal ganz objektiv betrachtet, haben alle Punkte sowohl Vor- als auch Nachteile, sind also nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Also nix schwarz/weiß an dieser Stelle.

So, und jetzt kommen die Informatiker um die Ecke und entwickeln eine Technik, die all das komplett umschmeißt. Das Internet bzw. die auf IP basierenden Dienste reduzieren die Transaktionskosten für Vervielfältigung und Veröffentlich auf praktisch nichts. Mit den aktuell verfügbaren Bandbreiten und techniken wie DynDNS oder p2p kann praktisch jeder praktisch jeden praktisch in Echtzeit für praktisch kein Geld erreichen. Die Auswirkungen sind klar – die oben aufgeführten Wahrheiten gelten auf einmal nicht mehr. Und dessen könn wir uns sicher sein – solange die grundlegende Technik sich nicht ändert (und das wird sie nicht – mittlerweile wird mit und über das Internet SEHR viel Geld verdient) ist das die Grundlegende Wahrheit des 21. Jahrhunderts. Punkt.
Was allerdings noch völlig offen ist, ist die Ausgestaltung dieser Wahrheit. Was wird z.B. aus den Mittlern, die wir früher brauchten? Fernseh & Radiosender, Verlage usw. sind die natürlichen Verlierer. Druckerpressen und Funkfrequenzen haben im Internetzeitalter einfach nicht mehr den ROI wie früher, weshalb diese in ihrer heutigen Form auch vor die Hunde gehen werden. Es sei denn, sie finden andere Betätigungsfelder, für die Leute bereit sind, zu bezahlen. Das ist natürlich viel schwieriger, als einfach das zehnte einzufahren und sich keine Gedanken zu machen – deshalb beschweren die sich im Moment auch (noch) am lautesten. Aber daran hat man sich ja zwischenzeitlich gewöhnt.
Die Jungs sind einfach die Scherenschleifer der heutigen Zeit – ihre Kernkompetenz ist eine Leistung, die keiner mehr braucht.

Gesamtgesellschaftlich gesehen sind die anderen Punkte allerdings viel interessanter, insofern dass es hier Stoff für langwierige Diskussionen gibt. Man kann ja grundsätzlich für jeden Aspekt vier Interressengruppen identifizieren:

  1. Diejenigen, die es noch nicht verstanden oder akzeptiert haben
  2. Diejenigen, die es verstanden haben, der Entwicklung aber entgegensteuern wollen
  3. Diejenigen, die das ganze schon immer scheiße fanden und lieber heute als morgen die totale Freiheit hätten
  4. Diejenigen, die irgendwo dazwischen sind

Fakt ist: Es wird Veränderungen geben.
Die Frage ist: wie soll unsere Gesellschaft mit den neuen Möglichkeiten aussehen? Wie kann ein Urheberrecht in dieser Welt funktionieren? Wie Regeln wir die Vergütung für die “Schaffenden”? Gibt es “unerwünschte” Informationen und wie gehen wir damit um? Wie setzen wir unsere Gesetze in der vernetzten Welt am besten durch? Wie schützen wir unsere Privatsphäre?

Antworten hierauf zu finden wird nicht einfach sein, und ein Patentrezept kann wahrscheinlich wirklich keiner vorlegen. Im moment ist es so wie immer – die Vertreter von Extrempositionen rufen im Moment einfach am lautesten. Insbesondere diejenigen, welche sich nicht anpassen können oder wollen, sind natürlich am lamentieren. Am Ende wird man sich aber wie überall irgendwo in der Mitte treffen müssen. Wir brauchen einen Rechtsrahmen, der den neuen Möglichkeiten des Internet Rechnung trägt, und gleichzeitig die Gefahren eindämmt – auf Basis unserer demokratischen Verfassung.
Allein – diese Diskussion findet auf gesellschaftlicher Ebene noch gar nicht statt.
Stattdessen verstehen es bestimmte Einzelinteressen hervorragend, die Skeptiker in den Verantwortlichen Positionen aufgrund deren uninformiertheit für die eigenen, egoistischen Ziele einzuspannen. Der momentane Konflikt findet also eher zwischen einigen wenigen (bzw. deren egoistischen Zielen) und dem Rest der Gesellschaft statt.
Der wirkliche “Kulturkampf” hat noch gar nicht begonnen. Wobei für das, was uns bevorsteht und teilweise ja schon seit einigen Jahren passiert, durch die Wörter “Generationenkonflikt” und “Kulturkampf” weniger gut beschrieben wird. Es findet eher eine Transformation statt – die Gesellschaft entdeckt langsam die neuen Möglichkeiten und richtet danach Ihre moralisch/ethischen Einstellungen neu aus. Die Gesetzliche Abbildung derselben folgt dann später – das war bisher immer so und wird auch dieses mal so sein.

Alles in allem ist das ein eher friedlicher Prozess – Unter der Bedingung, dass die Mächtigen wirklich an einem Konsens interessiert sind, der von der breiten Mehrheit der Gesellschaft getragen wird. Einen echten “Konflikt” gibt es eigentlich nur dann, wenn die Mehrheit übergangen wird…

Nein, einen Generationenkonflikt gibt es nicht – nur einen Konflikt zwischen den Interessen der Gesellschaft als ganzes und denen weniger einzelner.

Thu, 2009-05-28, 18:36

Schandflecke

by Timm

Und jetzt mal etwas komplett anderes: Lokalpolitik.

Was in letzter Zeit immer häufiger mal hochkommt ist die Diskussion um sog. “Schandflecke”. Letztes Jahr hatte die Gemeindeverwaltung schon mal einen Batzen Geld in die Hand genommen, um so was zu beseitigen.
Die Situation: Ein Grundstücksbesitzer lässt ein/mehrere Gebäude (z.B. eine Brandruine) ungenutzt vor sich hin vergammeln – sowas sieht nicht schön aus, schadet also dem Gesamteindruck. Nun kann man als Gemeinde es einfach so lassen. Oder: für nicht unerheblich viel Geld das Anwesen kaufen und für nicht minder viel Geld Renovierung/Abriss/Umgestaltung selbst übernehmen.
Es freut sich der ehemalige Inhaber – er ist seinen Schrott los und hat zusätzlich nicht zu knapp Asche rausschlagen können.

Und – na klar – sobald eine Gegend von einem solchen Schandfleck befreit ist, wollen die anderen natürlich auch behoben sein. Wäre ja sonst auch ungerecht, insbesondere wenn man in ner Flächengemeinde lebt, in der jeder Ortsteil auf seine Pfründe besteht.

Okay, eigentlich jeder freut sich, wenn unschöne Flecken mal aufgehübscht werden, und wenns überhand nimmt, muss eine Stadt/Gemeinde wohl wirklich gegensteuern, bevor sich eine Art Abwärtsspirale in Gang setzt – Stichwort Broken Windows Theorie.
Nur: Hier ist der Knackpunkt. Ich wohne nun schon lange in Freigericht, kenne aber auch andere Ortschaften ganz gut – und von einem Überhandnehmen heruntergekommener Immobilien kann nun wirklich nicht die Rede sein. Wie überall gibt es hier sehr schöne und weniger schöne Flecken – aber alles in allem ist das Freigericht eigentlich ziemlich idyllisch und ich denke, allzu viel Handlungsbedarf besteht hier eigentlich nicht.
Hinzu kommt: Im konkreten Fall, um den es gerade geht, würde ich das Objekt noch nicht mal als “Schandfleck” bezeichnen. Ein unbewohntes Haus, 50er-Jahre-Stil. Nicht besonders Hübsch, ein bisschen Farbe könnte nicht schaden und an der einen Wand hat sich jemand mit Grafitti verewigt.
Also wirklich schlimm ist es nicht – ich kenne bewohnte Häuser, die deutlich schlimmer aussehen.

Und jetzt soll wohl eine hübsche Rasenfläche draus gemacht werden. Irgendwie habe ich das Gefühl, das Geld könnte besser investiert werden.
Naja. Was solls. Vielleicht liegt mein Missfallen auch einfach daran, dass ich es hier so mag, wie es ist – auch “Schandflecke” machen einen Ort so ein bisschen aus. Wenns überall nur schöne Rasenflächen und fesche, renovierte Häuser gäbe, wär das schon irgendwie langweilig.
Oder?

Tue, 2009-05-19, 16:35

Test: Amazon MP3

by Timm

Seit kurzem bietet Amazon seinen Musik-Download-Laden auch in Deutschland an – und da ich ja immer auf der verzweifelten Suche nach guten, legalen Downloadmöglichkeiten für Musik bin, hab ichs natürlich gleich mal ausprobiert.

Eins vorweg: Ich sehe solche Angebote nicht nur in Konkurrenz mit anderen Portalen (Musicload, iTunes usw.), sondern vor allem auch als Alternative zu “CD im Laden kaufen/bestellen”. P2P ziehe ich nicht als “echte” Konkurrenz heran, allerdings muss sich ein Downloadshop in einigen Bereichen auch den Vergleich mit Bittorrent & co. gefallen lassen – wenn man Geld für die Downloads haben will, sollte man es für die Kunden schon so gestalten, dass es zumindest nicht sehr viel aufwendiger als die “andere” Online-Bezugsquelle ist.

Shop/Suche
Die MP3-Downloads sind bei Amazon nahtlos in den “normalen” Musik-Bereich integriert, finden sich also zwischen CDs, DVDs und Videospielen als eigene Kategorie. Von der Aufmachung her orientiert sich das alles stark am CD-Bereich – auch die Such- und Gruppierungsfunktionen. Hier fällt einem auch direkt das erste Manko auf – die Kategorisierung sowie die Suche funktionieren zwar für ganze Alben sehr gut (zumal man vom Artikel für die CD direkt zum MP3-Bereich springen kann – einer der Vorteile, wenn derselbe Laden beides verkauft), für die Suche nach einzelnen Songs ist das ganze aber eher ungeeignet. Man kann zwar durch geschicktes Kombinieren von Such- und Sortierfunktionen eigentlich alle möglichen Anfragen umsetzen, aber insbesondere wenn man einen bestimmten Song eines bestimmten Künstlers sucht, ist das ganze schon arg umständlich. Hier könnte noch was passieren.
Auf der anderen Seite kann Amazon durch die Integration ins normale Sortiment natürlich seine klassischen Stärken ausspielen. Die Vorschläge, die basierend auf dem aktuellen und vorhergehenden Einkäufen erzeugt werden, die Download-Charts, Kombi-Angebote – das sind schon nette Features, die man in der Form woanders nicht unbedingt findet.

Auswahl
Aktuell bietet Amazon knapp 6 Millionen Songs – das klingt schon mal ganz gut und es finden sich auch weniger bekannte Gruppen relativ vollständig wieder. Ich habe in den letzten Tagen immer mal (nicht repräsentativ) gesucht und die angebotenen Ergebnisse haben mich, mit wenigen Ausnahmen, überzeugt. Außerdem stehen auch Stücke und Alben zum Download bereit, deren CD-Gegenstück nicht mehr lieferbar ist.

Preise
Was die Preise angeht, kann sich das Angebot durchaus sehen lassen. Einzelne Stücke kosten zwischen 0,91€ und 0,99€ – das ist zwar immer noch recht happig, aber in den meisten Fällen doch ein paar Cent günstiger als die Konkurrenz. Wirklich gut sind die Preise für ganze Alben – auch aktuelle Platten gibts größtenteils schon für unter 5€. Allerdings musste ich für das neue Green Day-Album 7,99 bezahlen – das sind zwar 6€ weniger als für die Scheibe, aber für mich schon ziemlich nahe an der Schmerzgrenze.

Bestellung&Bezahlung
Die Bestellabwicklung funktioniert über das bekannte Amazon-Bestellsystem, entsprechend einfach und problemlos läuft alles ab – wenn man bereits Amazon-Kunde ist, braucht man sich nicht noch mal registrieren. Man kann aber soweit ich das sehe nicht per Bankeinzug oder Rechnung bezahlen. Ein bisschen nervig sind die Bestätigungs-eMails, die man auch bekommt, wenn man nur einen Titel gekauft hat.

Download
Der Download startet automatisch, sobald der Bestellvorgang abgeschlossen ist. Solange man nur einen Titel gekauft hat, funktioniert das auch hervorragend. Sobald man aber mehrere MP3s im Einkaufskörbchen hat, muss/soll man den Amazon-eigenen Downloadmanager benutzen, den es für Windows, Mac und verbreitet Linux-Distros gibt. Ein kurzer Blick in die Windows-Version zeigt, dass das Tool wirklich nichts anderes macht, als alle Dateien runterzuladen, man kann damit auch Downloads wiederaufnehmen, pausieren etc. Außerdem können die runtergeladenen MP3s direkt im Windows Media Player oder iTunes in die Sammlung aufgenommen werden. So weit, so unspektakulär.
Natürlich funktioniert die angebotene Version für Ubuntu 8.10 auf 9.04/64Bit nicht oder nur mit Hängen und Würgen – zu den anderen Linux-Versionen kann ich mich mangels Testumgebung nicht äußern.
Glücklicherweise verwendet Amazon ein ziemlich simples System: Beim Kauf mehrerer Dateien wird eine kleine (”.amz”)-Datei erzeugt, welche die Download-Locations enthält. Hierfür gibts mittlerweile ein kleines Kommandozeilen-Tool, welches den Download ebenso Problemlos abwickelt wie die Original-Software.

Der Kauf ist mit dem Download übrigens abgeschlossen und funktioniert zu 100% analog zu den “echten” Gütern. Also nix mit nochmal-runterladen-wenn-verloren – man kauft also tatsächlich die MP3 und nicht wie sonst oftmals üblich das Nutzungsrecht.

Qualität
Die Qualität der angebotenen Dateien kann in eigentlich allen Aspekten überzeugen – die MP3s sind mit variabler Bitrate (~256Bit) kodiert – die Dateien sind auch relativ groß. Hört sich auch – ganz subjektiv – “gut an”.
Amazon verzichtet auch auf jede Art von Kopierschutz oder DRM, allein ein Hinweis in den Tags besagt, dass die Datei von Amazon stammt. Ein echtes, in die Musikdaten eingebettetes, individualisiertes Wasserzeichen kann ich natürlich nicht komplett ausschließen, im Moment spricht aber vieles dagegen.
Die Metadaten sind übrigens durchweg sauber eingepflegt, und in den Dateinamen werden keine Sonderzeichen verwendet, aber das hatte ich auch erwartet.

Fazit
Alles in allem hinterlässt das Download-Angebot bei Amazon ein positives Gefühl. Funktioniert relativ Problemlos, ist einfach zu benutzen, transparent und man kann hinterher mit den Dateien wirklich machen, was man will. Die Preise sind meiner Meinung nach OK (obwohl da noch Raum nach unten ist ;)), und wenn am Aufbau des Shops noch ein bisschen gefeilt wird, könnte das wirklich was werden.
Ich für meinen Teil werde wohl noch öfter da Kunde sein :)

Thu, 2009-05-14, 14:49

Vitamine

by Timm

Ich behaupte: die Erdbeeren müssen Ergebnis eines krassen Gentechnik-Experiments aus dem 25. Jahrhundert sein. Anders lässt sich einfach nicht… ach, seht selbst.

Angriff der Killer-Erdbeeren

Angriff der Killer-Erdbeeren

Anscheinend ihr Anführer...

Anscheinend ihr Anführer...

PS: Lecker sind sie trotzdem.

Mon, 2009-05-11, 19:35

Wer nicht für uns ist…

by Timm

Obwohl meiner Meinung nach die Befürchtungen und Ängste der Unterzeichner völlig unbegründet sind, begrüße ich doch das Engangement und versichere den Kritikern, dass wir Ihre Argumente ernst nehmen und in den folgenden Anhörungen vor dem Petitionsausschuss – hoffe ich – konstruktiv über das Vorhaben diskutieren werden

Nun ja, sowas in der Art hätte unser Wirtschaftsminister in der Tagesschau sagen sollen. Was Herr von und Zu “Ahnungslos” stattdessen von sich gab, lässt sich mittlerweile an genug Stellen nachlesen bzw. -hören.

Und was das Familienministerium zum Erfolg der Petition sagt, wissen wir ja auch.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ich nehme mir sogar einen Teil meiner kostbaren Freizeit, um “denen” mitzuteilen, dass ich zusammen mit vielen Anderen Sorgen im Bezug auf dieses Gesetz habe. Nach allem, was ich über unser Land weiß, gilt das eigtnlich als löblich und “gutes Bürgerverhalten” – man hört ja genug über Politikverdrossenheit und so.

Und was ist die Reaktion? Ich werde von meinen “obersten Dienern” abwechselnd beschimpft, beleidigt, verleumdet, belogen, nicht ernst genommen und für dumm verkauft.

Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es zahlreiche Minister gibt, die sich so offensichtlich der Arroganz, Inkompetenz und Gleichgültigkeit hingeben und sich so gegen Demokratie sträuben. Das ist nun wirklich eine der wichtigsten Errungenschaften in jeder hinsicht.

Ja, im Moment bin ich sehr Politikverdrossen.

UPDATE: Einen echt treffenden Text dazu gibts im Provinzblog (via Netzpolitik)

Wed, 2009-05-06, 16:28

Petition gegen Internetzensur

by Timm

35391 Unterzeichner hat die Online-Petition gegen Internetzensur bereits – das zeigt nicht nur, dass etablierte Medien auf das Thema angesprungen sind, sondern auch, dass es durchaus möglich ist, über das Internet eine große Anzahl Menschen zu mobilisieren.

Und wie Martin schon schreibt: Mitzeichnen tut überhaupt nicht weh und man kann so den Verantwortlichen zeigen, dass viele ihrer Wähler sich mit dem Thema beschäftigen und mit dem, was die Politik tut, nicht bedingungslos einverstanden sind.

Natürlich bleibt fraglich, ob die Petition wirklich was an den Gesetzesplänen ändern kann. Aber vielleicht führt eine noch regere Beteiligung ja dazu, dass die Damen und Herren in Berlin die Gegner der Sperren etwas ernster nehmen – damit wäre ja schon viel erreicht.

Wed, 2009-05-06, 16:09

Tücken des Alltags

by Timm

Wer von euch eine Waschmaschine hat: Macht euch mal den Spaß und rechnet kurz durch, wie viele unterschiedliche Einstellungen mit dem Gerät möglich sind. Bei unserer sind es sage und Schreibe 3072.

3072. Einstellungen. Für die Waschmaschin.!

Und von diesen 3072 Einstellmöglichkeiten brauche ich genau – 2. Wenns mal nicht so viel Wäsche ist auch mal eine dritte. Und da sag nochmal einer, Computer wären schwierig zu bedienen.
Aber vielleicht finde ich ja noch mal den dreh raus und die optimale Einstellung für jedes meiner Kleidungsstücke, dann wird zumindest mal ein spürbarer Anteil der möglichen Optionen genutzt ;)

Aber eigentlich wollte ich mich hier ja über etwas ganz anderes Aufregen. Lampen. Und Ihre Befestigung.
Damit wir uns einig sind: Leuchtmittel sind eigentlich die ultimativen Plug-and-Play-Geräte. Die brauchen echt nur Strom. Und es sind ihnen in den meisten Fällen sogar so Sachen wie Frequenz und exakte Spannung wurscht (solange es sich um normale Glühbirnen handelt).
Es könnte wirklich einfach sein. Richtig einfach. Ich bin ja erklärter Schraubsockel-Fan. Eine unglaublich geniale Erfindung – Simpel. Effektiv. DAU-geeignet. Da könnten sich einige ne Scheibe von abschneiden.
Allein: Der Unterbau für die Birnen macht das alles wieder kaputt. Warum? Eine (Decken-)Lampe muss doch nun wirklich nicht viele Anforderungen an die Konstruktion erfüllen:

  • Ausreichend langes Kabel zum Anklemmen
  • Ausreichend Platz, das Kabel im Gehäuse zu verstecken
  • Sinnvolle Möglichkeit, das ganze an der Decke zu befestigen
  • Einfacher Zugang zu den Glühbirnen da Verschleißmaterial

Kann doch nicht so schwierig sein, oder? Warum haben Lampen dann ein viel zu kurzes Anschlusskabel, ein zu enges Gehäuse, eine verkrotzte Montagehalterungen (Schrauben schön und gut – es sollte zwischen Gehäuse und Decke aber schon noch Platz für den Schraubendreher sein) und keine sinnvolle Möglichkeit, die Birnen zu wechseln (ohne die komplette Lampe auseinander zu nehmen)?
Manchmal trauere ich wirklich den Baufassungen nach.

Und von den Lampen beim Auto fange ich besser gar nicht erst an. Ist ja im Grunde auch genau so. Nur, dass es noch Enger ist, man nichts sieht und den Batteriekasten ausbauen muss, um die Birne zu wechseln. Und dabei liest es sich im Handbuch immer so einfach.

Aber immerhin: nachher muss ich noch ein optisches Laufwerk austauschen. Das wird mir den Glauben an die Menschheit wiedergeben :-)

Fri, 2009-04-24, 14:25

Krankenhäuser

by Timm

Krankenhäuser sind ein doofer Ort – zumindest als Patient. Da kann die Behandlung noch so gut sein, irgendwie ist es immer besser, man muss nicht hin.

PS: Örtliche Betäubung bringt bei mir offensichtlich GAR NIX. Merker fürs nächste mal: Bei stark blutenden Wunden spätestens im Behandlungsraum bewusstlos werden.

Mon, 2009-04-13, 22:23

Deadlock

by Timm

Heute wollte ich mal wieder PC-Support verteilen und hab mal wieder gemerkt: Manchmal hilft wirklich nur verzweifeln.

Aufgabenstellung: Beim TomTom-Navi eine (ehrlich gekaufte!) aktuelle Karte aufspielen.
Vorbedingung: Das aufspielen einer aktualisierten Karte auf das Navi geht nur über die “TomTom HOME” getaufte Software (warum man die Datei nicht einfach Serverseitig erstellen, runterladen und ins Dateisystem des Geräts fallen lassen kann, muss man wahrscheinlich nicht verstehen)
Problem: Die beiliegende Software stammt grob geschätzt aus der späten Kreidezeit. Es handelt sich um eine XUL-basierte Monstrosität, die im Grunde genommen das angeschlossene Gerät mit dem TomTom-Webservice verbindet.

Schade, dass die Jungs irgendwann in den letzten 65 Millionen Jahren die Webressourcen umsortiert haben und entweder keine Redirects auf den alten URLs gesetzt haben oder die Software damit nicht umgehen kann. Hierfür gibts schon mal den Continuity-Lifetime-Award.
Die Moral der Geschichte: Updates gibts nur mit der aktuellen Software. Ärgernis No. 1

Also lädt man auf der Seite die neue Software runter – 18MB, geht ja noch. Nur leider leider lässt sich die Installation nicht starten. Also, interpretiere ich mal so. Es passiert nämlich nichts. Gar nichts.
Ein Blick in die Windows-Ereignisanzeige (!) enthüllt dem fachkundigen Beobachter, dass zum starten des Setups irgendwelche Assemblies fehlen. Aha. .net. Hätte man ja auch dazu schreiben können, dass man das braucht – und ne sinnvolle Meldung wär auch was gewesen. Ärgernis No. 2

Also .net auf der betreffenden Mühle installiert (Nein, das kann man nicht als gegeben vorraussetzen, wenn mit dem PC nur Office und eMail gemacht wird!), und zwei reboots später läuft die aktuelle Software tatsächlich. Allein – sie erkennt das Navi nicht. Da auf der TomTom-Supportseite sowas erwähnt ist und es anscheinend auch nen Fix gibt, freut sich der mittlerweile genervte ITler, es endlich hinbekommen zu haben. Als allerdings das auch nix bringt und sich keine offiziellen Infos mehr finden lassen, muss doch wieder der inoffizelle Support ran. In irgendwelchen Message Boards werde ich schließlich fündig: Die Firmware ist zu alt und die neue “TomTom HOME”-Version anscheinend nicht abwärtskompatibel. Einzige Lösung: Alte Software installieren und damit das Update für die Gerätesoftware ziehen.
Aber Moment – mit der alten Software kommen wir ja nicht mehr an die Online-Ressourcen (wie aktuelle Firmware). Klassischer Deadlock also. Zum besseren Verständnis hab ichs noch mal aufgemalt:

verzweiflung-png

Wie ihr seht, bleibt an dieser Stelle nur die Verzweiflung – bzw. der Gang zum vielgelobten Support – angeblich verschicken die die aktuellen Karten und Firmware auch fertig konfektioniert auf SD-Karte. Wollen wirs mal hoffen…

Sat, 2009-04-04, 20:15

Frühling

by Timm
Blick Richtung Kinzigtal

Der Himmel ist blau und der Rest deines Lebens liegt vor dir
Vielleicht wär es schlau, dich ein letztes Mal umzusehn
Du weißt nicht genau, warum – aber irgendwie packt dich die Neugier
Der Himmel ist blau, und der Rest deines Lebens wird schön

“Es ist vollbracht” – ich betrachte nur kurz das Zitat aus der Johannes-Passion, da wandert mein Blick das Wegekreuz hinauf und erstaunt stelle ich fest, dass wieder eine Jesus-Figur das Kreuz schmückt – vor ein paar Monaten hatte irgendjemand das Original zerschlagen. Irgendwie passt die neue Figur nicht zu dem reichlich alten Eisenkreuz, an dem sie hängt. Aber ich denke mir, dass das in ein paar Monaten wohl nicht mehr so auffallen wird.
Ich setze mich auf die Bank, welche vor dem Kreuz direkt am Wegesrand steht. Noch spenden die beiden Linden, unter denen sie steht, keinen wirklichen Schatten. Aber das ist im Heute genau richtig.
Mir fällt ein, dass ich keine Ahnung habe, wie lange dieses Wegekreuz schon hier stehen mag. Ich schüttle den Gedanken ab und genieße die Ruhe hier auf dem “Geiersberg”, der seinen Namen wahrscheinlich auch aus einer Zeit hat, als es hier noch Große Aasfresser gab. Die sind natürlich heute schon länger verschwunden, aber ein paar Krähen entschließen sich, mir Gesellschaft zu leisten.
Die Vögel lassen sich auf dem Feld gegenüber nieder, und ich beobachte sie einige Zeit, während der sie sich vermutlich um irgendwas totes zanken. Im Hintergrund höre ich ein leises Brummen vom Modellflugplatz und lasse meinen Blick über die Landschaft vor mir wandern. Wieder einmal fällt mir auf, was für einen schönen Blick man von hier aus hat.
Ich bleibe noch einige Minuten lang sitzen und wandere schließlich die paar hundert Meter zurück nach Hause.
Dabei betrachte ich mir nochmal den gerade beginnenden Frühling um mich herum und denke so bei mir: Eigentlich könnte man da oben ja auch mal ein Picknick machen. Und frage mich, warum so viele Leute das als nutzlos oder langweilig bezeichnen würden.

Du hast ein gutes Gefühl, du denkst an all die schönen Zeiten
Es ist fast zu viel, jetzt im Moment neben dir zu stehn
Du hast kein klares Ziel, aber Millionen Möglichkeiten
Ein gutes Gefühl – und du weißt, es wird gut für dich ausgehn

Nahaufnahme: Acker im Frühling
Mon, 2009-03-30, 07:26

Somerzeit

by Timm

So nützlich wie’n Loch im Kopp.

Sun, 2009-03-29, 21:11

Multimedia-Spielereien

by Timm

In einem gut sortierten (Teil-)Informatikerhaushalt darf natürlich auch eine grandiose Multimedia-Installation zum unbeschwerten Heimkino und -Sound-Genuss nicht fehlen.
Okay, “grandios” ist jetzt vielleicht das falsche Wort für unsere, aber es ist schon toll, wass sich mit nem alten Laptop, SCART-Adapter, VLC und rsync binnen kürzester Zeit zusammenstricken lässt. Jetzt muss ich nur noch meinen kleinen Verstärker einbauen, dann haben wir sogar in der Küche und im Bad zentral eingspeiste Beschallung.

Nächstes Projekt: Fernbedienung ;)

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